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China wird in Hongkong eingreifen

Peking wird Null-Covid in Hongkong durchsetzen

Hafen von Hongkong. (c) XtravaganT - Fotolia
Die Corona-Lage in Hongkong spitzt sich täglich zu und ein direktes Eingreifen Chinas wird immer wahrscheinlicher. Der Standort Hongkong könnte davon jahrelang negativ betroffen sein.

Ein direktes Eingreifen Chinas in Hongkong wird immer wahrscheinlicher. Grund: Die chinesische Zero-Corona-Theorie und die gelebte Praxis in Hongkong prallen immer härter aufeinander. Während Peking auch für seine Sonderverwaltungszone unerbittlich eine Null-Covid-Strategie fordert und noch strengere Vorschriften von Hongkong erwartet, hält der Stadtstaat an seiner moderaten Politik fest. Allerdings wird er gerade von einer massiven Omikron-Welle überrollt. Die Zahl der Ansteckungen in der Sonderverwaltungszone wächst weiter exponentiell. Viele Krankenhäuser sind derzeit völlig überfordert.

Pekings Geduld geht zu Ende

Peking wird sich das nicht mehr lange von der Seite ansehen, sondern bald eingreifen. Das hören wir von unserem Korrespondenten. Peking hat bereits diverse Male strenge Vorschriften erlassen. Allerdings herrscht die Ansicht vor, dass die Regierung von Hongkong zu wenig unternimmt, Corona in den Griff zu bekommen. 

Peking will der Finanzmetropole jetzt aktiv dabei helfen, „Strategien zur Seuchenbekämpfung zu formulieren und umzusetzen“. Daher dürften sehr strenge Sperrmaßnahmen, die auf dem Festland bereits routinemäßig durchgesetzt werden, jetzt auch für Hongkong wahrscheinlich werden. Die chinesische Regierung und staatliche Medien haben Hongkongs Regierung in den vergangenen Tagen mehrfach öffentlich dafür kritisiert, dass sie sich nicht an die Linie von Pekings Null-Covid-Politik gehalten habe. Der politische Berater der Regierung in Peking in Fragen zu Hongkong, Tian Feilong, kritisierte, dass hohe Regierungsbeamte in Hongkong zu stark von „westlichen Ansätzen“, die ein „Leben mit Covid“ betonen, beeinflusst wurden. 

Hongkongs Wirtschaft leidet

Strengere Lockdown-Maßnahmen, steigende Preise und leere Regale in den Supermärkten haben das Gefühl der Isolation in der chinesischen Sonderverwaltungszone deutlich erhöht. Hongkong ist seit fast zwei Jahren sowohl von China als auch von der Außenwelt abgeschnitten. Das schlägt inzwischen hart auf das Wirtschaftswachstum durch. Fitch Ratings senkte jetzt seine Wachstumsprognose für das Bruttoinlandsprodukt für Hongkong von auf 1,5% (zuvor 3%).

Fazit: Festlandchina wird seinen Druck und aktiven Einfluss auf Hongkong erhöhen. Es ist wahrscheinlich, dass die Sonderverwaltungszone noch stärker isoliert und "abgeschlossen" wird. Das wird Reise- und Warenverkehr betreffen und noch lange andauern. Auf diese Weise wird der "emanzipierte" Stadtstaat fester an Peking angebunden.
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