Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1822
Zinsanstieg wird zum Risiko

Aktienkurse bekommen Konkurrenz

Die Aktienmärkte ziehen weiter an der Fahnenstange nach oben. In den USA haben alle drei großen Indizes - Dow Jones, S&P 500 und der Nasdaq - neue Allzeithochs erreicht. Der DAX klettert etwas müde hinterher und tut sich beim Sprung über 14.000 Zähler schwer. Aber auch die Zinsen steigen zügig an. Das wird zu einem Problem.
Anleger sollten ihren Blick momentan auf die Zinsen, nicht die Aktienmärkte werfen. Denn die viel größeren Zinsmärkte, voran in den USA, kommen mächtig in Bewegung. In den USA hat sich die Verzinsung zehnjähriger Anleihen seit November glatt verdoppelt. Die Rendite stieg von 0,5% auf aktuell über 1,10% an. Damit ist das Zinsniveau zwar noch sehr gering. Die Dynamik des Anstiegs ist aber beachtlich.

Gründe für den US-Zinsanstieg

Hinter dem Zinsanstieg stecken zwei Faktoren. Erstens ist der US-Konjunkturausblick recht gut. Eine sich belebende Konjunktur geht in der Regel mit steigenden Renditen einher. Denn auch die Inflation zieht dann regelmäßig an. In den USA ist sie im Dezember auf 1,40% gestiegen.
 
Einen starken Einfluss hat aber auch das von US-Präsident Joe Biden in Aussicht gestellte nächste US-Konjunkturprogramm. Das wird - wie sollte es auch anders gehen - natürlich über neue Schulden finanziert. Der Anstieg der US-Schulden ist allerdings so rasant und das erreichte Niveau ist inzwischen so hoch, dass einige Investoren für die übernommenen Risiken höhere Renditen fordern.

Fed kommt unter Zugzwang

Setzt sich dieser Zinsanstieg fort, wird er die US-Notenbank unter Druck bringen. Sie müsste auf kletternde Inflations- und Zinsraten mit einer Erhöhung der Leitzinsen reagieren. Genau das hat die Fed aber in ihrem jüngsten Statement ausgeschlossen. Die Zinsen sollen noch bis zu drei Jahre unverändert bleiben. Zugleich hat die Notenbank bekräftigt, der Inflation mehr Luft zu lassen.
 
Irgendwann werden die Währungshüter aber reagieren müssen. Tun sie es, werden die Börsen fallen - so wie ab Mitte 2018 schon beobachtet, als die Fed den Versuch unternahm, die Zinsen sanft anzuheben. Handelt die Fed dann nicht, weil sie wissen, dass "steigende Zinsen Gift für die Börse" sind, dann wird den Anlegern schlagartig über Nacht klar, dass die Börsen nur vom billigen Notenbankgeld leben und völlig überbewertet sind. Auch das wird eine kräftige Aktien-Korrektur auslösen.

Zinsanstieg könnte Aktienkorrektur auslösen

Anleger sollten der Entwicklung von Inflation und Zinsen also größte Beachtung schenken. Einstweilen wird die Aktienrally jedoch weiter gehen. Dass die aktuelle Entwicklung jedoch mit größter Vorsicht zu genießen ist, zeigt auch das Verhalten von Privatanlegern. Ihr Zustrom an die Börsen hält weiter an und läuft parallel zu den geschlossenen Casinos und Spielhallen. Das ist besonders auffällig in den USA zu sehen. In Deutschland fällt uns auf, dass die Zahl der Kunden bei Billigbrokern ebenfalls zunimmt. Dort wird dann gehandelt und jeder "Trade kostet nur 1 Euro". Dass der Broker bei der Kursstellung aber die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs massiv zu lasten des Kunden ausweitet und sich selber damit die Taschen füllt, verstehen viele der Neukunden gar nicht.   

