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Übernahmeversuche beflügeln Speiseeishersteller

Unilever N.V.: Solider Konsumgüter-Riese

Sommerzeit ist Eis-Season. Der größte Speiseeishersteller der Welt (Marktanteil 23%) ist die niederländisch-britische Unilever. Die Übernahmeversuche haben auch die Aktie beflügelt.
Sommer und Speise-Eis gehören zusammen wie Ying und Yang. Der größte Speiseeishersteller der Welt (Marktanteil 23%) ist die niederländisch-britische Unilever. Die bekanntesten Eis-Marken des Konzerns sind Langnese, Cornetto, Magnum oder Carte D’Ore sowie die US-Speiseeismarke Ben & Jerry´s, die auch Fairtrade-Produkte im Sortiment führt. Insgesamt vereint der Konzern ca. 400 Marken unter seinem Dach. Unilever produziert und vertreibt hauptsächlich Artikel für den täglichen Gebrauch. Dazu zählen Körperpflegeprodukte, Haushaltsreiniger, Brotaufstriche, Tütensuppen oder Getränke. Das Geschäft mit den Konsumgütern ist krisensicher. Selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten können und wollen die meisten Menschen auf Artikel des täglichen Lebens nicht verzichten. Unilever hat Übernahmephantasie geweckt. Zu Jahresbeginn gab der US-Konsumgüterkonzern Kraft Heinz ein Angebot für Unilever ab. Rund 143 Mrd.US-Dollar wollten die Amerikaner für das niederländisch-britische Unternehmen zahlen. Doch Unilever-CEO Paul Polman lehnte die Offerte ab – trotz des großen Aufschlags auf den damaligen Börsenkurs (+18%). Nach der Absage gab Unileverkurs zunächst nach. Diese sind inzwischen aber mehr als wettgemacht. Der Übernahmeversuch hat Unilever beflügelt. Mit einem aktuellen Marktwert von mehr als 200 Mrd. Dollar ist Unilever heute deutlich teurer, als vor Ankündigung der Übernahmepläne durch die Amerikaner. Unilever reagierte mit einem Stellenabbau, dem Zusammenlegen von Sparten und einem reduzierten Werbebudget. Das senkt die Kosten deutlich. Die operative Marge soll in den kommenden vier Jahren von aktuell rund 16,4% sogar noch weiter auf 20% steigen. Aktionäre dürften von einer steigenden Dividende sowie einem Aktienrückkaufprogramm im Volumen von rund 5 Mrd. Euro profitieren. Für das erste Quartal dieses Jahres hat Unilever die Quartalsdividende um 12% auf 0,3585 Euro erhöht (Jahresdividende:1,434 Euro). Auf Höchstkursniveau und mit einem für 2018 geschätzten KGV von knapp 20 ist die Unilever-Aktie teuer. Nach der geplatzten Fusion mit Kraft Heinz könnte Unilever demnächst aber sogar selbst auf Einkaufstour gehen. Die Konzentration in der Lebensmittel- und Konsumgüterbranche dürfte anhalten, Übernahme-Spekulationen noch öfter aufkommen. Die hohe Dividendenkontinuität und die attraktive Ausschüttungsrendite machenden Titel langfristig interessant.

Empfehlung: an schwachen Börsentagen kaufen

Kursziel: 58 EUR, Stop-Loss: unter 43 EUR (Schlusskurs Börse Amsterdam)

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