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Importe aus China weiter gestiegen

China dominiert viele deutsche Produktmärkte

Deutschland und China, wirtschaftliche Kooperation © Rawf8 / Getty Images / iStock
Die Importe aus China haben 2022 nochmals stark zugenommen. Inzwischen dominiert China viele Produktmärkte in Deutschland. Es besteht eine hohe Importabhängigkeit, besonders bei Elektronikprodukten. Eine Entflechtung wäre für beide sehr teuer.

Die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von China nimmt weiter zu. Chinesische Importe nach Deutschland haben im vorigen Jahr nochmals stark zugenommen. Deutschen Exporten nach China im Volumen von 107 Mrd. standen Importe von 191 Mrd. Euro gegenüber. Das Handelsbilanzdefizit liegt bei inzwischen 84 Mrd. Euro. 

Die chinesischen Exporte sind extrem schnell gewachsen. 2019 lag das Handelsbilanzdefizit bei 14,1 Mrd. Euro, 2021 bei 39,4 Mrd. Euro. 2022 waren 12,8% aller deutschen Importe aus China. Seit einigen Jahren hat das Reich der Mitte kontinuierlich den größten Marktanteil an den deutschen Importen inne.

Chinas Industrie wird immer konkurrenzfähiger

Chinesische Unternehmen werden in immer mehr Bereichen konkurrenzfähig. So hat etwa VW die Maschinen für seine Batterie-Fabrik für E-Autos in Salzgitter in China gekauft. Bei vielen Produkten erreicht China sehr hohe Marktanteile. Besonders bei Elektronik (z.B. Laptops, Smartphones, PCs, LEDs, Grafikkarten usw.) erreicht China Anteile von über 50% aller in Deutschland verkauften Produkte. Aber auch Wirkstoffen für Schmerzmittel – insgesamt 221 Produktarten – dominieren chinesische Anbieter den deutschen Markt.

Trotz der hohen Exportanteile nach Deutschland nutzen chinesische Unternehmen kaum Vorleistungen aus Deutschland. In chinesischen Produkten, die nach Deutschland geliefert werden, sind kaum Bauteile verbaut, die in Deutschland produziert wurden (0,6%). Mit den indirekten Importen (die über andere Länder nach Deutschland kommen) sind es auch nur 1,5%. 

Entkopplung wäre teuer für beide Länder

Ein weiteres Problem kann die hohe Abhängigkeit von vielen chinesischen Rohstoffen sein. Dabei geht es nicht nur um seltene Erden, sondern auch um Silizium, Flourit, Magnesium, Vanadium, Wolfram oder Wismut. Bei diesen Materialien hat China einen sehr hohen Weltmarktanteil und kann von Unternehmen hierzulande kaum ersetzt werden.

Eine Entkopplung der Wirtschaft wäre darum ein Problem für China, aber auch für deutsche Unternehmen. Gäbe es keinen Handel mit China mehr, würde das deutsche BIP dauerhaft um 1% zurückgehen. Kurzfristig sind deutlich tiefe Einbrüche wahrscheinlich, weil erst neue Handelsbeziehungen aufgebaut werden müssten. Umgekehrt sind in China etwa 20 Mio. Arbeitsplätze vom Handel mit Deutschland abhängig.

Fazit: Deutsche Unternehmen sollten ihre Importe, vor allem von Elektronikprodukten, stärker diversifizieren. Einige südostasiatische Länder (Vietnam, Thailand, die Philippinen) bauen derzeit eine Elektronikindustrie auf und bieten sich als alternative Standorte an.
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