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Markttechnik

Volatilitäten im Blick

 Die Kursschwankungen an den Börsen gingen im vergangenen Jahr stetig zurück.

Chart der Woche: DAX-Volatilitäts-Index

Die Kursschwankungen an den Börsen gingen im vergangenen Jahr stetig zurück. Daher richten wir unseren Blick auf den Indikator der Volatilität am deutschen Aktienmarkt, den so genannten VDAX. Der DAX-Volatilitätsindex (VDAX) drückt die vom Terminmarkt zu erwartende Schwankungsbreite des DAX-Index für die nächsten 45 Tage aus. Er misst also die Unsicherheit der Marktteilnehmer über die künftige Kursentwicklung. Ein hoher VDAX zeigt ein großes Maß an Unsicherheit an, ein niedriger deutet auf kleinere Schwankungen. Dabei ist es unerheblich, in welche Richtung die Aktienkurse tendieren. Bei plötzlichen Kursrückgängen nehmen die Schwankungen jedoch zu. Nach Jahren steigender Börsenkurse nähern sich die Volatilitäten derzeit historischen Tiefstständen (siehe Chart). So fiel der VDAX wieder unter 12 Punkte – ein Niveau, das er das letzte Mal vor 8 ½ Jahren erreichte. Unter die Marke von 10 Punkten ging es zuletzt vor 20 Jahren. Zeiten geringer Volatilität werden immer wieder von dynamisch anspringenden Volatilitäten unterbrochen. Den jüngsten „Vola-Schub“ gab es im Zuge der sich zuspitzenden Euro- und Schuldenkrise im Herbst 2011. Damals notierte der VDAX bei mehr als 45 Zählern. Seitdem geht es mit den Zitterprämien abwärts. Im langfristigen Mittel (10-Jahres-Durchschnitt) liegt der VDAX bei etwa 20 Punkten. Aktuell notieren die Volatilitäten somit 40% unter diesem Mittelwert. Das aktuell niedrige Niveau bei den Zitterprämien wird nicht mehr lange anhalten. Ein Auslöser in die andere Richtung könnte die von der US-Notenbank angekündigte verringerte Liquiditätszufuhr sein. Dies dürfte davon abhängen, inwieweit die hohen Gewinn- und Wachstumsprognosen zutreffen. Noch hat die ultralockere Geldpolitik nicht den gewünschten Effekt auf die weltweite Konjunktur. Auf dem aktuell tiefen Niveau ist es keine Frage, ob, sondern nur wann die Schwankungsintensität steigen wird. Der VDAX könnte sich auch ohne eine größere Krise leicht verdoppeln. Sollten externe Schocks auf die Märkte wirken, sind Volatilitäten von 35 bis 45 Punkten erreichbar.

Fazit: Ein stärkeres Anziehen der Zitterprämien (Volatilitäten) an den Aktienmärkten ist wahrscheinlich. Einen Volatilitätsindex wie den VDAX kann man aber nicht direkt kaufen. Unser Produktcheck hilft da weiter. Mit einer Investition in steigende Volatilität können Sie zudem auch ein langfristig auf steigende Notierungen ausgerichtetes Portfolio ergänzen und zum Teil absichern.

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