Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
1163
Konkurrenz um Personalnachwuchs

Unternehmen: Abwerbungen nehmen zu

Die Konkurrenz um jüngere Mitarbeiter nimmt zu. Je nach Branche variiert die Abwerbe-Intensität.
Die Suche nach Personalnachwuchs konzentriert sich immer stärker auf Young Professionals. Die Gruppe der gut bis hoch qualifizierten 20- bis 30-Jährigen mit ersten tieferen Berufserfahrungen wird von Unternehmen heiß umworben. Das zeigt sich z. B. an der Anzahl der Job-Angebote, die diese Gruppe bekommt. Im Durchschnitt bekamen Young Professionals im Jahresverlauf zuletzt 3,6 Offerten von anderen Unternehmen – unabhängig davon, ob sie auf Jobsuche waren oder nicht. Vor zwei Jahren lag die Zahl noch bei 2,5. Zudem dauert der Nachbesetzungsprozess in Unternehmen länger. Je nach Branche variiert die Such- und Abwerbeintensität deutlich. In der IT und auch im Maschinenbau ist sie relativ hoch. In der Finanzindustrie oder im Medien- und Beratungsbereich dagegen gering. Allerdings ist das Risiko, dass Mitarbeiter ihren Arbeitgeber verlassen, genau in diesen Branchen besonders hoch. Das ist ein Ergebnis des aktuellen trendence Young Professional-Barometers. Die Abwerbe-Erfolge von Unternehmen sind durchwachsen. Insbesondere in den Branchen mit heiß umworbenen Mitarbeitern sind sie eher gering. Die hohe Job-Zufriedenheit steht einem Arbeitgeberwechsel oft im Weg. Zudem sind Rekrutierungen der adressierten Mitarbeiter vergleichsweise teuer. Die sinkende Mobilität mit zunehmendem Alter bremst das Personalkarussel spürbar. Arbeitgeber können zwar mit Gehalt, Firmenwagen, Kita-Platz usw. locken. Die Umzugsbereitschaft sinkt bei vielen Arbeitnehmern ab 30 Jahren aber insbesondere nach der Familiengründung. Wichtiger als ein Firmenwagen ist ein passender Job für den Lebenspartner. Einige Unternehmen schärfen bei der Rekrutierung darum ihren Blick über die eigene Branche hinaus. Rekrutierungsversuche verlagern sich in Branchen, die von einer hohen Unzufriedenheit der Mitarbeiter geprägt sind. Diese rührt einerseits vom brancheninternen Wettbewerb her. Andererseits wird sie von Mitarbeitern oft mit der schlechten Führung durch Vorgesetzte begründet. In jedem Fall erhöht Job-Unzufriedenheit die Wechselbereitschaft enorm. Solche Mitarbeiter suchen siebenmal häufiger aktiv eine alternative Stelle.

Fazit: Der demographische Wandel, verbunden mit dem verstärkten Ausscheiden älterer Arbeitnehmer, wird die Konkurrenz um jüngere Mitarbeiter verstärken. Die Suche nach wechselwilligen Mitarbeitern aus anderen Branchen kann sich lohnen. Eine spezielle Fortbildung ist dabei oft preiswerter als ein dickes „Abwerbe-Paket“.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Wochentendenzen vom 7.1.22

Fed bewegt die Märkte

Dollar-Scheine. © 3alexd / Getty Images / iStock
Die US-Notenbank hat die Devisenmärkte mit ihrem Sitzungsprotokoll aufgeschreckt. Nun sind einige Währungen in Bewegung geraten.
  • Fuchs plus
  • Bodenbildung abgeschlossen

Sojabohnen gefragt

Soybean in hands with soy field in background. © sima / stock.adobe.com
Ein Wetterphänomen, das früher als erwartet auftritt, katapultiert die Soja-Preise nach oben. Die Anbauprognosen sind eindeutig - und wer sie lesen kann, hat eine Handelsidee.
  • Fuchs plus
  • Günstige Selfmade-Möbel in Studierenden-WGs

Paletten bei eBay Kleinanzeigen einsammeln

Übereinandergestapelte Europaletten. © PhotoSG / stock.adobe.com
Wegen der Lieferengpässe und der gestiegenen Holzpreise haben viele Unternehmen Schwierigkeiten, an Holzpaletten zu gelangen. Eine Möglichkeit für Kleinunternehmen, um immerhin die größten Engpässe abzufedern, kann eBay-Kleinanzeigen sein.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Die Wirtschaft im Land der aufgehenden Sonne "dümpelt" vor sich hin

Auf die japanisch-angelsächsische Divergenz spekulieren

Abwärtstendenz beim Yen. © adri76 / Fotolia
Die Inflation ist derzeit in aller Munde - in Europa notiert sie bei über 5%, die USA kommen auf 7%, in der Türkei (offiziell) sogar bei 36%. Japan sticht mit nur 0,6% deutlich heraus. Das hat Einfluss auf Nippons Geldpolitik und damit auch auf die Stärke des Yen.
  • Fuchs plus
  • Schwellenländer-Währungen unter der Lupe

Der faire Wert der Lira

Geldscheine verschiedener Schwellenländer-Währungen. (c) B. Wylezich/Fotolia
What goes up must come down – und umgekehrt. Daher lohnt es sich immer wieder, einen Blick auf über- und unterbewertete Schwellenländer-Währungen zu werfen. Das Institute of International Finance tut dies seit 2018 regelmäßig. Wo ergeben sich daraus Chancen, in welchen Schwellenländern liegen große Risiken?
  • Fuchs plus
  • Viele Spediteure erfüllen das nötige Nutzungsmuster

E-Lkw teilweise schon günstiger als Diesel

Elektromobilität. © bluedesign / stock.adobe.com
Sind E-Lkw heute schon günstiger als Diesel-Lkw? Dieser Frage ist das Fraunhofer-Institut nachgegangen. Die Antwort: Ja, aber nur mit Fördergeld und unter bestimmten Bedingungen. Die allerdings erfüllen sehr viele Spediteure.
Zum Seitenanfang