Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
9002
Starke Auswirkung auf Mobilität

Finger weg vom Mietwohnungsmarkt

Fuchsbriefe-Chefredakteur Ralf Vielhaber © Verlag Fuchsbriefe
Die Politik in Deutschland glaubt, die Mieten in den Städten dämpfen zu müssen. Damit beruhigt man lautstarke Lobbygruppen. Doch gleichzeitig bringt man das Spiel der freien Kräfte am Markt durcheinander – mit ebenso fatalen Folgen für den ländlichen Raum. Ein Kommentar von Fuchsbriefe-Chefredakteur Ralf Vielhaber

Lasst endlich mal die Finger vom Mietwohnungsmarkt! Hinz und Kunz rufen nach staatlichen, subventionierten Neubauwohnungen in den Großstädten. Jetzt stößt auch noch das Institut der deutschen Wirtschaft in dieses Horn. Das Institut fordert „Bauen gegen steigende Mieten" und jammert: „Manche können sich das Stadtleben nicht mehr leisten." In der Tat: Andere können sich keinen Sportwagen leisten. Autofahren können sie trotzdem.

In Deutschland fehlt es nicht an Wohnraum. In 69 der 401 kreisfreien Städte und Landkreise wurden in den vergangenen zwei Jahren über 50% mehr Wohnungen gebaut, als tatsächlich benötigt werden, weiß das IW zu berichten. Doch solange man sich das Leben in der Stadt leisten kann, will man nicht aufs weniger attraktive Land. Das gilt insbesondere für junge Menschen.

Gleichwertige Lebensverhältnisse muss man auch zulassen

Stöhnt die Politik nicht gleichzeitig über Landflucht? Über hohe Kosten bei der Versorgung der verbleibenden Restbevölkerung? Über Ärztemangel? Über Schwierigkeiten von Unternehmen, geeignetes Personal in strukturschwächeren gebieten zu finden? Will die Politik nicht „gleichwertige Lebensverhältnisse"?

Mit Eingriffen in den Mietmarkt greift die Politik auch kräftig in den Arbeitsmarkt ein. Und zwar zu Lasten derjenigen Unternehmen, die es ohnehin am schwersten haben, ihre Stellen mit qualifizierten Facharbeitern zu besetzen. Günstige Mieten auf dem Land könnten einer der wesentlichen Wettbewerbsvorteile dieser meist mittelständischen Firmen sein. Sie sorgen dafür, dass Fachkräfte mehr netto vom Brutto behalten.

Mobilität muss sich lohnen – die Miete ist ein wichtiger Faktor

Eine aktuelle Studie aus England belegt die Effekte von Mieten auf die Mobilität. So ist in den zurückliegenden 20 Jahren die Zahl der Briten, die umgezogen sind, um einen neuen Job anzunehmen, um 40% gefallen. Zu dieser Aussage kommt die britische Resolution Foundation, eine unabhängige britische Denkfabrik, deren Ziel es ist, den Lebensstandard von Familien mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu verbessern. Der Grund: Es lohnt sich nicht.

 

 

 

Gleichwertige Lebensverhältnisse sind am ehesten durch unterschiedliche Preise/Kosten zu erreichen. Der Markt kann eine Menge regeln. Man muss ihn nur lassen. Das heißt für Politiker: Hin und wieder etwas aushalten.

 

Herzlich grüßt Ihr

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Capitell Vermögens-Management AG | TOPS 2020: Vermögensstrategie, Portfolioqualität und Gesamtbewertung

Wichtige Standards verfehlt

Bei Capitell hat uns das Beratungsgespräch vom deutlichen Mehrwert gegenüber dem Robo Advisor überzeugt. Im Anlagevorschlag sehen wir ebenfalls manches, was das Haus definitiv besser macht als der Algorithmus, insbesondere das Thema Nachhaltigkeit. Dafür stolpern wir über manch anderen Punkt und sehen entscheidende Marktstandards nicht erfüllt, was auch dazu führt, dass wichtige Fragen bei uns offen bleiben.
  • Fuchs plus
  • Zahlungsanspruch wird zu Kredit

Pflichtteilsverzicht mit Auflagen kann steuerlich ins Auge gehen

Der Verzicht auf den Pflichtteil beim Erbe gegen Geldzahlung ist nicht so selten. Und steuerlich kein Problem. Was aber, wenn die Geldzahlung erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt und obendrein verzinst wird? Damit hatten sich jetzt Deutschlands oberste Finanzrichter zu beschäftigen.
  • Fuchs plus
  • Kapitaleinkünfte

Beim Veranlagungswahlrecht aufpassen

Sie haben die Wahl, Kapitaleinkünfte in der ESt-Erklärung anzugeben, die bereits der Kapitalertragsteuer unterlegen haben. Hier sollten Sie aber nicht zu lange zögern. Das Wahlrecht gilt zwar zeitlich unbefristet. Doch es gibt ein Aber …
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Oldtimer weniger gefragt

Preise im Rückwärtsgang

Die Preise für klassische Automobile bleiben im Rückwärtsgang. Nur für wenige Modelle weniger Marken wird mehr Geld bezahlt. Für Verkäufer wird der Markt darum schwieriger. Für Käufer ist es bei vielen Modellen aber noch immer zu früh zum Einsteigen.
  • Fuchs plus
  • Mega-Renditen mit Münzen

Renaissance der Sammler-Münzen

Seit Jahrtausenden sammeln Menschen Münzen. Einige Sammlermünzen sind inzwischen so selten, dass sie Millionen-Werte haben. In Deutschland erlebt der Sammlermarkt für Münzen gerade eine Renaissance. Welche Erfolgsgeheimnisse gibt es für den Aufbau einer renditeträchtigen Sammlung?
  • Fuchs plus
  • Ästhetik und Politik in der Kunst

Die Zeitgenossen im Jahr 2020

Die zeitgenössische Kunst knüpft 2020 an ihre Entwicklung im Jahr 2019 an. Einerseits rücken immer öfter politische Themen in den Vordergrund. Davon abgelöst entwickelt sich der kommerzielle Kunstmarkt mit etwas anderen Strömungen.
Zum Seitenanfang