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1994
Hinter den anfänglichen Erwartungen zurückgeblieben

Hauck & Aufhäuser: Unglücklicher Endspurt

Hauck & Aufhäuser: Unglücklicher Endspurt. Copyright: Verlag Fuchsbriefe
Hauck & Aufhäuser zeigen der Stiftung klar und verständlich, warum mit der bestehenden Anlagerichtlinie „nichts zu holen“ ist. Nach einem starken anfänglichen Vorschlag, schaffen es die Frankfurter jedoch leider an anderer Stelle nicht mehr, daran anzuknüpfen.
Hauck & Aufhäuser aus Frankfurt (Main) starten ihre Anlageidee mit einer leserfreundlichen Zusammenfassung der Stiftungsanforderungen und der Herangehensweise der Bank, sowie der nächsten Schritte. Für den Stiftungskunden ist das ein erfreuliches Entrée, weiß er doch nun, dass das Haus ihn verstanden hat.

Hauck & Aufhäuser machen der Stiftung zwei unterschiedliche Offerten: eine nach den bestehenden Anlagerichtlinien, eine nach modifizierten. Während es bei der ersten 65% Anleihen, 33% Aktien – vorwiegend aus der Eurozone – und 2% Liquidität geben soll, sieht die zweite doch entschieden anders aus: nur 35% Renten, dafür 40% Aktien Eurozone, 5% Aktien Welt sowie 10% Gold und 10% Mikrofinanz.

Modifizierung der Anlagerichtlinie wird unbedingt empfohlen

Mit der aktuellen Richtlinie, so teilen die Autoren des Werks unverblümt mit, sehen sie keine Möglichkeit eines realen Kapitalerhalts bei gleichzeitigen Ausschüttungen. Damit ist auch klar, zu welchem Angebot Hauck & Aufhäuser der Stiftung raten. Werden wie beschrieben die Anteile an Aktien und weiteren Anlageklassen erhöht, erwarten sie eine langfristige Rendite von rund 3,8% p.a. und 2,0% laufende Vermögenserträge vor Kosten und Steuern.

In den veranschlagten 0,85% Managementgebühr sind alle Gebühren enthalten. Eine erfolgsabhängige Zusatzvergütung ist nicht vorgesehen. Auch das Thema Nachhaltigkeit wird in ausreichender Tiefe aufgegriffen. Ein rundum erfreulicher Anlagevorschlag.

Investmentkompetenz

Auch in puncto Investmentkompetenz können Hauck und Aufhäuser überzeugen. Der Anlagevorschlag investiert zu 45% in Einzelaktien, deren Nachhaltigkeitsranking nach eigener Einschätzung größtenteils hochwertig oder positiv ist, der Test ist zumindest „vertretbar“. Das ist auch die Einschätzung für die 10% Goldquote. Weitere 35% werden in Unternehmens- und Finanzanleihen mit hoher Qualität und schließlich 10% in Mikrofinanzfonds investiert. Sowohl in der Rückschau, als auch in der Vorschau ist H&A damit im oberen Mittelfeld positioniert.

Beauty Contest

Weniger überzeugend schlagen sich Hauck & Aufhäuser beim Beauty Contest. Ein Trio wird für die mündliche Prüfung ins Rennen geschickt. Die Technik spielt nicht mit, die Sprecherverteilung ist unausgewogen – Teamwork sieht anders aus. Auf die Services jenseits der Vermögensanlage wird nicht eingegangen. Dennoch läuft der Vortrag zeitlich aus dem Ruder.

Eine Verbindung zwischen Stiftungskompetenz und Portfolio wird nicht ersichtlich. Die hohe Aktienquote von 60% ergibt sich aus der vorgeschlagenen Änderung der Anlagerichtlinie – im Anlagevorschlag war allerdings noch ein anderer Wert ausgewiesen. Vielleicht hätte man sich doch mehr an den „Quotensprung“ herantasten sollen, als den Versuch zu machen, die Stiftung, die bisher maximal 40% erlaubt, „mitreißen“ zu wollen. Eine Kostenquote von 0,85 + 19% USt. wirkt schon recht happig.

Transparenz

Für ihre Transparenzangaben können Hauck & Aufhäuser noch knapp ein „Gut“ erreichen. Das Haus verweigert sich zwar keiner Frage, ein wenig mehr Tiefe bei den Antworten hätte allerdings nicht geschadet – viele Antworten bleiben im Ungefähren. So erfährt der Kunde, dass Hauck & Aufhäuser ca. 200 Stiftungen betreuen, bei einem Gesamtvolumen von 600 Mio. Euro. Die Mitarbeiter aus dem Bereich Stiftung werden regelmäßig fortgebildet – wie diese Prozesse aussehen, hätte gern stärker beleuchtet werden dürfen. Erfreulich ist, dass Hauck & Aufhäuser mitteilt, dass eine hauseigene Stiftung sich wohltätig für die Förderung junger Künstler einsetzt – sowas liest man gern.

