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Neue Bewertung Anfang Dezember

Frankreich droht Abstufung durch S&P

Frankreich droht eine Abstufung seines Ratings, diesmal durch die wichtigste Ratingagentur S&P. Das Problem ist einerseits die hohe Verschuldung und andererseits die Schulden-Dynamik. Auch die Wachstumsprognosen sprechen dafür, dass eine Abstufung kommt.

Erst eine Abstufung durch Fitch - und nun droht Frankreich eine weitere Abstufung durch S&P. Bereits im April hatte Fitch das Rating Frankreichs auf AA- gesenkt. Am 27.10. hatte Fitch sein Rating aber unverändert gelassen, wie am 20.10. auch Moody´s mit der Bewertung Aa2. Frankreich liegt damit ein Stück unter dem hervorragenden Triple A-Rating, mit dem Deutschland von den drei großen Ratingagenturen bewertet wird. 

Sprunghafter Schuldenanstieg und lange Jahre ungebrochene Schuldendynamik

S&P könnte das Land nun aber ebenfalls abstufen. Das Problem ist die hohe Staatsverschuldung und auch die Schuldendynamik Frankreichs. Die Schulden des Landes sind in der Corona-Krise sprunghaft unter 100% des BIP auf derzeit 110% gestiegen. 

Seit 2000 kletterten die Schulden stetig. Eine Konsolidierung ist den vergangenen 23 Jahren nicht gelungen. Am 18. Oktober brachte die Regierung den Haushaltsentwurf 2024 ohne Abstimmung durch das Parlament. Durch das Auslaufen von 2022 und 23 gewährten Hilfen sollen 16 Mrd. Euro eingespart werden. Mittelfristig sollen die Schulden ohne harte Sparmaßnahmen bis 2027 bei 110% stagnieren.   

Geringes Wachstum

Das wird S&P vermutlich aber nicht genügen, um das Rating stabil zu halten. Das Wirtschaftswachstum wird schwach bleiben und kann eine Haushaltskonsolidierung nur wenig unterstützen. Es wird in diesem Jahr laut IWF wohl 0,95% betragen, 2024 dann 1,35% und 2025 mit 1,81% seinen vorläufigen Höhepunkt erreichen. Bis 2028 soll sich das Wachstum auf 1,44% abflachen. Das ist zwar besser als die Vorhersagen für Deutschland, aber immer noch unter den Erwartungen für den Euro-Raum. 

Ein Herauswachsen aus den Schulden ist damit kaum möglich. Die starken Proteste gegen die Rentenreform im Frühjahr zeigen zudem, dass die Bevölkerung Frankreichs wenig bereit ist, Sparmaßnahmen mitzutragen.

Zunächst kaum Folgen durch Abstufung

Allerdings wird die vermutliche Abstufung des S&P-Ratings am 1. Dezember zunächst keine großen Auswirkungen auf die Zinsen haben. Wie im Fall Italiens derzeit schon wird die EZB vermehrt französische Staatsanleihen kaufen, um die Zinsunterschiede (Spreads) zu Deutschland nicht groß werden zu lassen.

Fazit: Die wichtigste Ratingagentur wird Anfang Dezember das Rating Frankreichs vermutlich senken. Die EZB wird die Folgen am Anleihemarkt abfangen.
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