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Billiges Öl kein ausreichender Ausgleich für Reedereien

Nun geraten die Schifffahrts-Frachtraten in Bewegung

Kostenersparnis: Container auf dem Seeweg transportieren. Bildquelle: Pixabay
Zwischen Fernost und Europa wird aktuell deutlich weniger transportiert. Die vom Coronavirus bedingte Rezession zeigt klar ihre Wirkung. Das beginnt sich nun auch auf die Frachtraten der großen Containerreedereien auszuwirken.

Die Frachtraten in der Langstrecken-Containerfahrt kommen unter Druck. Das bedeutende britische Schifffahrts-Consultingunternehmen Drewry Shipping geht schon für das zweite Quartal dieses Jahres von einem deutlichen Preisverfall in der Containerfahrt aus. Die Frachtraten auf den Langstrecken könnten im zweiten Quartal dieses Jahres ohne Weiteres um 15% zurückgehen. Das schätzt Tim Power, CEO von Drewry auf der Basis der konkreten Verkehrs-Erwartungen der großen Containerhäfen.

Diese Abwärtsbewegung der Frachten dürfte dann wenigstens drei bis vier Monate anhalten. Wie lange sie wirklich dauert und wie tief der Verfall der Frachten tatsächlich ausfallen wird, hängt nach Einschätzung von Power aber ganz wesentlich davon ab, wie diszipliniert sich die großen Containerreedereien verhalten. Sprich: wie weit sie ihre Fahrpläne frühzeitig ausreichend ausdünnen und einzelne Schiffe eher stilllegen als sie halbleer fahren zu lassen.

Ursachen des Preisverfalls

Ursache für den Preisverfall ist nicht nur die starke Rezession durch die Coronavirus-Epidemie. Sie lähmt natürlich in weiten Teilen der Welt die wirtschaftlichen Aktivitäten in der Industrie wie im Handel. Das trifft ganz besonders die "Container-Rennstrecken" zwischen Fernost und Europa. Zum anderen ist der Container-Verkehr in den zurückliegenden Monaten deutlich ungleichmäßiger geworden. Zuerst ging das Ladungsaufkommen aus China nach Europa wie nach Nordamerika deutlich zurück, weil so viele chinesische Betriebe temporär nicht arbeiteten. Inzwischen steigen zwar die Volumina aus China wieder etwas. Dafür mangelt es in der Gegenrichtung an Frachtaufkommen.

Hinzu kommt: Gerade in Europa und Amerika überdenken mehr und mehr Unternehmen, wie sie ihre Zulieferketten aus Fernost verkürzen können. Und ob es nicht sogar sinnvoll wäre, einzelne Zulieferprodukte wieder näher an den Stammbetrieben produzieren zu lassen. Das wird nicht immer zu Veränderungen führen. Dennoch: Derzeit herrscht die Meinung vor, dass längerfristig deutlich weniger Zulieferteile aus Fernost kommen werden.

Verdüsterte Aussichten für Reeder

Für die großen Containerreedereien sind das alles Belastungen, die ihre eigenen Zukunftsaussichten verdüstern. Der einzige nachhaltige Lichtblick für sie ist der Ölpreisverfall. Er verbilligt die Treibstoffversorgung der Containerschiffe erheblich. Je weniger Container jedoch befördert werden, desto geringer ist der Einfluss billigerer Kraftstoffe auf die Ertragssituation der Schifffahrt. 

Fazit: Der einen Leid ist des andern Freud'– Wenn Sie Güter auf dem Seeweg transportieren (können), können Sie auf längere Sicht mit günstigen Transportkosten kalkulieren.
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