Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
1757
Scharfe Auseinandersetzung mit USA um wichtigen Rohstoff

Nun beschränkt China auch die Graphit-Ausfuhr

Aufgestapelte Container, linker Stapel mit chinesischer Flagge, rechter mit US-Flagge. © narvikk / Getty Images / iStock
Ohne Graphit ist bei der Herstellung von Elektroauto-Batterien wenig zu machen. Auch dieser Rohstoff ist wesentlich in der Hand Chinas. Das nutzt Peking im Wirtschaftskrieg mit den USA aus.

Die chinesischen Exportbeschränkungen für sicherheitsrelevante Rohstoffe und Produkte nehmen weiter zu. Ende Oktober sind für die Ausfuhr von Graphit Beschränkungen hinzugekommen. Im Juli dieses Jahres hatte das Land bereits die Ausfuhr der Seltenerd-Metalle Gallium und Germanium eingeschränkt. Beide sind für die Herstellung von Mikrochips, Elektrischen Autos, viele Waffen und anderen Produkten erforderlich.

Graphit wird für die Produktion von Elektrofahrzeugen zwingend benötigt. Es handelt sich um das meistgebrauchte Material für die Anoden von Lithium-Ion-Batterien. Der jährliche Verbrauch von Graphit in der Welt bewegt sich bei rund 300 000 Tonnen. Im Blick auf Reinheit und Menge der Lagerstätten wird Graphit heute primär in China produziert. Eine Rolle spielen noch Mozambique, Kanada, Brasilien und Madagaskar.

USA besonders stark betroffen

Am stärksten sind die Vereinigten Staaten von der Ausfuhrbeschränkung betroffen. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres, in denen die Beschränkungen noch nicht galten, importierten die USA für knapp 800 Millionen US-Dollar Graphit aus China. Zweitgrößter Importeur war Südkorea (600 Millionen Dollar) vor Polen (400 Mio. USD).

Die Vereinigten Staaten haben zwar scharf gegen die chinesischen Ausfuhrbeschränkungen protestiert. Es gibt allerdings kaum Möglichkeiten für Gegenmaßnahmen. China argumentiert offiziell, dass die USA bei ihren eigenen Exportbeschränkungen – beispielsweise für bestimmte Computer-Chips - die eigenen Sicherheitsüberlegungen ständig grotesk überzögen. Auch China habe für seine Sicherheit zu sorgen und dazu gehöre, dass genügend Graphit im Lande bleibt und nicht ins westliche Ausland abfließe.

Fazit: Die Konsequenzen der Exportbeschränkung für Graphit sind noch nicht absehbar. Der Wirtschaftskrieg zwischen den USA und China gewinnt weiter an Intensität.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Baudenkmal: Erbe kann einkommensteuerliche Begünstigung nicht fortführen

BFH-Urteil: Keine Steuervergünstigung für Erben

Der Bundesfinanzhof bestätigte das Urteil eines Finanzgerichts zur einkommensteuerlichen Behandlung von Begünstigungen bei Erbschaften, wenn der Erblasser vor Ablauf des Abzugszeitraums verstirbt.
  • Fuchs plus
  • Nachhaltige Kapitalanlage für Stiftungen

Stiftungsvermögen zukunftssicher anlegen: ESG, nachhaltige Fonds und Private Markets als strategische Bausteine

Illustriert mit Microsoft Copilot
Stiftungen stehen vor einer Zeitenwende: ESG wird vom Schlagwort zur Pflicht, Private Equity vom Nischenprodukt zum strategischen Baustein. Wer heute klare Anlagerichtlinien setzt, Ausschlüsse konsequent umsetzt und Impact messbar macht, sichert nicht nur Rendite und Substanz, sondern gestaltet Zukunft. Governance, Transparenz und Due Diligence sind dabei keine Kür – sie sind das Fundament für Wirkung und Vertrauen.
  • Fuchs plus
  • Positionspapier: Nordländer fordern: Härtere Regeln für die Erbschaftsteuer

Verschärfung der Erbschaftsteuer droht

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftsteuer steht bevor. Während konkrete Reformpläne fehlen, sorgt ein Positionspapier der Nordländer für Aufsehen und Verunsicherung. FUCHSBRIEFE analysieren die Details.
Zum Seitenanfang