Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1593
Saxobank

Kleinkunden unerwünscht

Wie schlägt sich die Saxobank im FUCHS-Broker Test 2021? Copyright: Verlag Fuchsbriefe
Die Saxobank ist eigentlich eine Adresse mit einem hervorragenden Klang in Trader-Ohren. Allerdings hat das Haus eine neue Strategie oder einfach nur stark nachgelassen. An kleineren Neukunden hat Saxo offenbar kein Interesse mehr. Das Haus baut hohe Hürden auf und unterlässt viel bisher Gutes.

Erstkontakt

Die Saxobank mit Sitz in Kopenhagen (Dänemark) ist eine Investmentbank, die im Jahr 1992 unter dem Namen Midas Fondsmaeglerselskab gegründet wurde. Seit 2001 besitzt das Unternehmen eine Banklizenz und firmiert unter dem Namen Saxo. Das Unternehmen bietet seinen Kunden über verschiedene Plattformen den Handel mit Finanzprodukten wie Aktien, Devisen, CFDs, Futures, Anleihen oder Investmentfonds und ETFs an. Neben dem Hauptsitz in Kopenhagen unterhält der Broker weitere Niederlassungen in 13 Ländern in Europa und Asien. Unternehmensangaben zufolge wickeln Kunden der Saxobank täglich Wertpapier- und Devisenorders im Gegenwert von etwa 12 Milliarden US-Dollar ab. Damit zählt Saxo zu den größten und ältesten Anbietern im Online-Handel von Differenzkontrakten und Währungen.

Plattform

Bei der Saxobank handeln wir über die selbst entwickelten Handelsplattform SaxoTrader. Diese wird in einer browserbasierten Webvariante (SaxoTrader Go) und einer fest installierbaren Desktop-Version (SaxoTrader Pro) angeboten. Das Handelskonto ist zudem über eine mobile Trading-App zugänglich. Die Handelsoberfläche können wir nach unseren Wünschen gestalten und einrichten. Ob manuelles Trading oder automatisiertes Orderalgorithmen wie Iceberg-Orders oder VWAP – Börsenprofis kommen hier ebenso auf ihre Kosten, wie Anfänger im Online-Trading. Für den Handel stehen weit mehr als 40.000 Instrumente zur Verfügung. Wer mag, kann Konten bzw. Unterkonten in verschiedenen Währungen führen. Das hat Vorteile, wenn US-Trades direkt in Dollar abgewickelt werden sollen.

Mit Blick auf die Handelskosten stellen wir schnell fest, dass sich die Dänen vor allem auf professionelle Kunden mit großen Ordervolumina fokussieren. Saxo bietet, je nach Kontogröße und Handelsvolumen, drei verschiedene Konto- und Gebührenmodelle an. Diese unterscheiden sich zum Teil erheblich. Während wir deutsche Aktien im „Classic“-Konto beispielsweise für 0,10% Kommission (min. 15 Ero) handeln können, sinkt dieser Satz im VIP-Konto auf 0,07% (min. 7 Euro). Positiv ist weiterhin: Unsere Orders werden direkt in das Handelsbuch der entsprechenden Börse geroutet (DMA-Handel). 

Service und Beratung

Der Neukunden-“Service“ hat uns in diesem Jahr leider enttäuscht. Während unseres gesamten Testzeitraums ruft uns niemand an. Auch eine persönliche Email bleibt uns der Broker schuldig. Neben der Bestätigung über die Einrichtung unser Demokontos erreichen uns lediglich automatisierte Mails, in denen uns Saxo auf die Vorzüge einer Geschäftsbeziehung hinweist und uns eine Kontoeröffnung nahelegt. Das waren wir in den Vorjahren ein wenig anders gewohnt. Wenn wir selbst aktiv zum Hörer greifen und den Broker kontaktieren, bekommen wir jedoch freundliche und kompetente Auskunft und können unsere Fragen loswerden. 

Auch das (Aus)Bildungsangebot hat Saxo deutlich abgespeckt. Webinare finden sich nur vereinzelt auf der Webseite und sind zudem nur in englischer Sprache verfügbar. Ein jährliches Highlight sind jedoch Saxos „Outrageous Predictions“ bei der der Broker zum Ende eines jeden Jahres 10 Prognosen für das kommende Börsenjahr abgibt, die auf den ersten Blick absurd erscheinen mögen, dennoch fundamental und fachlich solide begründet und damit denkbar sind. Das hilft zwar nicht beim täglichen Trading, sind aber interessante Denk-Ansätze, die zum philosophieren einladen.

