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Sal. Oppenheim jr. | Stiftungsvermögen 2016 - Qualifikationsrunde: Angebotsabgabe

Oppenheim mit komplizierter Performance Fee

Ordentlich, aber nicht so überzeugend wie etliche Mitbewerber
Sal. Oppenheim ist die Nr. 1 der Ewigen Bestenliste der Stiftungsmanager. Aus gutem Grund. Doch diesmal knüpft die Bank nicht an die Leistungen der Vorjahre an.
Das Bankhaus Sal. Oppenheim jr. ist eine 100 %-ige Tochter der Deutsche Bank AG. Derzeit beschäftigt Sal. Oppenheim 360 Mitarbeiter an insgesamt 7 Standorten bundesweit. Die Privatbank blickt seit ihrer Gründung im Jahr 1789 auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Gerade aufgrund dieser vielfältigen Erfahrungen, so die Selbstdarstellung des altehrwürdigen Bankhauses, könne die Bank die individuellen Bedürfnisse Vermögender und auch von Stiftungen sehr gut für die Zukunft gestalten.

Kennzahlen:
  • Stiftungsexpertise seit: 1824
  • Anzahl betreuter Fremdstiftungen: 180
  • Betreutes Stiftungsvermögen: 2.000 Mio. EUR
Zwölf Spezialisten bearbeiten bei Sal. Oppenheim die Anliegen von Stiftungen. Deren durchschnittliche Verweildauer im Unternehmen liegt bei etwa acht Jahren. Im Bereich nachhaltiger Investments unterstützt die oekom research AG das Bankhaus. Aufgrund der dezentralen Organisation arbeitet Sal. Oppenheim an den jeweiligen Standorten mit unterschiedlichen Kooperationspartnern im Bereich der rechtlichen sowie der steuerrechtlichen Beratung zusammen. Die Spannbreite reicht von großen, international agierenden Kanzleien bis hin zu kleinen, hochspezialisierten Beratern. Die konkrete Zusammenarbeit wird von der den individuellen Präferenzen der Kunden abhängig gemacht.
Serviceangebot für Stiftungen:
  • Unterstützung während des Anerkennungsverfahrens bei Behörden
  • Unterstützung bei der Auswahl des Stiftungszweckes
  • Unterstützung bei der Konzeption einer Stiftungslösung
  • Unterstützung bei der Ausarbeitung einer Stiftungssatzung
  • Unterstützung bei der Koordinierung von Bankverbindungen
  • Unterstützung bei Fundraising
  • Strategiegespräche
  • Unterstützung bei Änderungen im Stiftungs- und Steuerrecht durch aktive, zeitnahe Information
  • Rechnungslegung
  • Jahresabschluss
  • Förderverwaltung
  • Mitarbeit in Stiftungsgremien
  • Unterstützung der Geschäftsführung der Stiftung
Das Serviceangebot ist umfassend. Als besonderes Angebot stellt Sal. Oppenheim beispielsweise Testimonials zur Verfügung, insbesondere für potenzielle Stifter. Außerdem dürfen sich Stiftungen bei Kundenveranstaltungen des Hauses präsentieren oder auch gezielt auf philantropisch engagierte Kunden zugehen. Das ist sicher ein sehr hilfreicher Weg für Stiftungen. 

Der Anlagevorschlag

Sal. Oppenheim überzeugte in den Vorjahren stets mit seinen schriftlichen Unterlagen. Auch diesmal zeigen die ersten Seiten des Vorschlags zunächst die Wünsche der Stiftung präzise auf. Auch die Darstellung des Gesamtvermögens ist gelungen. Die Aussage, die Stiftungsverantwortlichen seien eher defensiv aufgestellt, stimmt. Doch es fehlt an der Brillanz, die wir aus den Vorjahren kennen. Dem Vorschlag fehlt das Besondere, die durchschlagende Überzeugungskraft. Die Präsentation selbst ist gut gemacht, sie enthält viele Grafiken, wirkt aber an etlichen Stellen eher wie Werbung aus der Marketingabteilung. Konkret rät Oppenheim der Stiftung zu folgender Allokation: 62,0 % Renten, 33,0 % Aktien, 5,0 % Rohstoffe, 0,0 % Liquidität. Ausführlich beschäftigt sich die Bank mit der künftigen Wertentwicklung. Mehrere Tabellen und Grafiken sollen die Expertise unterstützen. Präzise benennt die Bank wichtige Risikokennzahlen. Der maximale Verlust nach zehn Jahren wird mit ca. 10,3 % benannt. Allerdings sind damit nur 95 % der möglichen Fälle abgebildet. Theoretisch sind also auch höhere Verluste denkbar. Und: 3,3 % Rendite p. a. kann die Stiftung in den nächsten 10 Jahren erwarten. Allerdings ist der Nicht-Fachmann mit den Darstellungen und Erläuterungen schnell überfordert. Das schaffen andere Häuser besser. Punkten kann die Bank mit einer Ausschüttungsprognose. Satte 45.000 Euro plant sie pro Jahr ein. Den Detaillierungsgrad, den andere Häuser an dieser Stelle liefern, sehen wir aber nicht. Die Bank empfiehlt eine All-in-fee ohne Performance abhängigen Anteil. Diese beträgt dann vergleichsweise hohe 1 % zzgl. Umsatzsteuer. Kompliziert wird’s bei der Performance Fee. Die Basisgebühr bei Oppenheim beträgt 0,8 % p. a. – wohl zzgl. Umsatzsteuer. Als zusätzliche performanceabhängige Vergütung schlägt die Bank vor mit einem „Cap“, einer Obergrenze, zu arbeiten. Maximal 0,5 % p. a. plus Umsatzsteuer sollen als performanceabhängige Vergütung anfallen – also auf jeden Euro Zugewinn, den die Bank für die Stiftung erwirtschaftet, 5 Cent für Oppenheim. Wenn die Performance 1,5 % übersteigt, verdient die Bank daran sogar 15 % des Mehrertrags, also 15 Cent auf jeden erwirtschafteten Euro. Das ist nicht ganz leicht zu verstehen. Deshalb hat die Bank dazu eine Grafik erstellt und ihr Gebührenmodell an einem Beispiel erläutert. Das ist vorbildlich und Benchmark in diesem Anforderungsteil. Es gibt auch keine High-Water-Mark, die der Stiftung wichtig ist. Sie besagt, dass die Performancegebühr nach einem „Taucher“ erst dann wieder anfällt, wenn der bereits erreichte Portfoliohöchststand überschritten wird.

FAZIT:
Mit dieser Leistung knüpft Sal. Oppenheim nicht an die herausragenden Angebote der Vorjahre an. Die Bank liefert Ordentliches, aber nicht so Überzeugendes wie etliche Mitbewerber. Zudem verlangt sie eine vergleichweise hohe Gebühr. So reicht es diesmal nicht in die Endauswahl im Beauty Contest.

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