Mercedes stoppt Elektrifizierung der Flotte
Mercedes-Benz gibt bei Aktienrückkäufen Gas. Das Unternehmen will rund drei Milliarden Euro zum Rückkauf eigener Aktien einsetzen. Nur SAP (5 Mrd. Euro) und Siemens (6 Mrd. Euro) liegen noch darüber.
Mit dem neuen Rückkaufprogramm schließt der Stuttgarter Automobilkonzern direkt an das vorige an. Dabei hat Mercedes erst gut zur Hälfte des schon laufenden Rückkaufprogramms abgeschlossen. Von den vier Milliarden Euro, die dafür reserviert waren, sind noch 1,9 Mrd. Euro übrig.
Mercedes kauft bis zu 10% des Grundkapitals zurück
Werden beide Aktienrückkäufe ausgeschöpft, hat das Unternehmen mehr als 100 Millionen eigene Aktien im Bestand. Das sind rund 10% des Grundkapitals und die Obergrenze dessen, was sich der Vorstand auf der Hauptversammlung 2020 hatte genehmigen lassen.
Mit dem Rückkauf stärkt der Autobauer seine eigene Basis und schützt sich Übernahmen und somit vor fremden Einflüssen in seine Geschäftspolitik. Auch künftig wollen die Stuttgarter neben Aktienrückkäufen auch eine ordentliche Dividende zahlen.
Schnelle Elektrifizierung der Flotte aufgegeben
Geschäftlich interessant: Die Pläne zur einer vollständigen Elektrifizierung der Fahrzeugflotte ab 2028 hat Mercedes inzwischen verworfen. Mercedes will die Produktion jetzt flexibel für Verbrenner- und Elektroantriebe aufstellen. E-Autos und Verbrenner sollen parallel produziert werden. Mercedes geht davon aus, dass der weltweite Absatz von Elektroautos und Plug-in-Hybriden an seinen Neuwagenverkäufen in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts bis zu 50% erreichen wird.
Ohnehin läuft es bei den Stuttgartern wieder besser. Trotz Engpässen in der Lieferkette und wegen einer Fokussierung auf stark nachgefragte Pkw (z.B. Mercedes-Maybach, +19%, G-Klasse +11%, Mercedes-AMG +4%) hat der Autobauer im vergangenen Jahr rund 2,49 Mio. Fahrzeuge verkauft (+1,5% ggü. Vj.).
Aktie ist unterbewertet
Die Aktie fährt parallel nach oben. Mercedes notiert aktuell nur knapp unter dem Allzeithoch um 80 Euro. Dennoch ist der Titel mit einem KGV unter 6 und mit einem Abschlag von rund 25% auf den Buchwert (KBV: 0,76) fundamental preiswert. Langfristige Anleger kommen dazu noch in den Genuss einer attraktiven Dividendenrendite von gut 7%.