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Zweifelhafte Forderungen an Politik und Gesellschaft erheben nicht nur Linke

Da hab ich ein Recht drauf …

In Berlin wollen meist junge Leute private Wohnungsgesellschaften enteignen, um an günstigen Wohnraum zu kommen. Die allermeisten Politiker lehnen dies als Unfug ab (was es auch ist). Doch die Attitüde „Da hab' ich ein Recht drauf" finde ich auch in Teilen der Wirtschaft. Auch hier ist längst nicht alles zu Ende gedacht, findet Fuchsbriefe Chefredakteur Ralf Vielhaber.

In diesen Tagen wetteifern schräge Ideen um die Aufmerksamkeit des Publikums. Eine kommt von weit links. In Berlin will eine lautstarke Minderheit Wohnungsbestände enteignen, um so die Mieten in der City günstig zu halten. Dass das idiotisch ist, haben so ziemlich alle Politiker erkannt. Nur Die Linke hält es für eine gute Idee. Und Teile der Grünen. Am liebsten natürlich entschädigungslos oder für'n Appel und ein Ei. Dass so der Bau neuer Wohnungen eher verhindert wird, denn wer wird außer dem Staat in Berlin dann noch Wohnungen errichten?, haben fast alle kapiert. Also: Fürchtet euch nicht ...
Dennoch halten zahlreiche Kommentatoren die hohen Stadtmieten für ein „Problem". Ich nicht. Es passiert selten, aber hier teile ich den Standpunkt von Berlins Ex-Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit: Es gibt kein Recht auf (günstiges) Wohnen in der Innenstadt. Und wer über soziale Entmischung klagt: Die Innenstädte sind jetzt schon jung, die Randbezirke alt. Das wird bei günstigen Innenstadtmieten noch krasser.

Gibt es ein Anrecht auf Fachkräfte?
Doch auch in der Wirtschaft gibt es Diskussionen nach dem Motto: Da hab' ich ein Anrecht drauf. Ein Recht auf ausgebildete Fachkräfte beispielsweise. Dass es hier eng werden wird, sagt die Wissenschaft seit Jahrzehnten. In den kommenden 10 Jahren wird die Verrentung der Babyboomer voll durchschlagen. Die ausscheidenden Arbeitskräfte aus dem Ausland holen zu wollen, ist aussichtslos und falsch. Schon jetzt ist klar: Aus der EU können sie nicht (mehr) kommen. Da herrscht überall das gleiche Problem. Also aus Drittländern, wie Reiner Klingholz, Chef des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung vorschlägt?
Auch das ist idiotisch. Jahr für Jahr geben wir Milliarden für Entwicklungshilfe aus, damit Schwellenländer auf eigenen Beinen stehen können und wir Massenmigration verhindern. Und jetzt ziehen wir dort die besten Leute ab? Wer soll dann Afrika aus der Armut holen?
Manchmal muss man schwierige Lagen eine Weile aushalten. Damit umgehen lernen. Ich glaube: Wir schaffen das. Die technische Entwicklung wird uns dabei helfen. Auch wenn's zeitweise ungemütlich wird, meint Ihr

Unterschrift Ralf Vielhaber

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