Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
892
Eine unwürdige Debatte zum Autoverkehr in Innenstädten

Unfallopfer

Ein tödlicher Unfall und dazu noch einer bei dem vier Menschen, darunter ein Kind, ums Leben kommen, ruft heftige Emotionen hervor. Doch es ist pietätlos, diese sogleich für politische Zwecke auszunutzen. Wenn dann noch hanebüchene Argumente aufgeführt werden, um auf diese Weise gegen hochmotorisierte Autos zu polemisieren, kann man sich nur noch angewidert abwenden, findet FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Ralf Vielhaber. Und muss sich nicht wundern, dass es mit der hiesigen Debattenkultur nicht zum Besten steht.

Da ereignet sich ein furchtbarer Unfall in Berlin, der vier Menschenleben kostet. Nicht weit von unserem Verlag, das geht einem besonders nahe. Das Todesfahrzeug war ein Porsche-SUV. So weit, so schlimm.

Doch was danach kam, war widerlich. Diverse Anti-Auto-Lobbyisten nahmen das traurige Geschehen sofort zum Anlass, um eine Debatte über ein Verbot von SUVs in deutschen Innenstädten loszutreten. Und natürlich nahmen einige, vorrangig grüne Politiker den Ball auf, um ihn für ihre durchsichtigen Zwecke übers politische Spielfeld zu treiben. Da wurde der von SUVs beanspruchte Parkraum in einen absonderlichen Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen gestellt.

Das Ausschlachten schlimmer Ereignisse ist pietätslos

Es kann einem inzwischen himmelangst werden bei diesem Niveau öffentlicher Debatten. Natürlich kann man über alles mögliche diskutieren. Auch über SUV-Verbote. Verbieten ist ja ohnehin gerade „in" in der Politik. Aber was haben Breite und Spritverbrauch solcher Autos mit dem schrecklichen Unfall zu tun?

Noch wissen wir fast nichts zur Unfallursache. Nicht, ob der Fahrer eine Herzattacke hatte, ob ihm ein furchtbarer Fahrfehler unterlaufen ist, ob er dem Auto nicht gewachsen war oder ihm Fahrpraxis fehlte. Vielleicht ist er tatsächlich zu schnell gefahren.

Schuld hat nicht das Auto, sondern der Fahrer

Was auch immer: Die Schuld liegt beim Fahrer, nicht beim Fahrzeugtyp. Und wenn das so ist, wäre der Unfall vermutlich auch mit einem VW-Kombi, einem BMW-Mini oder einem Tesla Model S passiert. Das beschleunigt sogar von 0 auf 100 km/h in gerade mal 2,6 Sekunden und erlaubt im Zweifel einen noch aggressiveren Fahrstil.

Ist es nicht mehr möglich, in solchen Momenten einfach mal zu trauern? Den betroffenen Familien beizustehen. Ein bisschen Einfühlungsvermögen zu zeigen?

Danach kann die Debatte über SUVs in- und außerhalb von Städten weitergehen. Aber bitte mit stimmigen Argumenten und nicht pietätlosen Scheinzusammenhängen, wünscht sich Ihr

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Integrität von Menschen leicht angreifbar

Gefährliche Gesichtserkennungs-App

Gesichtserkennungssoftware wird nicht nur von Behörden und Geheimdiensten gerne benutzt. Sie hat auch privat einen hohen Spaßfaktor. Insbesondere, wenn sich den erkannten Personen anderen Gesichter überstülpen lassen. Doch dann hört der Spaß auch schnell auf. Eine Software aus China landete selbst in Peking beinahe auf dem Verbotsindex.
  • Asiatische Staaten schließen sich zum weltweit größten Binnenmarkt zusammen

Ein neuer Maßstab für den Freihandel entsteht

Europa steigt ab zu einer Regionalmacht. Copyright: Pixabay
RCEP – hinter dieser nichtssagenden Abkürzung steckt ein gewaltiges Vorhaben. In Asien entsteht unter diesem Kürzel der größte Binnenmarkt der Welt. Am Montag wollen die 16 beteiligten Staaten die Verhandlungen beenden. Das ist gut für den Welthandel. Aber auch für Europa und den Euro?
  • Fuchs plus
  • Geldpolitik | Finanzmärkte

Zinsen beginnen zu steigen

Die Zinsen für Untenehmenskredite und Hypotheken haben ihren Tiefpunkt offenbar erreicht. Über alle Laufzeiten klettern die Kreditkonditionen nach oben. Das könnte der Anfang einer längeren Bewegung sein.

 

Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Uneinbringliche Forderung gegen eigene GmbH – BFH -Urteil

Steuern sparen mit Forderungsverzicht

Der Bundesfinanzhof kommt Unternehmern entgegen, die ihrer finanziell schwer angeschlagenen GmbH ein Darlehen gewährt haben. Dabei wendet sich das oberste Steuergericht gegen die Auffassung der Finanzverwaltung. Unternehmer müssen aber einige Punkte beachten, um in den Genuss der Abschreibung zu kommen.
  • Fuchs plus
  • Gute-Laune-Nachrichten vom 18. November 2019

Sonnenstrahlen im sonst trüben Umfeld

In den großen Wirtschaftsnationen bessert sich die Lage allmählich. Mehr Menschen arbeiten und kaufen Autos – und die Notenbank in China unterstützt mit einem Zinsschritt.
  • Fuchs plus
  • Von Fachkraft bis Schlüsselverlust

Die Top 3 Blockchain-Risiken für KMU

Eine Blockchain ist für KMU wegweisend. Blöd, wenn man den Zugangsschlüssel verliert. Copyright: Pixabay
Eine eigene Blockchain einzurichten, macht für jedes kleine oder mittlere Unternehmen Sinn. Schon um diese Technologie und was man mit ihr machen kann, zu verstehen. Doch auch hier gibt es Risiken, die man unbedingt kennen und ausräumen sollte.
Zum Seitenanfang