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Glänzende Geschäfte mit Keramik

Villeroy & Boch glänzt bei Heimwerkern

Die Traditionsmarkte Villeroy und Boch hat zu kämpfen. Intern gibt es Streit um die richtige Konzernausrichtung. Derweil laufen die Geschäfte mit der glänzenden Heimwerker-Keramik blendend.

Der Keramikproduzent Villeroy & Boch wird von der Mehrwertsteuersenkung profitieren. Zwar leidet die Sparte „Tischkultur“ unter einer Auftragsflaute aus dem Gastrogewerbe. Dafür punktet der Einrichtungs- und Heimwerkerspezialist in den Bereichen Bad & Wellness, Wohnen, Küche und Fliesen vom durch fleißige Heimwerker ausgelösten "Baumarkt-Boom".

Viele Konsumenten bleiben aufgrund der Corona-Krise daheim und nutzen ihren Sommerurlaub dazu, ihre Wohnung oder das Eigenheim zu verschönern und zu modernisieren (vgl. Fuchs-Kapital vom 23.04.). Die edlen Keramikprodukte von Villeroy & Boch werden dafür bei so manchem Hausbesitzer auf der Einkaufsliste stehen. Die abgesenkte Mehrwertsteuer wird bei solchen Produkten schon richtig spürbar.

In Baumärkten stark gefragte Marke

Villeroy & Boch bietet Planern, Bauherren, Architekten und Innenarchitekten Komplettlösungen für ihren Einrichtungs- und Ausstattungsbedarf. Das Produktangebot umfasst unter anderem Badarmaturen und Kücheneinrichtungen. Durch eigene Vertriebsgesellschaften und Importeure ist das Unternehmen in mehr als 125 Ländern weltweit vertreten.

Im ersten Quartal litt Villeroy & Boch unter den Folgen der Lockdowns im Zuge der Corona-Krise. Der Konzernumsatz lag mit 182,4 Millionen Euro 7,7% unter dem Vorjahresergebnis. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach in den ersten drei Monaten sogar um knapp die Hälfte auf 4,3 Millionen Euro ein.

Aktiver Investor drängt auf höhere Dividende

Im Hintergrund des operativen Geschäfts schwelt zudem ein latenter Disput zwischen dem aktivistischen Investor Lakestreet Capital und dem Management von Villeroy & Boch. So möchte der Mettlacher Keramikspezialist seinen belgischen Wettbewerber Ideal Standard (Sanitärtechnik, Badmöbel, Armaturen) übernehmen und durch diesen Deal seinen Konzernumsatz rein rechnerisch auf mehr als 1,5 Milliarden Euro verdoppeln.

Lakestreet Capital hingegen hält diese Übernahme für zu riskant und will statt dessen eine deutliche Anhebung der Dividendenausschüttung. Für die Vorzugsaktie will das Unternehmen eigentlich 0,60 Euro je Aktie ausschütten – Lakestreet schlägt eine Dividende in Höhe von 1,50 Euro je Vorzugsaktie vor. Genug Geld dafür ist vorhanden. Villeroy & Boch hatte im vergangenen Jahr allein 88 Millionen Euro durch den Verkauf eines Werks in Luxemburg eingestrichen. Der aktivistische Investor kontrolliert zwischen 1,5% und 2% der stimmrechtslosen Vorzugsaktien und wäre für eine solchen Antrag zumindest auf die Zustimmung eines Teils der Familienaktionäre angewiesen. Auch bei diesen ist die geplante Übernahme nicht unumstritten.

Aktie ist fair bewertet

Spiegelbildlich das Kursverhalten der Aktie: Der Kurs der Vorzugsaktie knickte von gut 16 Euro Ende Januar auf knapp 8,30 Euro Mitte März um beinahe 50% ein. Inzwischen hat sich der Kurs zwar wieder bis an die 11-Euro-Marke erholt. Aus fundamentaler Sicht ist der Titel jedoch weiterhin günstig bewertet.

Wie auch immer der Poker um Übernahme von Ideal Standard oder Dividendenerhöhung ausgeht: Auf dem aktuellen Kursniveau ist die Aktie preiswert. Die Senkung der Mehrwertsteuer dürfte das Geschäft mit dem Endverbraucher anschieben. Langfristig orientierte Anleger kaufen erste Stücke.

Empfehlung: kaufen Kursziel: 14,30 EUR; StoppLoss unter 9,80 EUR

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