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Bank Vontobel AG | Beratungsgespräch, Bankentest, TOPs 2018, Qualifikation

Vontobel: Pfiffige Ideen, aber ...

Zwei Herzen schlagen in unserer Brust, wenn wir das Beratungsgespräch bei der Bank Vontobel im Rahmen der Qualifikationsrunde für die TOPs 2018 beurteilen sollen. Auf der einen Seite erleben wir ein wirklich anregendes Gespräch mit einem Berater, der voller Ideen ist. Auf der anderen Seite werden wir mit einigen Schwächen konfrontiert, die man einer Bank mit dem Anspruch von Vontobel nicht ohne Weiteres durchgehen lassen kann.
Es weht ein frischer Wind in der Führungsriege der altehrwürdigen Bank Vontobel. Nachdem der fast 100jährige Hans Vontobel 2016 gestorben ist, vertreten junge Leute die beiden Zweige der Besitzerfamilie im Verwaltungsrat der Bank: Die Juristin Maja Baumann (39) ist die Enkelin des verstorbenen Hans Vontobel, Björn Wettergren (35) der Enkel von Ruth de la Cour, der verstorbenen Schwester von Hans Vontobel. Es beruhigt zu wissen, dass es in unserer hektischen Zeit noch Kontinuität gibt. Und das Beste: Die Bank will unabhängig bleiben, wie beide Erben betonen.
Mit einem verwalteten Vermögen von gut 195 Milliarden Schweizer Franken Ende 2016 ist Vontobel zumindest in der Schweiz keiner der ganz großer Player. Neu-Chefin Baumann beschreibt in einem Interview mit dem Schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz vom Februar 2017 das Selbstverständnis des Hauses: „Wir besetzen Nischen mit hoher Qualität, wir sind Spezialisten. Die Strategie ist es, vor allem organisch zu wachsen. Sie sehen in verschiedenen Geschäftsbereichen – nehmen Sie das Private Banking –, dass wir stetig wachsen, und zwar schneller als unsere Wettbewerber.“ Und Wettergren ergänzt: „Das Schöne an dieser Strategie ist, dass wir sie – sollte sich eine gute Gelegenheit bieten – durch anorganisches Wachstum, also Zukäufe, abrunden können, aber nicht müssen.“ Die Bank Vontobel verfolgt nach eigener Aussage ein integriertes Geschäftsmodell und kombiniert die Fähigkeiten aus dem Private Banking, Investment Banking und Asset Management, womit ein Mehrwert für den Kunden geschaffen werde. Man biete die „einzigartige Kombination“ einer unabhängigen Schweizer Privatbank mit der Innovationskraft eines aktiven internationalen Vermögensmanagers. Gut, gut, das macht neugierig auf mehr.

An 22 Standorten zu Hause

Die Familien Vontobel sind Mehrheitsaktionäre. Das soll sich auch nicht ändern. Weltweit arbeiten rund 1.500 Mitarbeitende dafür, die Vermögen der Kunden zu mehren. „Unablässig überwachen und bewirtschaften sie die uns anvertrauten Kundenvermögen, beobachten aufmerksam die Finanzmärkte und das Weltgeschehen. Ob im Herzen von Zürich, in New York oder Dubai - an 22 internationalen Standorten identifizieren und analysieren sie Trends auf und konzipieren dazu innovative Anlagestrategien und -produkte. Überall dort, wo unsere Kundinnen und Kunden zu Hause sind“, heißt es auf der ansprechend und moderngestalteten Internetseite.

Der Markt der Vermögensverwaltung ist intransparent. Getreu unserem Motto „Wir machen Qualität transparent“ verfolgt das Performanceprojekt der Private Banking Prüfinstanz genau dieses Ziel.  Die Bank Vontobel nimmt - allerdings versteckt hinter einem Kürzel – am Performance-Projekt teil und gibt uns damit einen laufenden Einblick in die Künste der hauseigenen Vermögensverwaltung.

Der Kunde und sein Anliegen

Dem Kunden sind mit der Flüchtlingskrise Bedenken bezüglich der Stabilität der EU gekommen. Und der BREXIT hat für ihn ganz neue Gefahren aufgezeigt: Die EU könnte auseinanderbrechen. Mittlerweile ist der Kunde soweit, dass er ernsthaft überlegt, (ganz) in ein Land außerhalb der EU zu ziehen oder zumindest dort einen zusätzlichen Wohnsitz zu gründen. Er verfügt über ein Gesamtvermögen von ca. 8.000.000 Euro, davon 4.000.000 in Immobilien. Als laufenden Einnahmen stehen monatlich 10.000 Euro nach Steuern zur Verfügung. Das bisherige Depot ist zu. 100 % in Euro angelegt. Das neue Depot soll nur noch zu 25 % in Europa investiert sein.

