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Gute Perspektiven trotz politischer Querelen

Malaysias Währung im Aufwind

Malaysias Währung im Aufwind. Copyright: Pixabay
In Malaysia scheinen Nachwehen der Ära des mittlerweile wegen Korruption verurteilten Ex-Premiers Najib Razaks überwunden. Stattdessen profitiert das Land von seiner günstigen Struktur, die auch die ausländischen Investoren anlockt. Damit wird der Aufwärtstrend noch verstärkt.

Der Malaysische Ringgit (MYR) reagiert positiv auf die guten Zahlen, die die Wirtschaft des Landes vorlegt und legt zu. Seit Juli hat sich ein Aufwärtstrend zum Euro eingestellt. Lag die Malaysische Währung zeitweise über 5 MYR zum Euro, steht sie inzwischen bei 4,93. Schon einmal – zwischen Mai und Anfang Juli – hatte der Ringgit eine Aufwärtsphase zum Euro, die dann abrupt abbrach. Doch diesmal ist der Aufwärtstrend nachhaltig und fundamental gut begründet.

Erholung von Corona

Malaysias Wirtschaft erholt sich zusehends von der Corona-Krise. Und dies trotz einiger politischer Aufregungen um Regierungswechsel und Koalitionswechsel infolge der Nachwehen des mittlerweile wegen Korruption verurteilten Ex-Regierungschefs Najib Razak. Im 2. Quartal erzielte Malaysia ein Wachstum von 16,1% (1. Quartal 2021: -0,5 %) erzielt.

Die steil anziehende effektive Nachfrage sorgt für eine hohe Schlagzahl der Wirtschaft. Natürlich beruht diese starke Wachstumszahl auch auf einem deutlichen Basiseffekt. Auch Malaysias Wirtschaft verzeichnete im letzten Jahr im Gefolge der Kontakt- und Verkehrsbeschränkungen vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie tiefe Einbrüche.

Günstige Wirtschaftsstruktur hilft

Die Wirtschaftstätigkeit belebte sich zu Beginn des zweiten Quartals. Sie verlangsamte sich danach jedoch noch einmal durch eine neue Coronawelle. Indes zieht die Nachfrage im In- und Ausland gleichermaßen stark an. Das wird für neuen Schub sorgen.

Dabei profitiert Malaysia von seiner relativ günstigen Wirtschaftsstruktur. Sowohl die Rohstoffseite mit Schwerpunkten bei Erzen, Mineralen und Metallen, als auch die verarbeitende Industrie mit den wichtigen Standbeinen Elektronik und Auto liefern wichtige Impulse. Sie bringen über die Einkommen und die Investitionen die Binnennachfrage nach vorne. Zugleich warten sie mit Exporterfolgen auf. Und anders als im benachbarten Thailand  hat die Tourismusbranche kein so hohes Gewicht, dass sie für besondere Belastungen sorgt.

Anziehende Investitionen verstärken den positiven Trend

Diese günstige Konstellation treibt die Investitionen der Unternehmen in Maschinen und Anlagen an. Zumal es einen enormen Nachfrageüberhang bei Halbleitern gibt. Die Investitionen beliefen sich 2020 auf fast 3,7 Milliarden Dollar. Davon kamen etwas über 2 Mrd. Dollar aus dem Ausland. Im ersten Quartal 2021 wurden diese mit 11,2 Milliarden Dollar um das Dreifache übertroffen. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung dürfte es bis mindestens zum 1. oder 2. Quartal 2022 dauern, bis die aufgestaute globale Nachfrage nach Halbleitern befriedigt sein wird.

Fazit: Aufgrund des vergleichsweise günstigen Risikoprofils der Wirtschaft halten wir Malaysia und den Ringgit für ein interessantes Investment. Zunächst sollte der Ringgit Kurse um 4,85 ansteuern. Bis Jahresende hat er die Chance, Kurse um 4,55 zum Euro erreichen.

Empfehlung: Die Anleihe mit der Laufzeit September 2026 (MYBMX0600028) und einer Rendite bei 4,71 % halten wir vor diesem Hintergrund für aussichtsreich.

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