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Unicredit – Bereinigte Bilanz

Nach krisenbedingtem Sinkflug erholt sich die italienische Großbank und hat Aussicht auf künftige Gewinne.

ISIN: IT 000 478 141 2; Kurs: 6,17 Euro (Stand: 12.3., 12 Uhr)

Die Unicredit SpA ist eine der größten Banken der Eurozone. Das Institut expandierte vor allen Dingen in Mittel- und Osteuropa, wo die Bank heute in zahlreichen Ländern das führende Kreditinstitut ist. Auch bei Unicredit ist die Bilanzsumme 2014 im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft (844,2 Mrd. Euro). Die Bank folgt damit einem allgemeinen Trend in der Eurozone. Um den von der Bankenaufsicht geforderten höheren Anteil des Eigenkapitals an der Bilanz zu erreichen, verzichten die Banken auf Geschäft. In der Bilanz der Unicredit lassen sich hohe Abschreibungen finden. 2011 wies Unicredit erstmals einen hohen Verlust aus. Im Jahr 2013 betrugen die Nettoabschreibungen 13,5 Mrd. Euro, 2014 noch 4,3 Mrd. Euro. Auch wenn Abschreibungen generell negativ sind, lassen sich hier zwei positive Aspekte hervorheben: Zum einen bedeuten sie, dass die Bank ihre problematischen Kredite und Anleihen aus der Bilanz entfernt. Zum anderen sinken die Abschreibungen, es sind also weniger riskante Kredite in der Bilanz vorhanden. Zudem gelang es in den letzten Jahren, den operativen Gewinn durch Kostensenkungen zu steigern. Die Unicredit-Aktie verläuft seit 2012 in einer Seitwärtsbewegung mit leichter Aufwärtstendenz. Der tiefste Kurs der Aktie lag Anfang 2012 bei 2,6 Euro. Aktuell liegt der Kurs bei 6,1 Euro (KGV 12). Hier zeigt sich ein generelles Misstrauen gegen Bankaktien, das sich nach der Wirtschaftskrise 2008 aufbaute, heute aber unserer Meinung nach nicht mehr gerechtfertigt ist. Inzwischen haben Unicredit und Europas Banken generell ihre Bilanzen bereinigt. Im Zweifel stehen Staaten und Notenbanken Gewehr bei Fuß. Nach Jahren mit hohen Abschreibungen und schrumpfender Bilanzsumme hat die Unicredit ihre Risiken wesentlich reduziert. Die operativen Gewinne sind recht stabil. Sobald die Abschreibungen sinken, kann das Bankhaus starke Gewinne ausweisen, wie schon 2014. Auch für die in den letzten Jahren gebeutelte italienische Wirtschaft sind erste Erholungstendenzen zu erkennen.

Empfehlung: Kaufen bei Kursen bei etwa 5,7 Euro

Kursziel: 7 Euro, Stopp-Loss: 4,5 Euro

Stiftungsgeeignet: Ja – unter der Berücksichtigung der systemischen Risiken bei Aktien

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