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Steinhoff International N.V.

Bei Steinhoff International überschlagen sich die Ereignisse. Auslöser war ein schwelender Bilanz-Skandal, der nun den Aktienkurs zusammenbrechen lässt. Ist Steinhoff damit ein Schnäppchen?

Voll-Chaos beim Handelsriesen Steinhoff International: Auslöser war die auf unbestimmte Zeit verschobene der Vorlage der geprüften Jahreszahlen wegen des Verdachts der Fälschung. Seither überschlagen sich die Ereignisse. Vorstandschef Markus Jooste trat bereits am späten Dienstagabend zurück.

Der schwelende Bilanz-Skandal stürzt die Aktie in den Abgrund. Über Nacht ist der Aktienkurs um über 50% zusammengebrochen. Im Handelsverlauf baute die Steinhoff-Aktie ihre Kursverluste zwischenzeitlich auf mehr als 70% aus und markierte ein Tief bei 0,85 Euro. Das ist schon einmalig für einen MDAX-Titel und hat den Gesamt-Index teilweise um über 3% belastet.

Auch die Unternehmensanleihen stehen heftig unter Druck. Steinhoff Finance Holding Bonds mit einer Laufzeit bis 2021 bzw. 2013 notieren inzwischen unter 40% des Nennwerts.
Nach dem Rücktritt von CEO Jooste führt nun der südafrikanische Milliardär und Großinvestor Christo Wiese vorübergehend den Konzern. Wiese ist zudem Aufsichtsrats-Chef und mit einem Aktienanteil von gut 23% größter Einzelaktionär der Steinhoff Holding. Nun ist es an ihm, die Gemüter zu beruhigen und die Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsbilanz schnellstmöglich aufzuklären.

Top-Position auf dem europäischen Möbelmarkt

Ist Steinhoff nun ein Schnäppchen? Ein Blick aufs Kerngeschäft: Der Möbelkonzern ist in Deutschland durch die POCO-Möbelmärkte bekannt. Durch Zukäufe und Beteiligungen wandelte sich der Mittelständler zu einem stattlichen Konzern. Als Steinhoff 2012 die weitaus größere französische Conforama-Gruppe übernahm, wurde das Unternehmen über Nacht zur Nummer Zwei auf dem europäischen Möbelmarkt hinter IKEA.

Bis die Bilanzunstimmigkeiten geklärt sind, wird es noch dauern. Der Wirtschaftsprüfer PriceWaterhouseCoopers wurde mit einer unabhängigen Untersuchung beauftragt. Für Entspannung dürfte bereits die Unternehmensmeldung sorgen, dass Steinhoff durch Verkäufe von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Unternehmensteilen kurzfristig bis zu 2 Mrd. Euro frisches Geld beschaffen will. Die Prüfung der Geschäftszahlen wird eine Revision früherer Ergebnisse nach sich ziehen. Das ist nach dem heftigen Kursabschlag aber nur noch ein Restrisiko.

Empfehlung: Steinhoff steht im Feuer und wird noch geraume Zeit Spielball von Spekulanten sein. Eine Pleite halten wir aber für unwahrscheinlich. Eher wird das Unternehmen aufgespalten und übernommen. Risikofreudige Investoren steigen mit einer kleinen Zocker-Position ein, deren Totalverlust verkraftet werden kann.

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