Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
1848
Betrieb | Mindestlohn

Löchriges Kontrollnetz

Die Einhaltung eines flächendeckenden Mindestlohns wird der Staat nur stichprobenartig kontrollieren können.
Die Einhaltung eines flächendeckenden Mindestlohns wird der Staat nur stichprobenartig kontrollieren können. Zwar soll die Zahl der dafür eingesetzten Zollbeamten um 2.000 auf knapp 9.000 aufgestockt werden. Doch die Zahl der zu kontrollierenden Beschäftigten wird sich verzehnfachen – von derzeit vier auf über 40 Millionen. Bisher gibt es Mindestlöhne in zwölf von rund 100 Branchen. Aus dem Baubereich liegen Erfahrungen aus über zehn Jahren vor. In dieser Branche gibt es ein ausgefeiltes Kontrollsystem. Pro Jahr stellen die Zollbeamten 10.000 Verstöße fest. Bei ca. 800.000 Beschäftigten in diesem Gewerbe bedeutet das: Mindestens jeder 80. erhält auch heute noch nicht den gesetzlichen Mindestlohn von 11,30 Euro (West) bzw. 10,70 Euro (Ost). In der Regel bezieht sich ein „Verstoß“ sogar auf mehrere Personen, so dass die Quote noch deutlich darüber liegt. Anders als am Bau wird es in anderen Branchen keine Haftung des Generalunternehmers für seine Subunternehmen geben. Nur am Bau muss der „General“ darauf achten, dass die von ihm beauftragten Firmen den Mindestlohn tatsächlich zahlen. Das Reinigungsgewerbe beispielsweise bleibt verschont. Dennoch raten die Kammern zur vertraglichen Absicherung gegenüber Subunternehmern. Eine vertragliche Verpflichtung von Subunternehmern auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen wie den Mindestlohn sei als Vertragsklausel schon ausreichend. Die Kammern verfügen über entsprechende Musterverträge.

Fazit: Beim Mindestlohn wird es nur Schwerpunktkontrollen geben. Deren Frequenz wird so niedrig sein wie bisher beim Arbeitsschutz. Effektiver dürfte das Denunzieren von Unternehmen wirken, die sich nicht an die Lohnuntergrenze halten.

Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Wochenbericht zu Projekt V in KW 24: Woche im Marktsturm

Spiekermann, LGT und Berenberg vorn

Illustriert mit Canva und ChatGPT
Das fünfte FUCHS Performance-Projekt steht im Zeichen einer breiten Marktkorrektur. Fast alle Depots verlieren an Wert, doch einige Vermögensverwalter behaupten sich besser als das Benchmarkdepot. Entscheidend ist nicht mehr die Rendite, sondern die Stabilität. Wer Risiken begrenzt, hält Anschluss oder gewinnt relativ. Für Anleger zeigt sich klar, welche Strategien auch unter Druck funktionieren und welche ins Hintertreffen geraten. Der Wettbewerb wird jetzt über Disziplin entschieden.
  • Fuchs plus
  • Stoppt El-Nino den Zuckerpreisverfall?

Zuckerpreise im freien Fall

Der globale Zuckerpreis befindet sich seit Monaten im Abwärtstrend. Das hohe Angebot drückt den Preis. Jetzt könnte das Wetterphänomen El-Nino den Preisverfall stoppen. FUCHS-Devisen zeigen Anlagechancen auf.
  • Fuchs plus
  • Indische Rupie: Mittelfristige Chancen trotz aktueller Herausforderungen

Potenzial und Risiken der Rupie im Fokus

© caifas / stock.adobe.com
Trotz aktuell gemischtem Bild hat die Indische Rupie mittelfristig gute Chancen. FUCHS-Devisen erläutern die Hintergründe und zeigen Anlagechancen auf.
Zum Seitenanfang