Fazit: Wir schätzen die Börsen weiterhin als akut überreizt ein und sehen viele Warnsignale (FK vom 14.1.). Aktien bleiben zwar strategisch alternativlos. Anleger sollten die Zinsentwicklung aber nicht aus dem Blick verlieren. Sie wächst zu einem Risiko heran. Vor neuen Käufen eine Korrektur abwarten.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Capitell Vermögens-Management AG in der Ausschreibung

Capitell geht nicht den letzten Meter

Thumb zu Stiftungsvermögen 2024. © Verlag Fuchsbriefe mit envato elements
Capitell ist ohne Zweifel ein erfahrener Stiftungsmanager, der von sich behauptet, die Besonderheiten von Stiftungen zu verstehen. Man begleite sie nicht nur seit der Gründung des Vermögensverwalters im Jahr 2000, sondern habe etliche Mitarbeiter, die sich ehrenamtlich in Stiftungen engagieren. Dieser Blick von zwei Seiten kann ein Plus für die Stiftung Fliege sein, die einen neuen Vermögensverwalter für ihr Stiftungsvermögen sucht. Hält dieser Bonus der Realität stand?
  • Trusted Wealth Manager 2024 – Vertrauenswürdige Vermögensverwalter

Die meisten Vermögensverwalter in Deutschland verdienen Vertrauen

Trusted Wealth Manager 2024. © Verlag FUCHSBRIEFE
Wer ist als Vermögensmanager vertrauenswürdig? Die FUCHS | RICHTER Prüfinstanz wertet wie im immer zum Jahresbeginn ihr laufendes Monitoring «Trusted Wealth Manager» aus. Und da gibt es 2024 viel Positives zu berichten!
  • Der Digital Services Act gilt ab 17. Februar

Mehr Bürokratie, weniger Meinungsfreiheit, geringere Rechtssicherheit

FUCHSBRIEFE-Herausgeber Ralf Vielhaber. © Foto: Verlag FUCHSBRIEFE
Haben Sie einen Webshop? Dann dürfen Sie sich auf den nächsten Schritt in Richtung Bürokratieaufbau, erweiterte Rechtsunsicherheit und Rückbau der Meinungsfreiheit „freuen“. Am 17. Februar gilt in Deutschland der Digital Services Act (DSA), den die EU-Kommission schon 2022 initiiert hat. Doch so mancher kleine Seitenbetreiber wird jetzt erst merken, was da auf ihn zurollt. FUCHSBRIEFE-Herausgeber Ralf Vielhaber sieht in dem Gesetz mehr Schaden als Nutzen – nicht nur für die Unternehmen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Digitalisierung im Betrieb

Gefährdungsbeurteilung bei Einführung einer IT-App

Handscanner sind in der Wirtschaft weit verbreitet und sind ein cleverer Logistikhelfer. Unternehmen, die solche Geräte einführen wollen, müssen zuvor unter Umständen eine Gefährdungsbeurteilung mit Beteiligung des Betriebsrates durchführen. Das hat das Landesarbeitsgericht Berlin entschieden.
  • Fuchs plus
  • Überspringen auf Bankensektor nicht nur in den USA

Gewerbeimmo-Krise: Der Dollar dürfte profitieren

Der Letzte macht das Licht aus. © Foto: envato elements
In den USA brennt mal wieder die Hütte. Der dortige Gewerbeimmobilienmarkt weist gefährliche Krisenzeichen auf. Der Brand kann schnell auf den Bankensektor überspringen. Stärkt oder schwächt das den Dollar? Eine Szenario-Analyse.
  • Fuchs plus
  • Engel helfen beim Generationenwechsel im Unternehmen

Business Angel finanzieren Nachfolgen an Betriebsfremde

Unternehmer sollten bei der Suche nach geeigneten Nachfolgern auch an Business Angel denken. Gerade wenn die eigene Firma an betriebsfremde Nachfolger übergeben werden soll, können die Engel helfen. Sie bringen vielfach wichtige Netzwerke und oft auch Finanzierungen mit.
Zum Seitenanfang