Das Beratungserlebnis

Der Start ist vielversprechend. Wir gelangen telefonisch schnell an den richtigen Ansprechpartner, der die wichtigsten Aspekte anspricht, und bekommen aussagekräftige Informationen per Mail zugesandt: eine Broschüre über das Private Banking von Vontobel, ein Research über das Britische Pfund sowie die aktuelle Investmentstrategie des Monats Oktober 2016. Portfolios werden ab einem Volumen von einer Million Euro betreut, erfahren wir.
Da liegen wir mit unserer Anlagesumme ja doch ein Stück drüber, was uns zu interessanten Kunden machen sollte. Die Performancedaten der letzten Jahre werden uns gleichfalls zugesandt. Man erwartet in Bälde eine Zinsanhebung der amerikanischen Notenbank, heißt es. Wir bemerken, dass das Research über das britische Pfund nicht ganz stimmig ist. Es wird empfohlen, das britische Pfund wegen der hohen Abwertungsgefahr zu meiden. Wie wir wissen, steigt das Pfund aber nach der US-Präsidentschaftswahl. Aber: Am Ende ist das eine Frage der Perspektive: kurz-, mittel oder langfristig.                                         

Service ist ziemlich dürftig

Insgesamt wird unser Anliegen mit Interesse aufgenommen. Die Vereinbarung eines Vor-Ort-Termins geht unkompliziert über die Bühne. Doch was danach passiert, trübt den guten ersten Eindruck ein wenig. Wir erhalten gerade mal eine Terminbestätigung. Der Berater teilt uns mit, dass er sich auf das bevorstehende Gespräch freue und zählt die zahlreichen Vorteilen auf, die eine Zusammenarbeit mit Vontobel bringen soll. Überzeugender wäre es gewesen, gleich mal etwas davon zu zeigen, indem er beispielsweise zusammenfasst, was er im Gespräch aufgenommen hat. Auch eine Anfahrtsskizze oder Hinweise zu eventuellen Parkmöglichkeiten fehlen. Zwar liegt das Gebäude mitten in der Stadt, so dass die Anreise zu Fuß über den Hauptbahnhof oder mit der Straßenbahn unproblematisch ist. Doch das, finden wir, könnte man dem Kunden auch mitteilen.

Vor–Ort-Gespräch

Als der Berater erscheint, wird er von einem Auszubildenden oder jungen Assistenten begleitet, der sich das Gespräch gern anhören möchte. Darüber sind wir erst einmal irritiert, weil uns das nicht angekündigt wurde. Doch wir merken relativ schnell, dass der junge Mensch nicht unerfahren ist, dezent am Gespräch teilnimmt und die wichtigen Fakten schnell erfasst.

Gesprächsinhalte und konkrete Beratung

Der Gesprächsstart ist ganz nach unserem Geschmack. Wir plaudern mit dem Berater in einer witzigen Art und Weise über Donald Trump, Angela Merkel und – wie er sie nennt – die letzte Bürgerdemokratie in Europa, die Schweiz. Das regt an und wir finden dadurch mit dem Berater sofort eine gemeinsame Wellenlänge. Nach dieser überzeugenden Gesprächseröffnung steigen wir in die inhaltliche Diskussion ein. Wir sprechen über die Märkte, wobei wir Gelegenheit bekommen unsere Bedenken über die Zukunft der Währungsunion in Europa zu äußern. Der Berater beglückwünscht uns zu unserer Meinung und bedauert, dass nicht alle Kunden so klug seien wie wir.

Die Bank Vontobel gibt an, in den letzten drei Jahren keine Rechtsstreitigkeit mit Kunden gehabt zu haben.

Interessante Währungsinformationen

Damit ist das Gespräch bei der Währungsexpertise des Hauses angelangt. Als großes Haus, das über 180 Milliarden Schweizer verwalte, sei die Bank verpflichtet, Währungen professionell zu handhaben, macht der Berater deutlich. Er schlägt vor, dass wir uns als neue Referenzwährung den US-Dollar aussuchen sollten, auch der Schweizer Franken wäre möglich. Interessant die Informationen zur Stellung des Schweizer Franken: 2016 hätte ihm gegenüber der Yen am stärksten aufgewertet (15,6%), leicht die norwegische Krone, der kanadische Dollar und der Neuseeland Dollar. Die stärkste Abwertung hätte das britische Pfund (-14,7%) erfahren, leichte Abwertungen die schwedische Krone, der US-Dollar und der Euro. Alles in allem profunde Informationen.

