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Der Preis des gesellschaftlichen Fortschritts

Lamento der jungen Familien

Ralf Vielhaber, Chefredakteur Verlag FUCHSBRIEFE
Die Kita zu, die Arbeit ruft. Oh Mann, oh Frau, was tun? Es ist das familiäre Dilemma der modernen Gesellschaft. Sie ist ziemlich geschlechtergerecht, aber nicht durchweg gerecht. Betroffen sind auch jene, die wenig von den modernen Errungenschaften haben. Weil sie schon "aus der Zeit gefallen" sind, aber dennoch ran müssen, damit der Laden läuft. Doch es lamentieren immer dieselben …

Mutterschutz, Erziehungszeit, Pflegezeit, Auszeit bei Krankheit der Kinder, Sabbatical – und ganz gleich, wie das Zipperlein heißt, der Arzt schreibt grundsätzlich eine Woche krank. „Ich bin dann mal weg“, heißt es dann ganz selbstverständlich.

Das Dumme ist nur: Die Arbeit ist es nicht. Sie geht dahin, wo sie gemacht wird. Gar nicht so selten, sind das die alten (oder mittelalten) weißen Männer. Die mit einem Gehalt zwei Kinder ernährt haben, die künftig mit einer Rente auskommen müssen, deren Frauen als Heimchen am Herd belächelt werden, die aber glücklicherweise immer einspringen können, wenn es in der quotengerechten Doppelkarriereehe mal wieder hakt und Selbstmitleid angesagt ist, weil doch so viel organisiert werden muss und Freizeit auf der Strecke bleibt.

Forderungen ohne Lösungen

Fast täglich werden in Sachen Geschlechtergerechtigkeit und Familienförderung neue Forderungen erhoben. Leider sagt niemand dazu, wie das in die betriebliche Praxis übersetzt werden kann. Fast täglich lese ich das Lamento meist einer modernen Frau über den Rückfall in die längst überwunden geglaubten alten Zeiten. Keine Kinderbetreuung in der Kita, keine Lehrer in den Schulen. Kein Mann, der Lust hat auf den Haushalt. Corona nervt. Der Arbeitgeber soll’s richten.

Alles eine Frage der Organisation? Ja, aber wie sieht die aus. Die rund zwei Millionen Kleinunternehmen sind zwar weitgehend ausgenommen. Nur, welche (weibliche) Fachkraft will da künftig noch arbeiten?

Immer dieselben müssen ran

Bei denen, die umsetzen müssen, was der Gesetzgeber aufgegeben hat, ist dann Not am Mann. Die einzige Fachkraft verschwindet für ein paar Monate. Adäquater Ersatz findet sich für einen solchen Zeitraum gewöhnlich nicht. Oder die Einarbeitung dauert so lange, bis die alte Kraft wieder da ist. Leider ist auch der Kunde immer weniger bereit zu warten. Egal, worauf.

Die „Lösung“: Schieben wir es auf den Schreibtisch des alten weißen Mannes. Oder der alten weißen Frau. Einmal, zweimal, dreimal. Ein paar Überstunden mehr, ein bisschen Enkelzeit weniger. Das sorgt natürlich für Begeisterung in den Betrieben, für ein wirklich gutes Arbeitsklima. Die Alternative: Selbst zum Arzt gehen. Und weiter geht’s … Nur wie? Noch ist KI nicht für alles die Lösung.

Es wird noch lustiger

Doch das ist nur ein Vorgeschmack. Noch interessanter wird es, wenn sich die alten weißen Männer demnächst in die Rente verabschieden. Die Arbeiter gehen, aber die Arbeit bleibt.

Fazit: Die moderne Gesellschaft muss noch mehr lösen, als vermeintliche Gerechtigkeit durch Quoten zu organisieren. Manches kommt mir vor wie die Quadratur des Kreises. So manche(r), der/die fordert, wird dann selbst umsetzen müssen. Viel Erfolg dabei, wünscht uns allen Ihr Ralf Vielhaber
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