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Jahresbericht der BIZ enthält alarmierende Zahlen

Schlechtere Schulden, erhöhte Anfälligkeit

Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. So verhält es sich derzeit auf den internationalen Finanzmärkten. Das Kreditvolumen steigt – dank Notenbankpolitik und Nullzinsen – immer weiter. Gleichzeitig sinkt die Schuldnerbonität. Wie lange kann das gutgehen?

Die Unternehmen werden weltweit anfälliger selbst für kleine Zinsanhebungen. Denn die Fremdfinanzierung ist auf historischen Höchstständen angekommen. Und das insbesondere in USA. Das schreibt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in ihrem Jahresbericht. Gleichzeitig sinkt die Schuldnerqualität. Und das schon seit dem Jahr 2000.
Kritisch ist, dass immer mehr hochverzinsliche Kredite vergeben werden. Genau das erhöht die Anfälligkeit für Zinssteigerungen. 2018 belief sich die Emission von „Leveraged Loans" auf mehr als die Hälfte der weltweit öffentlich bekannt gegebenen Kreditemissionen (Kredite ohne Kreditlinien).

Zunehmend Kredite in Fremwährung vergeben

Und nicht nur das: Immer mehr Schuldverschreibungen wurden und werden in Fremdwährungen ausgegeben. Bei diesen kommt also noch ein Wechselkursrisiko hinzu. Ihr Bestand belief sich allein bei nichtfinanziellen Unternehmen Ende März 2019 auf 4 Billionen USD. Davon werden in den nächsten zwei Jahren rund 850 Milliarden USD fällig.

Es fehlt also immer weniger, um Firmen zum finanziellen Kollaps zu bringen. Dazu müssen nicht einmal die Notenbankzinsen steigen. Es reicht schon, wenn sich die Finanzbedingungen bei einem Ergebnisrückgang erheblich verschlechtern.

Der Anteil der Emittenten mit dem niedrigsten Investment-Grade-Rating (einschließlich Finanzunternehmen) nimmt rasant zu. In Europa von rund 14% auf 45%, in den USA von 29% auf 36%. Kommt es zu (weiteren) einer konjunkturellen Abkühlung, dürften Anleger rasch große Mengen von Anleihen verkaufen.

Betroffen wären insbesondere Investmentfonds und Institutionelle Anleger. Sie haben ihre Bestände an Schuldtiteln mit niedrigerem Rating stark aufgestockt, um den Renditehunger der Anleger zu stillen. Der Anteil der Anleihen mit dem niedrigsten Investment-Grade-Rating in Investmentfonds-Portfolios stieg von 22% in Europa und 25% in den USA im Jahr 2010 auf rund 45% in beiden Regionen. Auf US-amerikanische, japanische und europäische Banken entfallen rund 60%, 30% bzw. 10% dieser Bestände.

Fazit

Zwar sollen die Banken laut BIZ aufgrund der Eigenkapitalanforderungen gegen Kreditausfälle einigermaßen abgesichert sein. Sicher ist sich allerdings auch die BIZ nicht, dass sich nicht Dynamiken aufbauen, die am Ende nur schwer beherrschbar sind – etwa durch unzureichendes Risikomanagement.

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