Bei Warburg ist noch mehr drin
M.M. Warburg & CO KGaA hat im Beratungsgespräch eine gute Figur gemacht. Als Fazit hielt die Prüfinstanz fest:
"Bei M.M. Warburg haben wir im Beratungsgespräch viel Licht wahrgenommen. Schon das Telefonat erleben wir als informativ. Dieser Eindruck wird in dem Vor-Ort-Gespräch noch einmal in einer guten Atmosphäre bestärkt. Der uns vorgelegte Vorschlag ist klar und strukturiert, doch müssen wir viele Seiten lesen, bis wir zu den für uns entscheidenden Zahlen vordringen. Doch so viel ist klar: Mit dieser überzeugenden Leistung in der mündlichen Beratung, haben wir "Lust auf mehr" bekommen und möchten gerne wissen, was vom Anlagevorschlag und der Portfolioqualität zu halten ist."
Qualifiziert für Auswertung von Vermögensstrategie und Portfolioqualität
Damit hatte sich M.M. Warburg & CO KGaA für die fachliche Auswertung von Vermögensstrategie und Portfolio qualifiziert.
Auf 57 Seiten präsentiert die Bank ihren Anlagevorschlag. Auf ein Protokoll warten wir vergebens, die Daten werden gleich in den Vorschlag integriert. Die wesentlichen Eckdaten stimmen. Prima.
Wir blättern uns dann durch viel Papier, bis wir an die Stellen kommen, bei denen es konkret um uns geht. Auf Seite 29 beginnt es: 30 bis 40 Wertpapiere sollen aufgebaut werden. Aktien und Renten sind der Schwerpunkt und der Zielertrag soll langfristig vor Kosten bei 6 bis 7 % liegen.
Die Renditeerwartungen für die einzelnen Aktienklassen werden genannt. Bei Europa und USA lesen wir 8 %, für Staatsanleihen Europa 0,6 %.
Jenseits der Schmerzgrenze
Auffallend ist: Der maximale Verlust des Vorschlags liegt bei 43 % - weit über unserer Schmerzgrenze.
Strategisch will die Bank unser Geld so anlegen: 5,00 % Aktien Europa, 30 % Aktien USA / Kanada, 7,5 % Aktien Schwellenländer, 7,5 % Aktien Asien Ozeanien, 10,0 % Aktien Schweiz, 10 % Aktien UK, 5 % Total Return, 2,5 % Staatsanleihen Europa Investmentgrade, 2,5 % Unternehmensanleihen IG, 10 % Fremdwährungsanleihen IG, 5,00 % High Yield Staats Anleihen, 5,00 % High-Yield-Anleihen Corp.
In der Investitionsliste sehen wir dann viele Einzeltitel wie CISCO, Berkshire Hathaway oder Walt Disney. Die Emerging-Market Aktien werden mit Fonds investiert. Für 5 % sind noch Warburg Fonds mit Bereich Eurozone enthalten. Catbonds machen 2,5 % aus. Zusätzlich ist noch ein Absolute Return Fonds mit 2,5 % integriert.
Wir können gut erkennen, dass der Euro-Anteil auf 17 % geschrumpft ist. Die USA sind mit 43 % am stärksten gewichtet, gefolgt von 15 % Schweizer Franken.
Kickbacks einbehalten
Für alles möchte die Bank 0,8 % plus Umsatzsteuer. Kickbacks werden nicht (!) an den Mandanten ausgeschüttet. Sie spielen laut Bank nur eine untergeordnete Rolle.
Gut gefällt, dass die Bank unsere Fragen zur Präsentation noch einmal schriftlich beantwortet. Wir sehen hohe Verluste in der Vergangenheit, wenn´s an den Börsen mal turbulent wurde. Fast 50 % Verlust waren bei einem Verzicht auf Fremdwährungsrisiken zu verzeichnen. Mit Fremdwährungsrisiken lag der maximale Verlust etwas niedriger. Der Diversifikationseffekt der Fremdwährungen wird so deutlich.
Fazit: Die Bank kümmert sich intensiv um unser Anliegen und es gelingt ihr mit dem Portfolio ein überwiegend guter Wurf. Leider ist die Treffsicherheit nicht so perfekt, wenn es um die Präsentation des Vorschlags geht. Auch das hohe Verlustpotenzial gibt zu denken. Dafür sind die Stresstests und Erläuterungen zu den Risiken anschaulich gelungen.
WISSENSWERTES
M.M. Warburg & CO KGaA, Maximilianstraße 2 80539 München Deutschland, www.mmwarburg.com
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Gesamtfazit: Warburg zeigt viele gute Ansätze und Währungskompetenz. Vor allem die mangelnde Transparenz führt am Ende dazu, dass es nur zum Gesamturteil „befriedigend" reicht. Mit insgesamt 62,8 Punkten in allen vier Wertungskategorien erreichte die M.M. Warburg & CO KGaA ein Befriedigend und Platz 26 in der Gesamtwertung.