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Uni-Leitungen ohne Rückgrat

Professoren-Pranger und Repression

An den Unis grassiert ein Klima der geistigen Repression. Studenten führen sich auf wie Jakobiner, Universitätsleitungen geben klein bei. Die Tempel der geistigen Freiheit verkümmern zu Höhlen des eingeschränkten Diskurses mit einem virtuellen Pranger im Zentrum. Fuchsbriefe-Chefredakteur Ralf Vielhaber über eine traurige Entwicklung, die an der US-Elite-Uni Harvard gerade wieder „Schule" macht.

Sie reden von Toleranz und Werten, doch ihre Werte sind jakobinisch. Ich rede von einem wachsenden Teil der Studentenschaft. Vornehmlich in den USA, aber inzwischen auch bei uns. Für sie ist Meinungsfreiheit die Freiheit, ihre eigene Meinung lärmend zu verkünden und mit Gewalt durchzusetzen.
Das jüngste Beispiel liefert die Elite-Uni Harvard. Dort unterrichtet Ronald S. Sullivan, Professor für Strafrecht an der Harvard Law School. Er ist im Januar 2019 dem Verteidigerteam von Harvey Weinstein beigetreten. Dieser steht wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung in New York vor Gericht. Sein Fall hob #metoo aus der Taufe, die als Frauenrechtsbewegung antrat und inzwischen zu einer Art virtueller Selbstjustiz mutiert ist.
Wie Die Welt berichtet hat, steht Sullivan in Harvard am Pranger. Ein Pranger, der dank Internet eine ganz andere Pein entfaltet als jener im Mittelalter, als Menschen angebunden oder in Käfige gesteckt dem öffentlichen Hohn preisgegeben wurden.
Jurastudenten missachten die Unschuldsvermutung und machen den Anwalt zum Mittäter. „Wollt ihr wirklich eines Tages euer Diplom von jemandem entgegennehmen, der es ... okay findet, so eine prominente Figur im Zentrum der #MeToo-Bewegung zu verteidigen?"
Die Unileitung hat es geschafft, die Perversion zu toppen. Harvards Dekan Rakesh Khurana entband Ronald S. Sullivan und seine Frau Stephanie R. Robinson von der Leitung des Winthrop House auf dem Campus. Sie seien „unhaltbar" geworden. Beide waren die ersten schwarzen Deans in Harvard.
Der Harvard-Historiker Niall Ferguson spricht vom „Sich-Verschließen des amerikanischen Campus." Ferguson: „Nicht nur die Geister einzelner Individuen machen dicht, nein, die Institutionen selbst beginnen sich abzuschotten."
In Deutschland feiert diese „Haltung" fröhliche Urständ. Unis in Berlin, Bremen, Frankfurt, Köln, Siegen können sich nicht mehr vorstellen, Redner zu Veranstaltungen einzuladen, mit deren politischen Sichtweisen sie nicht konform gehen.
Es ist mehr als traurig: Ausgerechnet Studenten – nicht „die" Studenten – legen die Axt an die Meinungsfreiheit. Sie unterbinden den Diskurs. Und die Tempel des freien Wortes und Gedankens, die Unis, lassen sich zu Handlangern machen. Da hilft nur eins: keine Toleranz der Intoleranz. Diesmal von außerhalb der Unis.

Herzlich grüßt Sie

Unterschrift Ralf Vielhaber

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