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China ist jetzt das Land mit dem zweitgrößten Pensionsgelder-Volumen

China will zur Versicherungs-Großmacht aufsteigen

In China leben auch die meisten Rentner. Das stellt den Staat vor Herausforderungen. Copyright: Pixabay
Mit mehr als 1,3 Mrd. Menschen ist China inzwischen in jeder Hinsicht eine Großmacht. Aber das wirft auch Probleme auf. Eines davon ist die Alterssicherung dieser Menschen. China geht die „Lösung" zentral an. Und schafft damit ein neues Wettbewerbsfeld für Europäer und Amerikaner.

China steigt jetzt auch zur Großmacht auf den Kapitalmärkten auf. Denn die Regierung konzentriert die verschiedenen Pensionsfonds des Landes. Diese sind bis vor kurzem hauptsächlich von den Provinzverwaltungen gemanagt worden. Jetzt gehen sie unter dem Druck der Zentralregierung immer mehr in die Hände spezialisierter Versicherungsgesellschaften über.

Das Gesamtvolumen ist jetzt schon hoch. Die von den chinesischen Fonds verwalteten Pensionsgelder erreichten 2018 rund 13 Billionen Renmimbi. Das sind umgerechnet 1,846 Billionen US-Dollar. Das sind Größenordnungen, die außer den USA kein anderes Land im OECD-raum erreicht. Bis 2030 soll dieses Volumen auf 113 Billionen Renmimbi steigen. Zum heutigen Wechselkurs wären das etwa 16 Billionen USD. Zum Vergleich: Das Vermögen in Pensionsfonds im OECD-Raum betrug 2018 insgesamt 27,6 Billionen USD. Die USA hatten mit 15,6 Billionen den größten Anteil. In Deutschland sind es gerade mal 261 Mrd. Dollar (ca. 235 Mrd. EUR).

Hauptziel: Alterssicherung

Pekings Hauptmotiv für die Konzentration ist die Alterssicherung der schnell alternden Bevölkerung. Schon im Jahr 2050 wird der Anteil der Alten dort europäische Ausmaße erreichen. Laut Prognosen wird sich der Anteil der über 65-Jährigen in China in den nächsten 25 Jahren von 12% auf 25% mehr als verdoppeln.

Das aktive Management der Pensionsgelder durch große Versicherer sieht die Zentralregierung als die beste Lösung an. Wie auch in den USA und Europa zeigt sich jetzt schon ein Loch in der chinesischen Pensionsgeld-Kasse. Die Rentenzahlungen an Rentner überholten 2014 die Beiträge der Arbeitnehmer. Nach Angaben der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften könnte der nationalen Pensionskasse bis 2035 das Geld ausgehen.

Zweites Ziel: Marktmacht gewinnen

Peking will damit aber auch die eigene Versicherungsbranche international zum Big Player machen. Die Regierung rechnet damit, schon in wenigen Jahren einzelne chinesische Versicherer dank dieser Konzentration international in der Spitzengruppe der Pensionsfonds der Welt zu verankern. Im November dieses Jahres hat einer der großen chinesischen Versicherer, China Life, durch Übernahmen von Pensionsfonds das Volumen der verwalteten Gelder auf mehr als eine Billion Renmimbi (ca. 142 Mrd. USD) verdoppelt. Das Pensionsgeschäft von China Life firmiert seit 2007 als China Life Pension. Dieses Unternehmen hat bisher allerdings noch nicht die behördliche Genehmigung, die Pensionsgelder wenigstens teilweise im Ausland anzulegen.

Langsam Vertrauen im Westen aufbauen

Noch ist es nicht so weit, dass sich chinesische Unternehmen das Vertrauen der Europäer gesichert haben. Aber sie dringen auch im Dienstleistungssektor vor. Etwa durch Übernahmen im Privatbankensektor. Bekannteste in Deutschland ist Hauck & Aufhäuser. Der Übernahme der BHF-Bank durch Fosun kam die französische Privatbank ODDO zuvor. Aber auch im deutschsprachigen Ausland läuft diese Welle (Liechtenstein: Übernahme der dortigen Raiffeisenbank, die inzwischen Mason heißt).

Fazit: Die Entwicklung wird ähnlich laufen wie bei chinesischen Waren. Vertrauen wird langsam aufgebaut. Durch das schiere Volumen auf dem Heimatmarkt, können die Chinesen auch wettbewerbsfähige Konditionen anbieten. Sie dürften damit – nicht in wenigen Jahren, aber längerfristig – für Europas Versicherer (und auch für die US-Versicherer) zu einem ernsthaften Wettbewerber werden.

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