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Unternehmensmarkt

Dünne(re) Luft

Am Unternehmensmarkt wird die Luft für Verkäufer dünner. Die Komplexität der Deals steigt, die Risikoaversion der Käufer und die staatliche Einmischungen nehmen zu. Dennoch haben Verkäufer gute Chancen, den Verkaufspreis mit einfachen Mitteln positiv zu beeinflussen.

Für Verkäufer wird es am Unternehmensmarkt deutlich schwieriger. Weltweit sind zwar ein paar große Deals in der Pipeline. Insgesamt erwarten Marktkenner jedoch, dass die Anzahl der Transaktionen stagniert. Insbesondere in Deutschland wird der Markt eher dümpeln. Bei einem Konjunkturknick nach unten dürfte die Anzahl der M&A-Deals sogar zurückgehen.

Immer öfter sind Unternehmenstransaktionen grenzüberschreitend. Dadurch steigt die Komplexität stark an und die Verkaufsprozesse dauern länger. Das Abschluss-Risiko für solche Deals wächst. Verkäufer müssen somit eine oft monatelange Unsicherheitsphase „aussitzen“. Vor allem kartellrechtliche Prüfungen, zunehmend aber auch staatliche Kontrollen in allen beteiligten Ländern (Investitionskontrollen, ob das Unternehmen „strategisch wichtig“ ist), hemmen die Prozesse.

Verkäufer können den Preis durch Risikomanagement nach oben treiben

Die Käuferperspektive verschiebt sich. Synergien, die mit einem Kauf einhergehen, verlieren etwas an Relevanz. Stattdessen konzentrieren sich die Käufer zunehmend auf die Risiken, die sie durch die Übernahme eingehen. Eine Reduzierung der Unternehmensrisiken (z. B. Finanzierungsstruktur, Patente, IT) kann den Verkaufspreis deutlich stärker positiv beeinflussen als eine kleine Verbesserung durch mögliche Synergieeffekte.

Auf der Suche nach aussichtsreichen Übernahmezielen rücken auch angeschlagene Unternehmen in den Fokus. Das Volumen im Segment der "Distressed-Deals" (Unternehmen in der Restrukturierung) dürfte weiter zunehmen. Das liegt vor allem daran, dass die Anzahl der angeschlagenen Unternehmen trotz anhaltender Niedrigzinsphase global steigt. So erwartet Euler Hermes im Zuge der weltweiten Konjunkturabkühlung auf breiter Front steigende Insolvenzzahlen. Diese dürften in den USA erstmals seit Jahren wieder zulegen (+4%) und in Kanada um 5% steigen. In Westeuropa wird ein Pleiten-Plus von 3% erwartet. Weltweit soll der Zuwachs bei 6% liegen. Besonders viele solcher Distressed-Deals wird es in der Automobilbranche und bei deren Zulieferern geben. 

Unternehmenspreise nahezu ausgereizt

Das Preisniveau für Unternehmensübernahmen bleibt hoch, steigt aber nicht mehr. Es wird von den Niedrigzinsen, der hohen Liquidität und den Aktienkursen hochgehalten. Denn Geld und Finanzierungen sind weiter locker verfügbar. Darüber hinaus ziehen die EBIT-Multiplikatoren den Aktienbewertungen in der Regel hinterher. Besonders hoch sind die EBIT-Multiples weiterhin für IT (10) und Pharma (11). Am unteren Ende rangieren Bau und Einzelhandel (6 -8).

Fazit: Verkäufer haben gute Chancen, hohe Preise zu erzielen. Das Umfeld wird in den kommenden Monaten aber schwieriger. Fängt sich die Konjunktur nicht, werden die Multiplikatoren leicht sinken. Generell nimmt die Abschluss-Unsicherheit zu.

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