Pfiffiger Ansatz            

Wie sich im weiteren Gespräch herausstellt, gehört der Berater eindeutig zur Abteilung „Attacke“. Er rät zu einem relativ aggressiven Aktienansatz und möchte uns auf eine „wachstumsbasierte“ Anlagerichtung lenken. Est als wir ihm wiederholt erklären, dass uns bei aller Risikobereitschaft ein Aktienanteil von bis zu 85 Prozent dann doch definitiv zu hoch ist, lenkt er ein und überlegt neu. Den Ansatz, den er im Verlaufe des Gesprächs danach entwickelt, ist wirklich innovativ und bemerkenswert. Er setzt auf ein Depot mit einigen Sub Accounts. Wir kennen den Begriff, der nicht näher erläutert wird, als einen getrennten Geldbetrag (Konto), für den die Bank im Auftrag des Kontoinhabers handelt. Diese Konten funktionieren gewöhnlich unter strengen Richtlinien. Für eine Million Euro empfiehlt er einen von Vontobel „sehr erfolgreich“ geführten Ansatz über Schweizer Aktien mit einem Aktienanteil von 100 Prozent. Dieser Ansatz sei schon mehrfach in der Öffentlichkeit und der Presse lobend erwähnt worden, heißt es. Im Schnitt erwirtschafte diese Strategie eine 15prozentige Outperformance über der sowieso schon guten Entwicklung des Schweizer Aktienmarktes. Hier kenne sich Vontobel perfekt aus, deswegen empfehle er diesen Ansatz auch sehr gern. Details, so kündigt er an, würden uns zugesandt. Als zweiten Baustein empfiehlt er für zwei Millionen Euro ein ausgewogenes Depot, das auf US-Dollar-Basis läuft und eine Aktienquote von maximal 50 Prozent aufweist. Die Details bekommen wir im Anlagevorschlag. Der dritte Teil des Depots schließlich, also die restliche Million, sollte aus der Vermögensverwaltung herausgenommen und damit auf Beratungsbasis ein innovatives Depot zusammen mit dem Kunden erarbeitet werden, bei dem bestimmte Ideen und Strategien „gespielt“ werden könnten. Mit entsprechenden Themen werde er auf uns zukommen, lässt er uns wissen. Hier könne sowohl der Berater als auch der Kunde die Geschäfte tätigen. Diesen Ansatz finden wir pfiffig, zumal wir als Kunde Zugang zum weltweiten Research von Vontobel erhalten. Hier zeigt sich der Berater sehr innovativ und agil.
Zu wenig Interesse für Vermögenssituation

Beim Thema Risiko ist das allerdings leider nicht der Fall. Wir haben den Eindruck, dass der Berater - wie auch bei anderen Gelegenheiten – nicht immer konzentriert zuhört. Erst nach unserem nachdrücklichen Einspruch geht er von seiner ursprünglichen Risikostrategie ab, wie oben bereits erwähnt.

