Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
255
Unternehmen | Betriebsräte

Video-Konferenzen bald üblich

Eine Änderung des Europäischen Betriebsräte-Gesetzes (EBRG) dürfte der grundsätzliche Einstieg in digitale BR-Sitzungen sein.
Betriebsräte können schon bald per Video-Konferenz an Gremiensitzungen teilnehmen. Auch eine Abstimmung per Instant-Messaging-Dienst ist dann erlaubt. Möglich macht das eine Änderung des Europäischen Betriebsräte-Gesetzes (EBRG), die Bundestag und Bundesrat noch vor der Sommerpause verabschiedet haben. Noch gilt diese Regelung zum Einsatz moderner Kommunikationstechnik nur für die Arbeitnehmervertreter in der Seefahrt. Ab Oktober können Betriebsräte dieser Branche per Instant-Messaging-Dienst an Sitzungen teilnehmen und sich auch aktiv an der Beschlussfassung beteiligen. Zwei Bedingungen sind dafür zu erfüllen: Die Video-Konferenz ist in der Geschäftsordnung des Gremiums vorzusehen und Dritte dürfen vom Inhalt der Sitzung keine Kenntnis nehmen. Die Änderung dürfte der grundsätzliche Einstieg in digitale BR-Sitzungen sein. Die Argumentation ist leicht: Wenn Videokonferenzen für Seeleute möglich sind, warum sollen andere Unternehmen diese Kommunikationstechnik dann nicht nutzen können? Der wirtschaftliche Nutzen digitaler Konferenzen ist hoch. Betriebe können schnell viel Geld sparen. Ein Beispiel aus einem größeren Unternehmen: Fahren zwei Mitglieder des örtlichen Gremiums zur Sitzung des Gesamtbetriebsrats, dann sind schnell 1.000 Euro Reisekosten fällig. Auch der zeitliche Reiseaufwand ist hoch. Die Nutzung von Videokonferenzen kann diesen Aufwand sofort deutlich reduzieren. Der DGB ist dagegen sauer. Er wollte die Gesetzesänderung bei den Seeleuten unbedingt blockieren, um gar nicht erst ein Einfallstor für neue Kommunikationswege zu öffnen. Das Argument: Bei einer Videokonferenz sei nicht sichergestellt, dass kein Dritter außerhalb des Kamerabereichs oder der Sitzungsräume die Beratung verfolgt oder heimlich mitschneidet. Außerdem seien Videokonferenzen „nicht in der Lage, die gesamte Vielfalt menschlicher Kommunikation“ (Körpersprache, Mimik, Gestik) sinnlich wahrnehmbar abzubilden. Bei vielen Arbeitgebern wird die Gesetzesänderung dagegen auf Zustimmung treffen. Sie fordern schon länger eine effizientere (kostengünstigere) Mitbestimmung. Die Bundesregierung hält die Argumente des DGB für nicht schlüssig. Sie will deshalb die Zulässigkeit von Videokonferenzen für Betriebsratssitzungen ernsthaft prüfen. So steht es im Weißbuch „Arbeiten 4.0.“ Übrigens: In Frankreich ist der Einsatz dieser Kommunikationstechnik für Betriebsräte schon seit 2015 erlaubt.

Fazit: Die Tage des Präsenzgebotes bei BR-Sitzungen scheinen gezählt. Bald wird die virtuelle oder telefonische Teilnahme und auch Abstimmungen erlaubt sein. Statten Sie ihren Betriebsrat mit der entsprechenden Technik aus. Das macht sich schnell bezahlt.

Meist gelesene Artikel
  • Wenn der Sonne über die Wald scheint

Entschuldigung, wir schreiben politisch nicht korrekt

Ralf Vielhaber, Chefredakteur FUCHSBRIEFE
Wie schreibt man einen politisch korrekten Fuchsbrief, ohne seine LeserInnen zu verletzen. Und 58 weitere Geschlechter noch dazu. Fuchsbriefe-Chefredakteur Ralf Vielhaber hat sich mit seinem Team dazu Gedanken gemacht. Und sie kommen zu einem überraschenden Ergebnis.
  • Beschäftigungsbonus nicht mit EU-Recht vereinbar

Beschäftigungsbonus kippt

Der von der Regierung beschlossene Beschäftigungsbonus kommt nicht. Das Finanzministerium hielt ihn nicht mit EU-Recht verineinbar.
  • Neuemission

IKB Weihnachtsanleihe 2017

Die IKB emittiert erneut eine Weihnachtsanleihe. Anleger tun mit ihrem Investment noch etwas Gutes.
Neueste Artikel
  • Käufer weichen in die zweite und dritte Reihe aus

Ungebremste Preisrally am Kunstmarkt

Am Kunstmarkt geht ein Rekordjahr zu Ende. Für 2018 stehen die Zeichen weiter auf starke Preissteigerungen. Kunst-Sammler und Investoren gehen darum immer weiter ins Risiko.
  • 23.700 Unfälle im Zusammenhang mit Leitern

Neue Leiternorm ab 2018

Ab dem 1. Januar 2018 tritt überarbeitete Leiter-Norm in Kraft, die Veränderungen betreffen hauptsächlich tragbare Anlageleitern mit einer Leiterlänge von über drei Metern.
  • Nur noch Schließen von Bitcoin-Positionen möglich

Bitcoin-Unruhe bei Brokern

Der Broker GKFX verkündete, dass ab sofort nur noch das Schließen von Bitcoin-Positionen möglich ist und keine neuen Käufe mehr.
Zum Seitenanfang