Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
239
Reform der betrieblichen Altersversorgung

Betriebsrente: Für Unternehmer wird's teurer

Die neuen Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung führen zu mehr Kosten bei Unternehmern. Denn künftig finanzieren sie die dritte Säule der Altersversorgung teilweise mit.
Die Verbesserungen bei der betrieblichen Altersversorgung (BaV) werden Unternehmen viel Geld kosten. Denn die Stärkung der Dritten Säule der Altersversorgung – neben der Gesetzlichen Rentenversicherung und der privaten Vorsorge in Form der Riester- oder Rürup-Rente – finanzieren sie künftig teilweise mit. Hier die bisher bekannten Eckpunkte: Ab 2019 zahlen Unternehmen einen Zuschuss von 15% bei neuen Gehaltsumwandlungen. Bisher profitieren Arbeitgeber, weil bei Gehaltsumwandlungen ihre Sozialversicherungsbeiträge für die umgewandelte Summe entfallen. Ab 2022 werden die Zahlungen auch für alte Verträge fällig. Neu eingeführt wird eine betrieblich organisierte Altersvorsorge ohne Garantiesumme. Sie sparen hier also die ansonsten fälligen, nicht kalkulierbaren Rückstellungen. Aber: Gewerkschaften und Arbeitgeber müssen sich auf entsprechende Modelle verständigen. Hier könnten Zusatzkosten durch Tarifverträge auf Sie zukommen – wie bei den von Ihnen zu leistenden tariflichen Zahlungen für vermögenswirksame Leistungen. Sie zahlen auch für Geringverdiener bis zu einem Monatseinkommen von 2.200 Euro. Wenn Sie für diese Beschäftigten im Jahr mindestens 240 Euro in eine Betriebsrente einzahlen, können Sie davon 30% von der Lohnsteuer des Arbeitnehmers abziehen. Der Fiskus greift damit ungeniert in Ihre Tasche. Bei der zweiten Säule Riester-Rente zahlten nur die Arbeitnehmer selbst und der Staat mit seinen Zuschüssen. Bei der Lebensversicherung/Gehaltsumwandlung war er mit den steuerlich abzugsfähigen Sonderausgaben dabei. Unternehmen blieben jeweils außen vor.

Fazit: Die Stärkung der betrieblichen Altersversorgung belastet Unternehmen zusätzlich. Sie wird das Grundproblem tendenziell sinkender relativer Renten vor allem für Geringverdiener aber nicht lösen.

Meist gelesene Artikel
  • Zum Zwecke der Wirtschaftsspionage

Britische Geheimdienste verkaufen sensible Daten

Britische Geheimdienste verkaufen gesammelte Daten an Dritte. Copyright: Picture Alliance
Die britischen Geheimdienste verkaufen in großem Umfang anlasslos gesammelte Daten. Darunter sind auch sehr sensible Informationen. Auch deutsche Unternehmen mit Bezug zu Großbritannien müssen sich sorgen.
  • Ausländische Finanzportale locken mit hohen Zinsen für Tagesgeld

Finanzportale bieten hohe Zinsen

Neuartige Finanzportale wie Weltsparen, Zinspilot und Savedo bieten hohe Zinsen auf Festgeld, indem sie deutsche Sparer an Banken im EU-Raum vermitteln. Anleger sollten darauf achten, ihre Risiken zu minimieren...
  • Produktcheck

Jyske Stable Strategy schafft, was der Name verspricht

Der Jyske Invest Stable Strategy ist ein klassischer Mischfonds. Er legt den Fokus auf besonders risikoarme, aber dennoch lukrative Anlagestrategien. Damit gelingt dem Fondsmanagement eine beachtliche Durchschnittsrendite.
Neueste Artikel
  • Keine Lösung für die britische Provinz in Sicht

London pokert um die Zukunft Nordirlands

Was passiert mit Nordirland beim Brexit?
Die Brexit-Verhandlungen sind auch Ausschlag gebend für das Schicksal Nordirlands. Wird die britische Provinz durch eine harte Grenze isoliert, droht wirtschaftlich der Absturz und innenpolitisch heiße Auseinandersetzungen und Gewalt. London pokert hoch.
  • US-Wirtschaft

Widersprüchliche Konjunktursignale aus den USA

Quelle: Phily-Fed, New York
Die Daten, die aus der US-Wirtschaft kommen, senden widersprüchliche Signale aus. Vor allem die Arbeitslosenzahlen setzen Fragezeichen. Das wird die Grundhaltung der neuen FED-Führung beeinflussen.
  • Venezuela bedient seine Schulden nicht mehr

Caracas muss auf den Ölpreis hoffen

Venezuela ist zahlungsunfähig. Das Land kann Anleihen nicht bedienen. Hohe Schulden hat die Regierung bei Russland und China. Im nächsten Jahr dürften weitere Anleihen nicht bedient werden. Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer.
Zum Seitenanfang