Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
617
Auch Unterhaltspflichtige erhalten Freibetrag

Pflegen wird mit Steuernachlass belohnt

Regelmäßige Pflege wird mit einem Freibetrag bei der Erbschaftsteuer belohnt. Das könnte in Zukunft noch wichtiger werden.
Regelmäßige Pflege wird mit einem Freibetrag bei der Erbschaftsteuer belohnt. Dessen Höhe richtet sich nach Dauer und Umfang der Pflegeleistung des Erben, entschied der BFH (Urteil vom 10. Mai 2017, Az. II R 37/15). Anspruch darauf haben auch unterhaltspflichtige Kinder. Dies gilt, wenn sie zu Lebzeiten des Verstorbenen unentgeltlich oder gegen unzureichendes Entgelt Pflege oder Unterhalt gewährt haben. Den Steuerfreibetrag bei der Erbschaft wertet der BFH als ein angemessenes Entgelt für die Pflege bzw. den Unterhalt. An die Gewährung knüpft er aber Bedingungen. Die wichtigste ist eine lange Dauer der Pflege, die zudem regelmäßig erfolgen muss. Eine amtlich bescheinigte Pflegestufe ist dagegen nicht erforderlich, eine allgemeine Hilfsbedürftigkeit reicht aus. Der BFH definiert die Pflegeleistungen:
  • Körperpflege (Waschen, Duschen, Kämmen)
  • Ernährung (Zubereitung und Aufnahme der Nahrung)
  • Mobilität (selbstständiges Aufstehen und Zu-Bett-Gehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen, Verlassen der Wohnung und Heimkehr)
  • Hauswirtschaftliche Versorgung (Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung)
Für den Freibetrag muss die Hilfsbedürftigkeit des Verstorbenen glaubhaft gemacht werden. Dies gilt auch für Art, Dauer, Umfang und Wert der erbrachten Pflegeleistungen. Das Finanzamt darf an diese Glaubhaftmachung aber keine übersteigerten Anforderungen stellen. Die Höhe des Freibetrags richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls. Vergütungssätze von entsprechenden Berufsträgern können als Vergleichsgröße herangezogen werden. Pflegen Sie langjährig, intensiv und umfassend – im Urteilsfall pflegte die Tochter ihre pflegebedürftig gewordene Mutter über zehn Jahre lang – kann der Freibetrag laut BFH auch ohne Einzelnachweis gewährt werden.

Fazit: Ein Urteil, dass nach der neuerlich geplanten Reform der Erbschaftsteuer mit möglicherweise insgesamt niedrigeren Freibeträgen noch mehr Gewicht gewinnen kann.


Meist gelesene Artikel
  • Deutschland schröpft seine Mittelschicht

Erstklassig nur bei Steuern und Abgaben

Ralf Vielhaber
Die OECD hat neuste Zahlen zur Belastung der Löhne mit Steuern und Abgaben vorgelegt. Und zeichnet da für Deutschland ein in Teilen erschreckendes Bild. Vor allem, wenn man an die Zukunft denkt.
  • Im Fokus: Aktien aus Neuseeland

Lukrative Titel vom anderen Ende der Welt

Auf der Suche nach spannenden Titeln in Neuseeland Copyright: Pixabay
Von Deutschland aus betrachtet, liegt Neuseeland am anderen Ende der Welt. Dieser Tatsache ist es wohl geschuldet, dass neuseeländische Titel bei hiesigen Anlegern kaum eine Rolle spielen. Das ist angesichts lukrativer Unternehmen und Investments ungerechtfertigt. Einige davon stellen wir heute vor.
  • Fuchs plus
  • FXFlat

Der Sieger im Ranking

FXFlat markiert im aktuellen Ranking die Benchmark für Broker. Mit einem hauchdünnen Vorsprung sichert sich der Broker den ersten Platz. Wir gratulieren dazu und sind dgespannt, ob uns der Broker auch im nächsten Jahr eine so tolle Leistung bietet.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Die alten Rezepte wirken nicht mehr

Geldpolitik völlig losgelöst

Charles Evans begreift die aktuelle Geldpolitik der Fed als restriktiv. Angesichts der aktuellen Zinsen scheint das eine steile These zu sein. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen jedoch, dass althergebrachte Rezepte ihre Wirkung verloren haben.
  • Fuchs plus
  • Japans Trumpf ist die Schwäche der Anderen

Steuererhöhungen stehen an

Anstehende Steuererhöhungen in Japan werden in Zukunft die Konjunktur belasten. Für den Yen ergibt sich daraus ein trüber Ausblick. Die Stärke des Yen liegt aktuell vor allem in der Schwäche der Anderen.
  • Fuchs plus
  • Die Konjunktur kühlt sich weiter ab

Eurozone liefert schwache Signale

Die Konjunktur innerhalb der Eurozone verliert weiter an Fahrt. Indikator dafür sind die sinkenden Import- und Exportzahlen. Für die Perspektive des Euro zeichnet sich dadurch ein klares Bild.
Zum Seitenanfang