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Messemarkt wird umgekrempelt

Die Messe wird hybrid

Auch die Messen sind von der raschen Digitalisierung durch die Coronamaßnahmen betroffen. Zahlreiche Messen der letzten Monate und auch in den kommenden Monaten wurden und werden nicht als Präsenzmessen abgehalten, sondern als Onlineveranstaltung. Die deutschen Messegesellschaften hoffen noch auf eine Rückkehr zu den Vorkrisenzustände. Das ist aber wenig wahrscheinlich.

Eine sinkende Nachfrage nach Präsenzmessen wird den Messemarkt grundlegend verändern. Eine Umfrage des Münchner ifo-Instituts ergab kürzlich, dass 39% der deutschen Industrieunternehmen, die bisher auf Fachmessen ausgestellt haben, ihr Engagement auf Messen verringern wollen. Bei größeren Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern sind es sogar fast die Hälfte. Ursache ist, dass 48% der Unternehmen keine negativen Folgen durch fehlende Messeteilnahme erkennen können und 46% nur geringe Folgen. Als Alternative wollen die Unternehmen auch hier digitale Formate nutzen.

Deutsche Messeanbieter kaum auf Online-Nachfrage vorbereitet

Die deutschen Messeveranstalter sind auf eine verstärkte Online-Nachfrage von Ausstellern und Besuchern kaum vorbereitet. Zwar konnten einige Messen digital durchgeführt werden. Aber eher als Notlösung und in wesentlich geringerem Umfang als üblich. Anstatt der Hannover Messe wurden die Hannover Messe Digital Days im Juli veranstaltet. Aber es gab nur 12.000 Nutzer bei 100 Ausstellern gegenüber mehr als 200.000 Besuchern bzw. über 5.000 Ausstellern der Messe in den letzten Jahren. Ähnliche verkleinerte Online-Angebote gab es bei vielen Messen.

Neue Ausstellungskonzepte

Die Messen arbeiten nun an neuen Ausstellungskonzepten. Diese beziehen Online-Veranstaltungen mit ein. Die Deutsche Messe AG Hannover will ihren Ausstellern in Zukunft die Wahl bieten, zwischen einem konventionellen Stand, einer reinen Online-Ausstellung und einer Mischung aus beiden Elementen. Bei der Messe Frankfurt sieht man großes Potenzial darin, das Konferenzprogramm Online anzubieten, das die Fachmessen begleitet.

Messegesellschaften hoffen auf Rückkehr zu Vorkrisensituation

Noch hoffen die Messen, dass nach der Coronakrise Aussteller und Besucher wieder in ihre Hallen zurückkehren. Bei der Hannover Messe verweist man darauf, dass die komplexen Investitionsgüter online nur unzureichend erklärt werden können. Der Geschäftsführer der Messe Frankfurt, Wolfgang Marzin, meint, derzeit sei die „Sehnsucht nach persönlichen Begegnungen auf Messen so groß wie nie“.

Aber nach den Verlusten aus den Corona-Maßnahmen müssen die Unternehmen sparen. Die Hoffnung der Messen ist daher trügerisch. Wahrscheinlicher ist es, dass sich etliche billigere Online-Messen dauerhaft etablieren.

Städte werden Interesse an Messegesellschaften verlieren

Eine steigende Bedeutung der Internet-Messen wird zu Eigentümerwechseln bei den Messegesellschaften führen. Die deutschen Messegesellschaften befinden sich im Besitz der Städte, in denen sie ihren Sitz haben. Finden die Messen zunehmend im Internet statt, verlieren sie den Nutzen für die Städte. Letztere werden ihr Interesse an den Messen verlieren und die Gesellschaften zum Verkauf stellen.

Fazit: Die Corona-Krise und die Folgen bedrohen die deutsche Messelandschaft. Dass nach der Krise Messen florieren wie zuvor, ist unwahrscheinlich. Das wird den Messemarkt grundlegend verändern.

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