Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1770
Pictet & Cie (Europe) S.A. | Stiftungsvermögen 2016 - Qualifikationsrunde: Angebotsabgabe

Pictet ist gut, aber teuer und konzentriert sich aufs Wesentliche

Was Pictet liefert, liefert die Bank in hoher Qualität. Dafür verlangt sie auch einen außerordentlichen Preis.
Die altehrwürdige Pictet-Gruppe befindet sich im Eigentum von sieben geschäftsführenden Teilhabern. Zu einem geringen Teil sind auch einige wenige Führungskräfte an dem über 200 Jahre alten Vermögensverwalter beteiligt. Ziel von Pictet ist es, mit einem unvoreingenommenen Anlageansatz unnötige Risiken zu vermeiden und robuste und stabile Investmentlösungen für seine Kunden zu entwickeln. Davon sollen auch Stiftungen profitieren.

Kennzahlen:
  • Stiftungsexpertise seit: 2000
  • Anzahl betreuter Fremdstiftungen: k.A.
  • Betreutes Stiftungsvermögen: k.A.
Pictet zählt auf zehn Mitarbeiter, die sich explizit um Stiftungen kümmern. Das Haus verweist auf eine sehr geringe Fluktuation seiner Mitarbeiter. Die beiden in Frankfurt/Main tätigen Mitarbeiter sind bereits im achten und sechsten Jahr bei dem Haus. In der Schweiz liegt die Fluktuation auf Gruppenebene bei 4 % - inklusive Pensionierungen. Pictet setzt auf ein großes Netzwerk externer Berater, die bei Bedarf hinzugezogen werden.
Serviceangebot für Stiftungen:
  • Strategiegespräche
  • Unterstützung bei Änderungen im Stiftungs- und Steuerrecht (aktive, zeitnahe Information)
  • Rechnungslegung | Jahresabschluss | Förderverwaltung
  • Mitarbeit in Stiftungsgremien
  • Unterstützung der Geschäftsführung der Stiftung
Das Serviceangebot für Stiftungen ist solide. Zwar werden keine besonderen Dienstleistungen für Stiftungen angeboten. Eine Unterstützung im Fundraising gibt es beispielsweise nicht. Aber sie bekommen alle grundlegenden Hilfestellungen, die sie benötigen.

Der Anlagevorschlag

Sehr persönlich schreibt Pictet dem Stiftungsvorstand, dass die Bank die Überlegungen zu Beteiligungen an lokalen Unternehmen und auch die Einbindung der bestehenden Immobilie nachvollziehen könne. Aber Pictet möchte sich auf das Thema Vermögensverwaltung konzentrieren, in diesem anderen Bereich könne sie nicht kompetent unterstützen. Das ist ehrlich, zugewandt formuliert und auch klar positioniert. Der Vorschlag selbst fokussiert folglich auf die liquiden Mittel: 70 % Anleihen, 30 % Aktien, 0 % Cash. In der Einzeltitelaufstellung sehen wir dann die Ausschüttungen je Wertpapier im Detail. Auf 3 % kommt die Bank insgesamt vor Kosten. Pictet setzt überwiegend Einzeltitel ein. Im Anleihenbereich finden sich auch Fonds, u. a. bei den Schwellenländer- und Hochzinsanlagen. Auch dem Wunsch der Stiftung, den maximalen Verlust zu benennen, kommt die Bank vorbildlich nach: 12 % in 2008 - alles leicht nachvollziehbar an einer „Unterwasserkurve“ ablesbar. Als herausfordernd, langfristig aber möglich, sieht die Bank den Spannungsbogen zwischen Kapitalerhalt und Ausschüttungsziel an. Eine erhöhte Aktienquote werde benötigt, auf 40 % sollte sie aber gedeckelt werden. Die Kosten sind im Marktvergleich sehr hoch. 0,95 % + USt. Eine erfolgsabhängige Vergütung sei „unüblich“ für solche Mandate. Bestandspflegezahlungen fließen dem Stiftungsvermögen zu.

FAZIT:
Ein auf die Wertpapieranlage fokussierter Vorschlag, der gut zu lesen ist. Nicht alle, aber die zentralen Fragen der Stiftung werden beachtet und präzise beantwortet. Alles wirkt solide. Die Kosten dagegen sind eher hoch. Dennoch verdient Pictet es, das Angebot in der Endauswahl mündlich zu erläutern.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • So rechnet der Betrieb richtig

Wenn Urlaub zu Geld wird

Urlaub ist laut Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) zur Erholung da. Daher darf der Arbeitgeber dem Mitarbeiter diese Zeit eigentlich auch nicht in Geld umwandeln. Aber es gibt Ausnahmen: Wird das Arbeitsverhältnis beendet und es gibt noch ungenutzte Ansprüche, sind diese in Geld auszuzahlen. Nur: Wie berechnen sich die abgegoltenen Urlaubtage?
  • Fuchs plus
  • BMWi schüttet das Füllhorn aus

Neues Förderprogramm zur Digitalisierung

Ein neues Programm des BMWi fördert Digitalisierungsvorhaben. Die Palette reicht von Hardware, über Software bis hin zu Fortbildungen.
  • Im Fokus: Vegane Aktien

Alternative Ernährung bringt Gewinn

Immer mehr Menschen leben vegan. Copyright: Pexels
Vegane Lebensmittel erleben einen wahren Boom. Abgesehen von einigen Highflyern wie Beyond Meat profitieren aber noch einige mehr Unternehmen von dem Trend. Viele davon sind einer breiten Masse von Anlegern aber noch nicht bekannt. Wir bringen Licht ins Dunkel.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Fahrstuhl zählt zum vertragsmäßigen Gebrauch einer Wohnung

Kaputter Aufzug begründet Mietminderung

Anstatt viele Stufen im Treppenhaus zu steigen, ist das Leben mit einem Lift viel angenehmer. Was früher Luxus war, ist inzwischen durch die Bauordnungen der Länder vorgeschrieben. In Berlin beispielsweise bei Neubauten mit mehr als Stockwerken. Ausgesprochen ärgerlich ist allerdings, wenn der Aufzug defekt ist und ausfällt. Welche Pflichten hat der Vermieter in diesem Fall?
  • Fuchs plus
  • Mit Vertical Sky können Bebauungslücken geschlossen werden

Das Windrad wird neu erfunden

Die neue Windturbine Vertical Sky von Agile Wind Power. Copyright: Agile Wind Power
Strom in Deutschland ist teuer. Immer mehr Unternehmen und Kommunen setzen daher auf Eigengewinnung. Das ist oft mit hohem Aufwand insbesondere wegen des Emissionsschutzrechtes und der Abstandsgebote verbunden. Ein Startup aus der Schweiz kann nun Abhilfe schaffen.
  • Nachhaltige Geldanlage im Fokus Private Banking

Teil 3: Wie viel Greenwashing steckt im Markt?

Alles nur Greenwashing? Copyright: Verlag Fuchsbriefe, erstellt mit Canva
Nachhaltige Geldanlage fristet längst kein Nischendasein mehr. Immer mehr Private-Banking-Kunden wollen ihr Geld in guten Händen wissen. Doch was gibt es dabei zu beachten? Der dritte Teil unserer Serie bringt Licht ins Dunkel.
Zum Seitenanfang