Services

Abgeschlagen sind Hauck & Aufhäuser bei den Services für Stiftungen über die Vermögensanlage hinaus. Regelmäßige Reportings und Hilfe bei der Anlagerichtlinie können den Stiftungskunden nicht „vom Hocker hauen“. Darüber hinaus stellen die Frankfurter keine Services vor.

Services im Rahmen der Stiftungseinrichtung
Unterstützung
• bei der Auswahl des Stiftungszweckes
• bei der Konzeption einer Stiftungslösung
• bei der Ausarbeitung einer Stiftungssatzung
• während des Anerkennungsverfahrens bei Behörden
Hauck und Aufhäuser greifen hier auf die Zusammenarbeit mit externen Kooperationspartnern zurück. Für die Ausarbeitung von Stiftungssatzungen und Stiftungsgeschäften sowie bei möglichen Stiftungsgründungen von Todes wegen vermittelt das Haus Kontakte zu seinen deutschlandweiten Stiftungsrechts-Expertenpool (Rechtsanwälte mit Schwerpunkt Stiftungen und Erbschaften, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, etc.).
Services im Rahmen der Stiftungsbetreuung
Unterstützung
• der Koordinierung von Bankverbindungen
• bei Strategiegesprächen
Diese Services bietet Hauck und Aufhäuser mit eigenen Mitarbeitern an. Strategiegespräche: Mindestens zweimal jährlich führt man in Zusammenarbeit mit dem Portfolio-Manager Strategiegespräche durch, in denen neben der speziell für Stiftungen abgestimmten Anlagestrategie auch Themen wie Ausschüttungsanforderungen, Bilanzierung und Reportinganforderungen ggü. Dritten (z.B. Stiftungsaufsicht) erörtert werden.
Services im Rahmen der Stiftungsverwaltung
• keine Unterstützung
Mitarbeit in Stiftungsgremien
• Im Einzelfall wie bei der Neustrukturierung einer Stiftung oder der Übernahme von Gremienverantwortung, dabei wird auf die Einhaltung von Compliance- Vorschriften geachtet
Unterstützung der Geschäftsführung der Stiftung
• Im Einzelfall wie bei der Neustrukturierung einer Stiftung oder der Übernahme von Gremienverantwortung
Angebot von Treuhandstiftungen
• Im Falle des Wunsches einer Treuhandlösung bestehen Kontakte zu verschiedenen Einrichtungen, die mit dem Stifter individuell besprochen werden.
Weitere Services für Stiftungen
• Zusammenarbeit mit der Hauck & Aufhäuser (Schweiz) AG im Bereich der Vermögensverwaltung, insbesondere bei Ethik- und Nachhaltigkeitsanalysen.
• Weitere angebotene Services: Vermittlung von Kontakten zu bestehenden Stiftungen, bzw. Arbeitskreisen des Bundesverbands Deutscher Stiftungen.
• Einladung zu von Hauck & Aufhäuser initiierten Veranstaltungen für Stiftungen, die regelmäßig stattfinden.
Seit wann verfügt Ihr Haus über Stiftungskompetenz?
Seit 1999
Wie viele fremde Stiftungen betreuen Sie?
Vielzahl unterschiedlicher Stiftungen mit einem Volumen von 710 Millionen Euro
Haben Sie eine eigene Stiftung?
Seit Januar 2008 gibt es die Hauck & Aufhäuser Kulturstiftung. Sie würdigt außerordentliche Begabungen im Bereich Kunst, Musik, Literatur, Wissenschaft und Bildung.
Mit welchen Stiftungsaufsichtsbehörden hatten Sie bereits zu tun und kennen deren ggf. spezifische Anforderungen?
Durch die bundesweiten Aktivitäten der Bank kommt man mit verschiedenen Organen der regionalen Stiftungsaufsicht in Berührung
In welchen Niederlassungen haben Sie Ansprechpartner mit Stiftungskompetenz?
Hauptansprechpartner ist Frau Krämer. In den Niederlassungen in Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg und Köln finden die Kunden darüber hinaus Relationship-Ansprechpartner.

Fazit: Anlagevorschlag und Investmentkompetenz können sich bei Hauck & Aufhäuser wahrlich sehen lassen. Im Beauty Contest und beim Serviceangebot machen die Frankfurter jedoch keine überzeugende Figur.

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