Auch die Gebührendebatte ist nicht stimmig. Zunächst zieht er die Gebührenordnung heran und spricht davon, dass bei einer Depotgröße oberhalb von 1,5 Millionen Euro eine Fee von 1,7 Prozent vorgesehen sei. Nachdem wir ob der Höhe ungläubig den Kopf schütteln, lenkt er sofort ein uns spricht von einem Prozent.
Wir können uns nicht des Eindrucks erwehren, dass auch das nicht sein letztes Wort ist. Wahrscheinlich ist er davon ausgegangen, dass er ja mal einen Schuss ins Blaue abgeben kann. Das weckt alles, aber nicht Vertrauen. Wird hier abgezockt, wer nicht frühzeitig Einspruch erhebt? Was uns darüber hinaus ein wenig merkwürdig vorkommt ist die Tatsache, dass sich der Berater auffallend wenig für unser vorhandenes Depot und für unsere Vermögenssituation insgesamt interessiert.
Anlagestrategie aus dem Stehgreif (Steigreif) entwickelt.
Vontobel ist ein Traditionsname. Alle unsere Informationen deuten darauf hin, dass hier alles kompetent und verlässlich vonstattengeht. Die Bank hat den Ruf eines Schweizer Uhrwerks: funktioniert präzise und fehlerlos. Der Internetauftritt passt zu diesem Image. Er ist umfassend und seriös und stellt das Angebot der Bank gut dar. Das Institut tritt nach außen selbstbewusst außen auf. Auch der Berater macht diesen einen selbstbewussten Eindruck. Er denkt eindeutig unternehmerisch, traut sich, politische Aussagen zu machen und ist in der Lage, das Gespräch in die von ihm gewünschte Richtung lenken. Dabei entwickelt er aus dem Stegreif die oben skizzierte Anlagestrategie, was uns Respekt abfordert. Anfängliche Bedenken, was seine Effizienz betrifft, verflüchtigen sich entsprechend im Laufe des spannenden und kurzweiligen Gesprächs. Auch an der Verlässlichkeit des Beraters gibt es wenig auszusetzen. Was er abkündigt, hält er auch ein.
Allerdings werden wir stutzig, als er uns stolz berichtet, dass er viele Kunden in allen möglichen Ecken der Welt betreut . Ist der Mann wirklich jederzeit für uns verfügbar, wenn wir ihn brauchen? Diese Frage drängt sich uns unvermittelt auf. Der Eindruck wird dadurch verstärkt, dass er das Gespräch mit uns im Prinzip allein führt, was eher unüblich in der Branche ist. Der Azubi ist zwar sympathisch und überraschend versiert, aber er schnuppert bei Vontobel halt nur rein. Was ist mit einer Vertretung? Haben wir stets einen vertrauten Ansprechpartner, wenn wir Kunde sind?Vermögende wollen gut beraten werden. Ebenso wichtig ist aber, dass das anvertraute Kapital solide verwaltet und vermehrt wird.

Berater hat Probleme mit dem Zuhören

Positiv ist noch zu erwähnen, dass der Berater auf unsere Wünsche – wenn wir sie dezidiert äußern –eingeht und in seinen Erklärungen verständlich, kompetent und anschaulich ist. Vor allem sein Ideenreichtum überzeugt uns. Wie er seinen ersten Vorschlag verwirft und stattdessen ein sehr innovatives Konzept ausbreitet, ist großes Kino. Er ist schnell, kann umschalten und hat dabei wahrhaft geniale Momente.

Nachbetreuung        

Ein Protokoll des Gespräches erreicht uns leider nicht. Nach gut zwei Wochen fragt der Berater per Mail nach, ob er uns in der Entscheidungsfindung unterstützen könne. Da sich der Anlagevorschlag von Vontobel praktisch aus sich selbst heraus erklärt, halten wir ein zweites Gespräch für nicht notwendig.

Der Anlagevorschlag aus Kundensicht

Der Anlagevorschlag erscheint uns gut begründet und verständlich. Allerdings sind die von Vontobel vorgeschlagenen Lösungen nicht besonders innovativ. Da haben wir nach den übersprudelnden Ideen des Beraters während des Gesprächs noch mehr erwartet. Auch ist der Anlagevorschlag auf Basis Schweizer Franken erarbeitet, obwohl unsere Referenzwährung der Euro bleiben soll. Ebenfalls merken wir an, dass das Depot über 80 Positionen enthält. Das ist kein fokussiertes, konzentriertes Depot, dem wir immer den Vorzug geben würden.

Gebühr       

Die Kosten liegen letztlich leicht über dem Durchschnitt. Bei den All-In-Gebühren werden 0,9% als Vermögensverwaltungsgebühr und 0,3% als Depotgebühr berechnet. Dazu kommt, dass das All-In-Modell keine All-In-Fee ist, da offizielle Abgaben, die Stempel- und Börsengebühren 1:1 weiterbelastet werden.

Fazit:Wer zu Vontobel geht, ist zwar nicht bei einer der ganz großen Schweizer Banken gelandet wie UBS oder Credit Suisse, aber doch bei einem sehr großen Institut, das Assets von fast 180 Milliarden Franken verwaltet. Nach den beiden genannten Großbanken und Julius Bär kommt gleich Vontobel zusammen mit der Pictet-Gruppe. Das Haus hat einen guten Ruf, überall wird der Name des unlängst verstorbenen Namenspatrons erwähnt. Die Mehrheit der Aktien liegen immer noch in der Familie. Die Beratung verläuft fokussiert und routiniert, ohne dass man den Eindruck hat, dass ein Standardprozess abgespult wird. Das Zuhören ist nicht die Stärke des Beraters, die Diskussion von Risiken nur ein Randthema und bei den Gebühren zweifeln wir zeitweise an der Seriosität des Hauses. Abzüge gibt es zudem bei den Formalien: So gibt es beispielsweise keine Protokolle. Der Anlagevorschlag ist nicht schlecht, aber wir haben uns mehr versprochen. Trotz einiger Aber überwiegen am Ende die positiven Aspekte, es reicht zur Qualifikation.

