Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
24
E-Mobilitätsprogramm

Reiner Öko-Aktivismus

Der Bund pumpt hohe Subventionen in die Elektromobilität. Doch es könnte eine Pleite drohen.
Der Bund will die Subventionen für E-Autos weiter erhöhen. Ihm droht dabei aber eine ähnliche Pleite wie beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Hauptproblem: Keiner will die E-Autos kaufen. Trotz erheblicher Preisnachlässe bleiben die Produzenten darauf sitzen. Von den bislang nur 30.000 verkauften E-Autos sind 43% Eigenzulassungen der Vertragshändler. Privatkunden schrecken die geringe Reichweite, das dünne Ladestationennetz und die teuren Batterien ab. Im neuen Elektromobilitätsgesetz soll es nun Sonderabschreibungen beim Kauf gewerblich genutzter E-Fahrzeuge geben. Zudem kommen ins Miet- und Stadtbaurecht Privilegien für E-Fahrzeuge. Ab 2016 wird der Primärenergiefaktor von E-Autos auf 1,8 gesenkt. 2009 stand er bei 2,6. Er orientiert sich am deutschen Strommix, sinkt aber schneller, als der Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien zunimmt. Mit dem niedrigen Faktor rechnet sich die Bundesregierung die Elektroautos künstlich verbrauchs- und emissionsarm. Der hochgelobte kalifornische Tesla hat nach dem deutschen Strommix einen CO²-Ausstoß von 102 g/km. Ein VW Polo mit Verbrennungsmotor liegt da mit einen Wert von 82 g/km deutlich besser. Für den Tesla gibt es aber eine fünfjährige Befreiung von der Kfz-Steuer und er darf die Busspur benutzen. Um den Verkauf der E-Autos in Gang zu bringen, sieht das neue Elektromobilitätsgesetz vor, Dreckschleudern in E-Autos umzudefinieren. Hybride dürfen eine rein elektrische Reichweite von nur 30 Kilometern aufweisen. Schwere „SUVs“ können so mit Akkus aufgerüstet werden und trotz hohen Energieverbrauchs die Privilegien als E-Auto in Anspruch nehmen. Mit diesen Maßnahmen will die Regierung bis 2020 eine Million E-Autos auf die Straße bringen. Der Staat hat bereits 5 Mrd. Euro in die Subventionierung der kaum nachgefragten Elektroautos investiert. In fünf Jahren sollen in Deutschland etwa 440.000 Elektroautos jährlich produziert werden. Auch wenn das Ziel illusorisch ist, würden die Kosten weiter wachsen. Der ökologische Nutzen dürfte gering sein.

Fazit: Die reine Förderung des Elektroantriebs ohne die Beachtung der tatsächlichen Emissionen ist Öko-Aktivismus und verschwendet Steuergelder.

Meist gelesene Artikel
  • Zum Zwecke der Wirtschaftsspionage

Britische Geheimdienste verkaufen sensible Daten

Britische Geheimdienste verkaufen gesammelte Daten an Dritte. Copyright: Picture Alliance
Die britischen Geheimdienste verkaufen in großem Umfang anlasslos gesammelte Daten. Darunter sind auch sehr sensible Informationen. Auch deutsche Unternehmen mit Bezug zu Großbritannien müssen sich sorgen.
  • Ausländische Finanzportale locken mit hohen Zinsen für Tagesgeld

Finanzportale bieten hohe Zinsen

Neuartige Finanzportale wie Weltsparen, Zinspilot und Savedo bieten hohe Zinsen auf Festgeld, indem sie deutsche Sparer an Banken im EU-Raum vermitteln. Anleger sollten darauf achten, ihre Risiken zu minimieren...
  • Produktcheck

Jyske Stable Strategy schafft, was der Name verspricht

Der Jyske Invest Stable Strategy ist ein klassischer Mischfonds. Er legt den Fokus auf besonders risikoarme, aber dennoch lukrative Anlagestrategien. Damit gelingt dem Fondsmanagement eine beachtliche Durchschnittsrendite.
Neueste Artikel
  • Keine Lösung für die britische Provinz in Sicht

London pokert um die Zukunft Nordirlands

Was passiert mit Nordirland beim Brexit?
Die Brexit-Verhandlungen sind auch Ausschlag gebend für das Schicksal Nordirlands. Wird die britische Provinz durch eine harte Grenze isoliert, droht wirtschaftlich der Absturz und innenpolitisch heiße Auseinandersetzungen und Gewalt. London pokert hoch.
  • US-Wirtschaft

Widersprüchliche Konjunktursignale aus den USA

Quelle: Phily-Fed, New York
Die Daten, die aus der US-Wirtschaft kommen, senden widersprüchliche Signale aus. Vor allem die Arbeitslosenzahlen setzen Fragezeichen. Das wird die Grundhaltung der neuen FED-Führung beeinflussen.
  • Venezuela bedient seine Schulden nicht mehr

Caracas muss auf den Ölpreis hoffen

Venezuela ist zahlungsunfähig. Das Land kann Anleihen nicht bedienen. Hohe Schulden hat die Regierung bei Russland und China. Im nächsten Jahr dürften weitere Anleihen nicht bedient werden. Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer.
Zum Seitenanfang