Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
701
Neues Erbrecht

Unternehmen: Böse Steuerfalle

Erbrecht: Steuerfallen für Unternehmer | © Getty
Das neue Erbrecht stellt eine Steuerfalle auf. Immer mehr Unternehmen stolpern hinein.
Immer mehr Unternehmer stolpern nach dem Verkauf ihrer Firma in eine Steuerfalle, die das neue Erbrecht aufstellt. Sie schnappt zu, wenn Sie Ihr Privatvermögen im Anschluss in einer Kapitalgesellschaft bündeln – also z.B. einer Cash-GmbH oder ehemaligen Holding-GmbH. „Diese Struktur kann im Lichte des neuen Erbschaftsteuerrechts dramatisch sein“, sagt uns Pawel Blusz, Rechtsanwalt und Steuerberater bei Flick Gocke Schaumburg und Autor des BeraterFuchs. Blusz nennt uns zwei Beispiele:
  • Sie bündeln Ihr Vermögen in einer Cash-GmbH im Wert von 10 Mio. Euro. Im Falle Ihres Todes unterliegt die Cash-GmbH der Erbschaftsteuer in Höhe von 30%. Damit der Erbe diesen Betrag ans Finanzamt überweisen kann, muss er aus der GmbH ca. 4,5 Mio. Euro abgeltungsteuerpflichtig ausschütten. Müssen auf der Ebene der GmbH Assets steuerpflichtig veräußert werden, erhöht sich der benötigte Betrag entsprechend je nach Asset Allokation.
  • Sie halten eine Beteiligung an einem operativen, begünstigten Unternehmen im Wert von 20 Mio. Euro. Das Privatvermögen bündeln Sie in einer Cash-GmbH im Wert von 10 Mio. Euro. Der Erbe muss im Todesfall die Cash-GmbH zum vollen Wert der Erbschaftsteuer unterwerfen. Auch das führt zu einer Steuerbelastung in Höhe von 30%.
Richtig unangenehm wird es, wenn der Erbe das Erlassmodell nicht beantragt. Dann muss er nämlich auf den gesamten Erwerb in Höhe von 30 Mio. Euro Erbschaftsteuer in Höhe von 10 Mio. Euro zahlen. Sie wissen: Bezüglich des Unternehmens kann er den 100%-igen Erlass beantragen (sog. Verschonungsbedarfsprüfung). Insgesamt muss er damit 8 Mio. (3 + 5 Mio.) ans Finanzamt überweisen. In beiden Fällen hat der Erbe ein dramatisches Liquiditätsproblem! Den Liquiditätsbedarf kann er dann trotz (und wegen) des signifikanten Privatvermögens nicht decken. Es gibt aber Lösungsansätze.
  • Blusz schlägt als einfachste Möglichkeit vor, eine Risikolebensversicherung abzuschließen. Das hängt natürlich von Gesundheitszustand und Alter ab.
  • Sind hohe steuerliche Anschaffungskosten der Kapitalgesellschaft vorhanden, kann die GmbH umgewandelt werden. Folge: Die thesaurierten Gewinne können in einem gewissen Umfang steuerfrei ausgeschüttet werden.
  • Sie können auch im Testament ein sog. Supervermächtnis anordnen. Damit verlagern Sie den für die Besteuerung maßgeblichen Zeitpunkt, bis die vermögensverwaltende Kapitalgesellschaft nach dem Ableben umstrukturiert wurde.
  • Eine Möglichkeit ist natürlich, das operative Unternehmen zu Lebzeiten auf den Erben zu übertragen. Damit verhindern Sie eine zeitgleiche Vererbung des Unternehmens und des Privatvermögens.

Fazit: Falls Sie eine solche Konstruktion gewählt haben, lassen Sie diese schnellstmöglich überprüfen. 

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Zu viele Unwägbarkeiten

Die Mär vom vorzeitigen Kanzlerwechsel

Ein Thronwechsel im Kanzleramt ist derzeit nicht zu erwarten. Copyright: Pixabay
Deutschland diskutiert über einen vorzeitigen Kanzlerwechsel. Merkel wirke müde, Impulse seien von ihr nicht mehr zu erwarten. Die designierte Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer stehe kurz vor Halbzeit in den Startlöchern. Was sich plausibel liest, ist es beim Blick hinter die Kulissen noch lange nicht. FUCHSBRIEFE berichten, was in Berlin hinter den Kulissen dazu zu hören ist .
  • Fuchs plus
  • Im Fokus: Aktien aus Australien

Viel zu entdecken in Down Under

Im Fokus: Aktien aus Australien Copyright: Pixabay
Nachdem wir vor wenigen Wochen Titel aus Neuseeland vorgestellt haben, fokussieren wir uns in dieser Woche auf den großen Bruder: Australien. Durch die räumliche Distanz kommen europäische Anleger nur selten mit australischen Titeln in Kontakt. Ein Manko, das es angesichts der soliden Wirtschaft und lukrativer Unternehmen auszuräumen gilt.
  • Fuchs plus
  • Im Fokus: Wasserstoff und Brennstoffzellen

Suche nach Diesel-Alternativen treibt an

Wasserstoff-Atom Copyright: Pixabay
Saubere, ökologische und nachhaltige Antriebsmöglichkeiten sind derzeit gefragt. Dass man Wasserstoff als Energieträger nutzen kann, lernt man bereits im Chemie-Unterricht in der Schule. Auch heute schon, kann man mit einem Wasserstoff-Motor nicht unerhebliche Reichweiten erreichen. Durch die Diesel-Diskussion werden diese Motoren stärker gefragt. Findige Konzerne werden auf ebenso innovative Zulieferer aus der Branche angewiesen sein. Wir stellen einige der potenziellen Profiteure vor.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Bank für Sozialwirtschaft, Stiftungsmanagement 2019: Qualifikation

Keinerlei Enthusiasmus

Die Bank für Sozialwirtschaft hat es nicht in die Endauswahl geschafft.
So geht es nicht. Die Bank für Sozialwirtschaft kommt mit einem 08-15 Angebot daher. Die vorgegebenen Kundenwünsche werden unter den Tisch gekehrt. Wichtige Angaben zu den Kompetenzen des Hauses werden nicht gegeben. Damit macht es sich die Bank viel zu einfach und stellt sich mit diesem Angebot im Wettbewerberumfeld selbst ins Abseits.
  • Fuchs plus
  • HSBC, Stiftungsmanagement 2019: Qualifikation

Viel heiße Luft

Die HSBC hat es nicht in die Endauswahl geschafft.
HSBC hat nach eigenen Angaben alle notwendigen Qualifikationen im Stiftungsmanagement und kann auf eine lange Tradition zurückbleiben. Im spezifischen Fall kocht die HSBC allerdings nur mit Wasser. Intelligente Überraschungsmomente sucht man vergebens. Einige Kundenwünsche werden sogar kurzerhand negiert. Mit dieser Haltung kann die HSBC nicht an vorderster Front mitspielen.
  • Uni-Leitungen ohne Rückgrat

Professoren-Pranger und Repression

An den Unis grassiert ein Klima der geistigen Repression. Studenten führen sich auf wie Jakobiner, Universitätsleitungen geben klein bei. Die Tempel der geistigen Freiheit verkümmern zu Höhlen des eingeschränkten Diskurses mit einem virtuellen Pranger im Zentrum. Fuchsbriefe-Chefredakteur Ralf Vielhaber über eine traurige Entwicklung, die an der US-Elite-Uni Harvard gerade wieder „Schule" macht.
Zum Seitenanfang