Hinweis: Die erreichte Gesamtpunktezahl sowie den Vergleich mit rund 100 weiteren Anbietern lesen Sie im November in „TOPs 2018“.

Wissenswertes          

Bank Vontobel AGGotthardstr. 43, 8022 Zürich Schweiz
www.vontobel.com

Vermögensverwaltung, Anlageberatung, Custody Management, Finanzplanung, Nachfolgeplanung für Unternehmer, Philanthropie und Stiftungen zählen zu den zentralen Geschäftsfeldern der Bank Vontobel. An Produkten stehen dafür Aktien, Renten, Hedgefonds, Zertifikat und ETFs zur Verfügung. Für Kunden aus Deutschland sei Vontobel nicht nur wegen der erstklassigen Qualität der Bank eine Alternative zu deutsche Instituten, sondern der Standort Schweiz auch eine willkommene Alternative oder Ergänzung zum Buchungsstandort Deutschland.

Wenige Angaben zur Kundenstruktur  

Angaben zu ihren Kunden macht die Bank sparsam bis gar nicht. Weder erfahren wir, wie sich die Kundenzahlen im Private Banking und Wealth Management entwickelt haben noch woher die Kunden geografisch gesehen kommen oder in welcher Höhe sie investiert sind. Begründung: „Leider können wir Ihnen aufgrund unserer internen Unternehmensrichtlinien dazu keine Angaben machen.“ Schade, Transparenz sieht etwas anders aus. Auch über den Betreuungsschlüssel ist nichts zu erfahren. Nur, dass Kunden ab einem investierten Vermögen von 230.000 Euro (250.000 CHF) im Private Banking und von 920.000 Euro (eine Million CHF) im Wealth Management willkommen sind.

Fokus liegt auf retrofreien Anlageklassen

Im Research greift die Bank in der Sekundäranalyse auf weltweit tätige Informationsdienste und auf Research-Berichte von Broker-Gesellschaften zurück. In der Nachhaltigkeitsanalyse arbeitet das Vontobel-Sustainability-Research-Team eng mit lokalen Researchpartnern zusammen. Eigenresearch erfolgt primär über die Bank Vontobel AG in Zürich in den Bereichen Aktienresearch (Sell-side und Buy-side), Anleihen und Fonds. Über die Höhe erhaltender Kickbacks wird entsprechend der MiFiD in Form einer jährlichen Auswertung als Anlage zum Jahresreporting informiert. In der Vermögensverwaltung wird prinzipiell in retrofreie, institutionelle Anteilsklassen entsprechender Kollektivanlagen investiert. Wo dies nicht möglich ist, werden allfällige Kickbacks, Retrozessionen oder Bestandsprovisionen vollumfänglich an den Kunden zurückerstattet.

Kernkompetenzen im Zentrum

Vontobel stellt eigene Investmentprodukte her, verfährt dabei aber klar nach dem Prinzip „make or buy“ in dem Sinne, dass selbst hergestellte Produkte auch am Markt wettbewerbsfähig nach dem Prinzip „best in class“ sein müssen. Aufgrund des Geschäftsmodells als mittelgroßer Schweizer Vermögensverwalter konzentriert sich die Bank Vontobel bei der Herstellung von Investment-Produkten auf ihre Kernkompetenzen.

Hinweis: Dieses Bankenporträt beruht auf den Eindrücken aus einem individuellen Erstberatungsgespräch, das ein zuvor geschulter Testkunde durchgeführt hat. Die wiedergegebenen Eindrücke wurden während des Gesprächs oder unmittelbar danach schriftlich protokolliert. Subjektive Wahrnehmungen lassen sich nicht ausschließen. Der Testkunde hat sich zur Neutralität gegenüber dem getesteten Institut verpflichtet. Die Bewertung wurde nach einem festen Schema vorgenommen, das die Private Banking Prüfinstanz erstellt hat. Es beruht auf der jahrelangen – wissenschaftlich untermauerten – Beschäftigung mit dem Thema Beratungsqualität im Private Banking durch die Private Banking Prüfinstanz, Dr. Richter | IQF und Ralf Vielhaber | Verlag FUCHSBRIEFE.

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