Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
648
Schnelles Internet für Unternehmen

Wer braucht die Datenautobahn?

Die Netzneutralität ist dahin. Unternehmen müssen nun abwägen, in welchem Umfang sie in die Datenautobahn einschwenken wollen – und ihren Betrieb entsprechend fit machen.
Unternehmer müssen künftig abwägen, ob sie mit ihrem Online-Angebot auf die Datenautobahn wechseln. Denn die Aufgabe der Netzneutralität bedeutet, dass Internetanbieter für eine schnellere Datenübertragung eine Zusatzgebühr verlangen können. Wer diese nicht bezahlt, muss damit rechnen, dass die Übertragungsgeschwindigkeit der Daten gering ist. Telekom-Chef Timotheus Höttges reagierte schnell. Schon einen Tag nach dem Beschluss des Europaparlaments (27.10.), der unterschiedliche Übertragungsgeschwindigkeiten im Internet zulässt, warb er für eine kostenpflichtige Internet-Überholspur. Das kam auch bei Unternehmern nicht gut an. Nun ist die Telekom damit beschäftigt, die Gemüter zu beruhigen. Wann die von der Telekom so genannten „qualitätsgesicherten Dienste“ kommen, sei noch völlig unklar, so Telekom-Sprecher Philipp Blank. Ziel von Höttges sei es gewesen, die Diskussion mit den zuständigen Verbänden und Unternehmen anzustoßen. Erst am Ende der Diskussion wird jedoch ein konkretes Angebot stehen. Eine Internet-Überholspur anzubieten, ist für Telekomdienstleister aber nur dann sinnvoll, wenn das Netz weiter ausgebaut wird. Insbesondere die Endkunden müssen über großvolumige Breitbandanschlüsse verfügen. Das dürfte noch einige Zeit dauern. Darum ist erst ab 2017/18 mit derartigen Angeboten zu rechnen. Angebote für die Datenautobahn werden insbesondere für Unternehmen wichtig. Wer große Datenmengen ohne Verzögerung zur Verfügung stellen möchte, wird die Datenautobahn kaum umfahren können. Anwendungen, die eine schnelle Datenverbindung benötigen sind z. B. Videokonferenzen, im Internet vernetzte Produktionsprozesse, automatisierte Verkehrssteuerung, selbstfahrende Autos, vielleicht auch die Telemedizin und Online-Spiele. Genaue Analysen des Datenverkehrs lohnen sich für Online-Händler. Sonst könnten zu lange Ladewartezeiten zum Abbruch des Kaufvorgangs durch den Kunden führen. Wichtig wird das Angebot auch für Anbieter großer Datenmengen, die in Echtzeit bereitgestellt werden müssen. Es dürfte hilfreich sein, den eigenen Datenverkehr und seine Entwicklung bereits heute zu analysieren. Ihre IT-Abteilung kann dazu auch bei Ihrem Provider nachfragen.

Fazit: Die Internet-Überholspur kommt zwar erst in ein bis zwei Jahren. Wer diese Zeit nutzt, um sich vorzubereiten, kann dann aber schnell entscheiden.

Meist gelesene Artikel
  • Zum Zwecke der Wirtschaftsspionage

Britische Geheimdienste verkaufen sensible Daten

Britische Geheimdienste verkaufen gesammelte Daten an Dritte. Copyright: Picture Alliance
Die britischen Geheimdienste verkaufen in großem Umfang anlasslos gesammelte Daten. Darunter sind auch sehr sensible Informationen. Auch deutsche Unternehmen mit Bezug zu Großbritannien müssen sich sorgen.
  • Ausländische Finanzportale locken mit hohen Zinsen für Tagesgeld

Finanzportale bieten hohe Zinsen

Neuartige Finanzportale wie Weltsparen, Zinspilot und Savedo bieten hohe Zinsen auf Festgeld, indem sie deutsche Sparer an Banken im EU-Raum vermitteln. Anleger sollten darauf achten, ihre Risiken zu minimieren...
  • Venezuela bedient seine Schulden nicht mehr

Caracas muss auf den Ölpreis hoffen

Venezuela ist zahlungsunfähig. Das Land kann Anleihen nicht bedienen. Hohe Schulden hat die Regierung bei Russland und China. Im nächsten Jahr dürften weitere Anleihen nicht bedient werden. Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer.
Neueste Artikel
  • Keine Lösung für die britische Provinz in Sicht

London pokert um die Zukunft Nordirlands

Was passiert mit Nordirland beim Brexit?
Die Brexit-Verhandlungen sind auch Ausschlag gebend für das Schicksal Nordirlands. Wird die britische Provinz durch eine harte Grenze isoliert, droht wirtschaftlich der Absturz und innenpolitisch heiße Auseinandersetzungen und Gewalt. London pokert hoch.
  • US-Wirtschaft

Widersprüchliche Konjunktursignale aus den USA

Quelle: Phily-Fed, New York
Die Daten, die aus der US-Wirtschaft kommen, senden widersprüchliche Signale aus. Vor allem die Arbeitslosenzahlen setzen Fragezeichen. Das wird die Grundhaltung der neuen FED-Führung beeinflussen.
  • Venezuela bedient seine Schulden nicht mehr

Caracas muss auf den Ölpreis hoffen

Venezuela ist zahlungsunfähig. Das Land kann Anleihen nicht bedienen. Hohe Schulden hat die Regierung bei Russland und China. Im nächsten Jahr dürften weitere Anleihen nicht bedient werden. Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer.
Zum Seitenanfang