Fazit: Bei der Saxobank trifft ein gigantisches Handelsuniversum auf eine extrem professionelle und ausgefeilte Trading-Plattform. Leider sind die Gebühren für kleinere Gelegenheits-Trader im Vergleich zum Markt zu hoch. Das Haus fokussiert offenbar klar auf Profis und hält sich Anfänger oder "Kleinkunden" ganz bewusst fern. Dazu passend wird der Neukundenservice stiefmütterlich behandelt.
Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Südwestbank AG in der Ausschreibung

Die Südwestbank bleibt bei ihrem Angebot für die Stiftung Fliege im Ansatz stecken

©Thumb: Verlag Fuchsbriefe
Die Südwestbank AG sieht es als gute Tradition an, das bürgerliche Engagement ihrer Kunden zu begleiten, ihnen beratend oder auch tatkräftig zur Seite zu stehen. Insgesamt betreut sie über 100 Stiftungen, die ihr Leistungsspektrum unterschiedlich stark nutzen. So wickeln einzelne Stiftungen nur ihren Zahlungsverkehr über die Bank ab, bei anderen übernimmt sie die Vermögensverwaltung. Insgesamt betreut die Bank 114 Millionen Euro Stiftungsvermögen.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Capitell Vermögens-Management AG in der Ausschreibung

Capitell geht nicht den letzten Meter

Thumb zu Stiftungsvermögen 2024. © Verlag Fuchsbriefe mit envato elements
Capitell ist ohne Zweifel ein erfahrener Stiftungsmanager, der von sich behauptet, die Besonderheiten von Stiftungen zu verstehen. Man begleite sie nicht nur seit der Gründung des Vermögensverwalters im Jahr 2000, sondern habe etliche Mitarbeiter, die sich ehrenamtlich in Stiftungen engagieren. Dieser Blick von zwei Seiten kann ein Plus für die Stiftung Fliege sein, die einen neuen Vermögensverwalter für ihr Stiftungsvermögen sucht. Hält dieser Bonus der Realität stand?
  • Stiftungsvermögen, Private Banking Depot, Vermögensverwaltende Fonds – Ralf Vielhaber und Philipp Heinrich analysieren in ihrem Vlog

Die Ergebnisse der besten Vermögensverwalter im Jahr 2023

Gemischtes Bild bei den Erfolgen der Vermögensverwalter in der Auswertung der Performance-Projekte der FUCHS|RICHTER Prüfinstanz . ©Verlag Fuchsbriefe
Soll ich meine Geldanlage an einen Vermögensverwalter geben oder das doch lieber selbst, relativ einfach per ETF machen? Diese Frage stellen sich immer mehr Vermögende, Anleger und Sparer. Eines der wichtigsten Kriterien ist aber für viele die Performance einer Vermögensanlage – sprich die Rendite und – was oft vergessen wird – auch das Risiko einer Anlage. Und genau das schaut sich die FUCHS | RICHTER Prüfinstanz in den Performance-Projekten an.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • EU-Förderprogramm: Wasserstoff ab Ende der Zwanziger verfügbar

EU legt Grundstein für Wasserstoff-Wirtschaft

Die EU hat den Grundstein für die entstehende Wasserstoff-Wirtschaft in Europa gelegt. Ein milliardenschweres Förderprogramm für die H2-Infrastruktur wurde beschlossen. Deutschland ist der Hauptprofiteur des Programms. FUCHSBRIEFE haben sich das Programm Hy2Infra näher angesehen.
  • Fuchs plus
  • Chart der Woche vom 22.02.24

Henkel-Aktie vor Ausbruch aus Dreieck

Technisch orientierte Anleger richten ihren Blick auf die Vorzugsaktie der Henkel AG + Co KGaA. Der Kurs des Konsumgüterherstellers bewegt sich im übergeordneten Chartbild in ein spitz zulaufendes Dreieck hinein. Üblicherweise führt das oft zu einem starken Ausbruch. FUCHS-Kapital hat eine Vermutung, wohin die Reise geht.
  • Fuchs plus
  • Steuerfreie Sonn- und Feiertagszuschläge nutzen

Berechnung des Grundlohns ist entscheidend

Wer regelmäßig an Sonn- und Feiertagen arbeitet oder Schichtzuschläge bekommt, sollte ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) kennen. Der hat jetzt entschieden, auf welcher Lohnbasis die steuerfreien Zuschläge berechnet werden.
Zum Seitenanfang