Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
260
Betrieb | Mindestlohn

Löchriges Kontrollnetz

Die Einhaltung eines flächendeckenden Mindestlohns wird der Staat nur stichprobenartig kontrollieren können.
Die Einhaltung eines flächendeckenden Mindestlohns wird der Staat nur stichprobenartig kontrollieren können. Zwar soll die Zahl der dafür eingesetzten Zollbeamten um 2.000 auf knapp 9.000 aufgestockt werden. Doch die Zahl der zu kontrollierenden Beschäftigten wird sich verzehnfachen – von derzeit vier auf über 40 Millionen. Bisher gibt es Mindestlöhne in zwölf von rund 100 Branchen. Aus dem Baubereich liegen Erfahrungen aus über zehn Jahren vor. In dieser Branche gibt es ein ausgefeiltes Kontrollsystem. Pro Jahr stellen die Zollbeamten 10.000 Verstöße fest. Bei ca. 800.000 Beschäftigten in diesem Gewerbe bedeutet das: Mindestens jeder 80. erhält auch heute noch nicht den gesetzlichen Mindestlohn von 11,30 Euro (West) bzw. 10,70 Euro (Ost). In der Regel bezieht sich ein „Verstoß“ sogar auf mehrere Personen, so dass die Quote noch deutlich darüber liegt. Anders als am Bau wird es in anderen Branchen keine Haftung des Generalunternehmers für seine Subunternehmen geben. Nur am Bau muss der „General“ darauf achten, dass die von ihm beauftragten Firmen den Mindestlohn tatsächlich zahlen. Das Reinigungsgewerbe beispielsweise bleibt verschont. Dennoch raten die Kammern zur vertraglichen Absicherung gegenüber Subunternehmern. Eine vertragliche Verpflichtung von Subunternehmern auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen wie den Mindestlohn sei als Vertragsklausel schon ausreichend. Die Kammern verfügen über entsprechende Musterverträge.

Fazit: Beim Mindestlohn wird es nur Schwerpunktkontrollen geben. Deren Frequenz wird so niedrig sein wie bisher beim Arbeitsschutz. Effektiver dürfte das Denunzieren von Unternehmen wirken, die sich nicht an die Lohnuntergrenze halten.

Meist gelesene Artikel
  • Zum Zwecke der Wirtschaftsspionage

Britische Geheimdienste verkaufen sensible Daten

Britische Geheimdienste verkaufen gesammelte Daten an Dritte. Copyright: Picture Alliance
Die britischen Geheimdienste verkaufen in großem Umfang anlasslos gesammelte Daten. Darunter sind auch sehr sensible Informationen. Auch deutsche Unternehmen mit Bezug zu Großbritannien müssen sich sorgen.
  • Ausländische Finanzportale locken mit hohen Zinsen für Tagesgeld

Finanzportale bieten hohe Zinsen

Neuartige Finanzportale wie Weltsparen, Zinspilot und Savedo bieten hohe Zinsen auf Festgeld, indem sie deutsche Sparer an Banken im EU-Raum vermitteln. Anleger sollten darauf achten, ihre Risiken zu minimieren...
  • Produktcheck

Jyske Stable Strategy schafft, was der Name verspricht

Der Jyske Invest Stable Strategy ist ein klassischer Mischfonds. Er legt den Fokus auf besonders risikoarme, aber dennoch lukrative Anlagestrategien. Damit gelingt dem Fondsmanagement eine beachtliche Durchschnittsrendite.
Neueste Artikel
  • Keine Lösung für die britische Provinz in Sicht

London pokert um die Zukunft Nordirlands

Was passiert mit Nordirland beim Brexit?
Die Brexit-Verhandlungen sind auch Ausschlag gebend für das Schicksal Nordirlands. Wird die britische Provinz durch eine harte Grenze isoliert, droht wirtschaftlich der Absturz und innenpolitisch heiße Auseinandersetzungen und Gewalt. London pokert hoch.
  • US-Wirtschaft

Widersprüchliche Konjunktursignale aus den USA

Quelle: Phily-Fed, New York
Die Daten, die aus der US-Wirtschaft kommen, senden widersprüchliche Signale aus. Vor allem die Arbeitslosenzahlen setzen Fragezeichen. Das wird die Grundhaltung der neuen FED-Führung beeinflussen.
  • Venezuela bedient seine Schulden nicht mehr

Caracas muss auf den Ölpreis hoffen

Venezuela ist zahlungsunfähig. Das Land kann Anleihen nicht bedienen. Hohe Schulden hat die Regierung bei Russland und China. Im nächsten Jahr dürften weitere Anleihen nicht bedient werden. Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer.
Zum Seitenanfang