Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
475
Grunderwerbsteuer

Spielraum für Optimierungen

Die in etlichen Bundesländern heraufgesetzte Grunderwerbsteuer lässt sich durch geschickte Vertragsgestaltung verringern.
Es gibt wieder einen Grund mehr, sich mit dem Kostenpunkt Grunderwerbsteuer zu befassen. Denn nun erhöht auch Hessen die Abgabe von 5% auf 6%. Das heißt: Ab dem 1.1.2015 müssen Sie dann bspw. beim Kauf einer 300.000 Euro teuren Wohnung mit 18.000 statt 15.000 Euro Grunderwerbsteuer rechnen. Bereits zum 1.1.2014 hatten Berlin (auf 6%), Schleswig-Holstein (auf 6,5%), Bremen und Niedersachsen (beide auf 5%) die Steuer erhöht. Entscheidend für den Optimierungsspielraum  sind die Bezugsgrößen. Denn die Steuer wird an der vom Käufer erbrachten Gegenleistung bemessen. Dabei sollten Sie beachten, was tatsächlich als „Gegenleistung“ gilt. So können Sie böse Überraschungen bei der Berechnung des Kapitalbedarfs vermeiden und die Steuerbelastung drücken. Als „Gegenleistungen“ gelten: der Kaufpreis laut Vertrag; übernommene Verbindlichkeiten des Verkäufers (z. B. Restschuld), bzw. Gerichtskosten im Falle eines Mietobjekts im Zwangsversteigerungsverfahren; die Gebühren des Grundbucheintrags; Sachverständigenkosten wie z. B. die Immobilienbewertung; dem Verkäufer vorbehaltene Nutzungen (Nießbrauchsrecht, Wohnungsrecht). Bei der Grunderwerbsteuer werden nicht die Notarkosten und Maklercourtage berücksichtigt. Auch das miterworbene Inventar ist von der Steuer ausgenommen. Dazu gehören etwa Einbauküchen, Möbel, Sauna, Swimmingpools, Treppenlifte, Einrichtungen für barrierefreies Wohnen oder Photovoltaikanlagen. Wichtig: Diese Punkte müssen Sie mit klar nachvollziehbaren Kosten im Kaufvertrag auflisten. Ansonsten können Sie diese nicht gegenüber dem Finanzamt geltend machen. Beim Kauf eines Grundstücks, das später vom Verkäufer bebaut werden wird, zahlen Sie die Steuer inklusive des Preises des künftigen Bauwerks. Es empfiehlt sich daher, den Kaufvertrag für das Grundstück getrennt vom Bauvertrag abzuschließen. Außerdem darf keinerlei Zusammenhang zwischen dem Verkäufer und der Baufirma bestehen, damit sie die Grunderwerbsteuer nur für das Grundstück und nicht auch noch für das Bauwerk zahlen müssen. Außerdem gibt es Spielraum bei der Vertragsgestaltung. Sowohl Käufer als auch Verkäufer sind per Gesetz verpflichtet, die Steuer zur Hälfte zu entrichten. In der Praxis wird im Kaufvertrag aber häufig festgehalten, dass der Käufer die Steuer entrichtet. Dafür kann der Käufer den Kaufpreis laut Vertrag um jeden Kostenpunkt extra drücken.

Fazit: Berücksichtigen Sie diese Hinweise, um Ihre Grunderwerbsteuerkosten zu senken. Wenn Sie speziell den Kauf einer Immobilie in Hessen planen, sollten Sie versuchen, den Abschluss des Kaufvertrags vor den Stichtag am 1.1.2015 zu legen.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • DZ Privatbank | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

DZ PRIVATBANK S.A.: Kleine Schwächen in der Kür

Die DZ Privatbank erhält in der Gesamtwertung das rating »Sehr gut«.
Die DZ Privatbank schenkt dem Kunden einen fulminanten Auftakt im Beratungsgespräch, an den sie auch zunächst nahtlos mit Gesprächsprotokoll und Anlagevorschlag anknüpft. Doch eine gute, gar herausragende Vermögensstrategie erfordert noch mehr.
  • Fuchs plus
  • Neue Bank AG | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

Neue Bank: Verliebt in Text und gute Lösungen

Die Neue Bank AG erhält in der Gesamtwertung das rating »Gut«.
Seit 1991 ist die Neue Bank inzwischen am Markt und sieht sich selbst in der Tradition einer klassischen Privatbank. Dem wird sie auch meistenteils gerecht, wenn da nicht der eine und andere (Anfänger)Fehler wäre.
  • Fuchs plus
  • St. Galler Kantonalbank | Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung TOPS 2019

St. Galler Kantonalbank: Viel Paket mit wenig Premium

St. Galler Kantonalbank erhält in der Gesamtwertung das rating »Das weite Feld«.
Der Anlagevorschlag liegt bei der St. Galler Kantonalbank schon zu Beginn des eigentlichen Beratungsgesprächs vor – und erfährt auch keine Überarbeitung mehr. Das merkt man dem Inhalt auch deutlich an.
Neueste Artikel
  • In aller Kürze

Unternehmen: Hohe Kreditnachfrage

Obwohl die Investitionsdynamik der Unternehmen leicht nachlässt, ist die Kreditnachfrage enorm hoch. Laut Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) legte das Kreditneugeschäft im dritten Quartal um 9,6% zu. Dabei dominieren sehr kurzfristige Kredite. Diese sind extrem günstig und ermöglichen eine sehr agile Finanzplanung.
  • Fuchs plus
  • Finanzgericht gespalten

Dienstwagen wirklich zu teuer?

Bei Autos von Lamborghini und Ferrari bekommen viele Männer leuchtende Augen. Finanzämter und Finanzgerichte haben da allerdings eher Bauchschmerzen. Nämlich dann, wenn es darum geht, diese Boliden auch noch als Dienstfahrzeug zu akzeptieren.
  • Fuchs plus
  • Forschung und Entwicklung – Wirtschaftsministerium will Feldtests vereinfachen

Altmaier will Sonderforschungszonen

Der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will den Test von neuen Technologien vereinfachen.
Das Bundeswirtschaftsministerium will den Test von neuen Technologien unter realen Bedingungen vereinfachen. Experimentierklauseln in Gesetzen sollen die Einrichtung von Reallaboren ermöglichen.
Zum Seitenanfang