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Preis-Kapriolen

Kakao-Notierungen springen auf und ab

Verkäufer und Käufer von Kakao liefern sich gerade ein heftiges Gefecht. Die beiden wichtigsten Exportnationen erhöhen massiv den Preis. Einer der größten Kakao-Käufer der Welt hält dagegen und kauft an der Börse direkt. Der Preis schlägt Kapriolen.

Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen zieht der Kakaopreis noch einmal kräftig an. Handelte der Schokoladen-Rohstoff vor rund einem Monat mit etwa 2.250 US-Dollar je Tonne so tief wie zuletzt Ende Juli, kletterten die Kakao-Notierungen vor wenigen Tagen mit mehr als 2.800 US-Dollar je Tonne auf den höchsten Stand seit Ende Februar. 

Kakao hat sich binnen eines Monats um knapp ein Viertel verteuert. Dem dynamischen Anstieg folge in den vergangenen Tagen ein herber Rücksetzer. Mit 2.655 US-Dollar je Tonne handelt Kakao inzwischen nun rund 5% unter den Vorwochenhochs. 

Preis springt wild auf und ab

Diese hohe Volatilität ist ungewöhnlich, hat jedoch einen handfesten Grund. Denn die beiden bedeutendsten Kakao-Anbauländer, Ghana und die Elfenbeinküste, haben kürzlich die Verkaufspreise für Kakao merklich erhöht. Beide Länder stehen für etwa 70% der Weltproduktion des Rohstoffs. Durch die Preiserhöhung soll das Einkommen der lokalen Bauern aufgebessert werden. 

Einer der großen Abnehmer von Rohkakao, der US-Schokoladenhersteller Hershey, akzeptierte die Preiserhöhung der Lieferanten aber nicht. Er kaufte den Rohstoff direkt über die Börse ein. Allerdings waren die nachgefragten Mengen so groß, dass der Kakaopreis insgesamt nach oben schoss. Dieses ungewöhnliche Vorgehen kommt eher selten vor. 

Beruhigung voraus

Ungeachtet des kurzfristigen Nachfrageschubs ist auf mittlere Sicht jedoch nicht davon auszugehen, dass die Kakao-Preise perspektivisch stark ansteigen. Denn die Ernte an der Elfenbeinküste und in Ghana fällt in dieser Saison sehr üppig aus. Die weltweite Kakaonachfrage ist zudem wegen der Corona-Pandemie rückläufig. Daher dürfte der Angebotsüberschuss auf dem weltweiten Kakaomarkt weiter steigen und über kurz oder lang die Preise wieder drücken.

Fazit: Angesichts der guten Versorgungslage auf dem Kakaomarkt erscheint die jüngste Preisrally überzogen.

Empfehlung: Mit einem Short-Zertifikat auf Kakao (Beispiel ISIN: DE 000 DG6 EU7 5) können Anleger an fallenden Notierungen partizipieren.

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