Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
583
Standardisierungsdruck

Private Banking: Zunehmend verwechselbar

Die Private Banking-Branche leidet unter mehreren Faktoren. Auch die Kunden sind letztlich davon betroffen.
Privatanleger müssen sich mit immer mehr Standardisierung auch im Private Banking abfinden. „Maßgeschneiderte“ Beratung und Anlagevorschläge, wie sie in der Branche so gern propagiert werden, bekommen zunehmend Seltenheitswert. Das haben wir im aktuellen Vermögensmanagement im Fuchsbriefe-Test (TOPs 2017), durchgeführt von der Private Banking Prüfinstanz, wieder erlebt. Grund ist der anhaltend hohe Margendruck in der Bankenbranche. Er rührt nicht nur von den niedrigen Zinsen und hohen Regulationskosten her. In der Schweiz, aber auch in Liechtenstein und Luxemburg macht sich der Wegfall des noch vor fünfzehn Jahren einträglichen Schwarzgeldgeschäfts nachdrücklich bemerkbar. Obendrein haben junge Kunden andere Anforderungen und suchen nach mehr digitalen Dienstleistungen – deren Einrichtung auch viel Geld kostet. Eine jüngst erschienene Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen untersuchte 87 Institute im Land des Private Banking. Das Ergebnis ist aus Bankensicht ernüchternd: Zwei Drittel erlitten einen Rückgang der Eigenkapitalrendite. Gut ein Viertel schloss mit Verlust ab. Zum Teil versuchen die Banken das Geschäft mit Gebührenanpassungen zu stabilisieren. Doch auch das gelingt in der Praxis kaum. Das Preisgefüge wird immer transparenter, der Wettbewerb intensiver. Und er verstärkt sich natürlich, je mehr sich die Dienstleistungsqualität durch Standardisierung angleicht. Bislang vermeiden es die Häuser nach unserer Beobachtung, sich auf Kunden(segmente) oder einzelne Berufsgruppen zu spezialisieren. Gewöhnlich sind die Häuser breit aufgestellt. Das wird sich auf Dauer nicht durchhalten lassen.

Fazit: Standort und Bankgeheimnis spielen nur noch eine untergeordnete Rolle für Private-Banking-Kunden. Um so wichtiger wäre die Differenzierung der Dienstleistung selber. Doch genau hier üben große Beratungsinstitute Druck in Richtung Standardisierung aus. Das kann aus unserer Sicht nicht das Überleben einzelner Institute retten.

Meist gelesene Artikel
  • Der Fokus der chinesischen Förderpolitik geht zur Wasserstoff-Technik

China schaltet auf die Brennstoffzelle um

China plant eine Änderung seiner Technologie-Förderpolitik hin zur Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technik. Dies wird zulasten der E-Mobilität gehen. Die starke Fokussierung auf reine E-Mobilität könnte sich als Sackgasse erweisen.
  • Auswertung Vermögensstrategie TOPS 2018

LGT präsentiert stimmig, aber nicht ganz rund

Mit insgesamt 77,3 Punkten in allen vier Wertungskategorien erreichte die LGT Bank AG ein Gut und Platz 12 in der Gesamtwertung.
Die LGT Bank zeigt ihre Kompetenz auch im Anlagevorschlag. Der ist zwar nicht ganz rund, aber in sich stimmig. Nur in einem Aspekt setzten wir ein Fragezeichen.
  • Auswertung Vermögensstrategie TOPS 2018

Vontobel Europe legt zu viel Euro ins Depot

Mit insgesamt 61,5 Punkten in allen vier Wertungskategorien erreichte die Bank Vontobel Europe AG nur einen Platz im weiten Feld in der Gesamtwertung.
Die Bank Vontobel Europe wünscht im Anlagevorschlag "Viel Freude beim Lesen". Doch die will nicht so recht aufkommen. Stellenweise ist uns eher zum Weinen.
Neueste Artikel
  • Grundsolides Angebot für Jedermann

banx trading

Das Haus ist ernsthaft und gut um Interessenten bemüht. Aber das Bildungsangebot könnte noch etwas reichhaltiger sein.
  • Teurer und nur eingeschränkter Handel

consors

Consors hat ein Top-Ausbildungsangebot, geht aber nicht aktiv auf Interessenten zu. Hier verschenkt der Anbieter viel Potenzial.
  • Förderausfälle treiben Preise nach oben

Auf Öl spekulieren

Die politische Krise in Venezuela führt zu einem Preisanstieg beim Öl. Für 2018 rechnet man mit weiteren Einbrüchen. Der Preisanstieg ruft die US-Fracker auf den Plan.
Zum Seitenanfang