Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
744
Keine Lust auf Schokolade?

Der Kakaopreis rührt sich wieder

Schlägt Corona auch süßen Früchtchen auf den Magen? Jedenfalls wird der Grundstoff Kakao weniger nachgefragt. Das hat auf den Preis durchgeschlagen. Doch nun kommt erneut Bewegung in den Preis für die braunen Bohnen.

In den Kakaopreis kommt wieder Bewegung. Seit Wochenbeginn ist der Preis für den Schokoladengrundstoff an der Warenterminbörse in New York von rund 2.500 Dollar je Tonne um gut 4% auf knapp 2.600 Dollar je Tonne gestiegen. Hohe Lagerbestände und eine sich abschwächende Nachfrage lasten seit Wochen auf dem Kakaopreis. Anfang Dezember hatten wir Ihnen an dieser Stelle eine Short-Spekulation auf Kakao vorgestellt. Damals notierte die Schokobohne noch bei rund 2.800 Dollar je Tonne.

Der momentane Preisdreh wird von zwei Seiten begünstigt. Zum einen hat die größte Gewerkschaft im weltweit wichtigsten Kakao-Anbauland Elfenbeinküste zu einem Streik und einem Boykott der Anlieferung in die Häfen aufgerufen. Gewerkschaftsangaben zufolge, sahen sich zuvor viele Kakaobauern gezwungen, die Ware unterhalb des ab Farm staatlich garantierten Preises anzubieten, wenn sie die Bohnen überhaupt loswerden wollten. Doch den meisten Kakaobauern fehlt es an den Möglichkeiten, größere Mengen Kakao zwischenzulagern. Zudem sind sie auch auf die Liquidität angewiesen und müssen daher ihre Ernten auf den Markt bringen.

Corona schlägt auf den Appetit durch

Zu den Gründen für die schwächelnde Nachfrage kursieren am Markt unterschiedliche Ansichten. So verweist die Regulierungsbehörde CCC darauf, dass die Corona-Krise den Schokoladenkonsum und damit den Bedarf an Kakaobohnen reduziert habe. Doch vor allem Kakapó-Exporteure geben dem seit 2020/21 zu zahlenden Aufschlag von 400 US-Dollar je Tonne auf den Börsenpreis eine Mitschuld. Dieser zwingt Abnehmer, sich andernorts nach günstigeren Bohnen umzusehen.

Doch nun schüren die jüngsten Daten aus Nordamerika Hoffnungen auf ein Anziehen der Nachfrage. Dort ist im vierten Quartal überraschend sieben Prozent mehr Kakao vermahlen worden als vor Jahresfrist. In den beiden Vorquartalen war die Vermahlung um 10% bzw. 4% geschrumpft.

Fazit: Noch ist der kurzfristige Abwärtstrend bei Kakao intakt, der jüngste Preisanstieg hinterlässt aber zumindest Fragezeichen.

Empfehlung: Wer noch Short positioniert ist, sichert seine Leerverkaufsposition mit einem Stopp bei rund 2.670 Dollar je Tonne ab. Ab diesem Kursniveau fällt der Startschuss für eine größere Erholungsbewegung. Mit einem Long Mini Future auf Kakao (Beispiel ISIN: DE 000 VP5 ZWA 5) können Anleger von steigenden Kakaopreisen profitieren.

Hier FUCHS-DEVISEN abonnieren

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Und täglich grüßt das italienische Murmeltier

Mario Draghi: Letzte Hoffnung für den Euro?

Krise in Rom. Copyright: Pexels
Mitgefangen, mitgehangen – das gilt in der EU. Daher ist jede Krise in einem größeren EU-Land – noch dazu in einem extrem hoch verschuldeten wie Italien – immer auch eine Krise des Euroraums und des Euro. Bekommt Italien nun seine letzte Chance?
  • Fuchs plus
  • Kaffee wird teurer

Angebot dünnt aus und Container fehlen

Jetzt wird der Kaffee-Preis heiß. Einerseits mangelt es an Containern zum Transport der braunen Bohne. Andererseits gehen auf der Angebotsseite gut 30 Millionen Sack Kaffee verloren. Der Trinkgenuss dürfte somit bald wieder teurer werden.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Ungarn unter Druck

EU-Kommission zielt auf finanzielle Sanktionen

Ärger in Budapest. Copyright: Pixabay
Ungarn und Polen konnten sich bis jetzt auf die gegenseitige Rückendeckung bei anstehenden Vertragsverletzungsverfahren verlassen: Sanktionen scheitern im Europäischen Rat am Prinzip der Einstimmigkeit. Das wird mit dem neuen Verfahren anders: Jetzt entscheiden die EuGH-Richter ohne die Regierungschefs.
  • Fuchs plus
  • Goldrausch erfasst Städte und Länder

Miami zahlt Gehälter in Bitcoin

Miami zahlt Gehälter in Bitcoin. Copyright: Pexels
Bitcoin und Co. sorgen für Schlagzeilen. Rasanter Kursanstieg, heftiger Verfall, Einsteig von Paypal und Tesla – und jetzt ziehen auch noch öffentliche Hände weltweit nach …
  • Fuchs plus
  • Zwei Jahre Haft gegen Zuma beantragt

Südafrika entgleist

Die Zondo-Kommission hat beim Verfassungsgericht eine Haftstrafe von zwei Jahren gegen Ex-Präsident Jacob Zuma beantragt wegen Missachtung des Gerichts („contempt of court“). Zuma weigert sich trotz der Abweisung seiner Einsprüche durch alle Instanzen, einer Vorladung Folge zu leisten. Unterdessen verschärft sich die Wirtschaftskrise Südafrikas zusehends und heizt damit die Krise zusätzlich an.
Zum Seitenanfang