Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
199
Letzte Entscheidung beim BFH

Selbstzahlen schadet steuerlich

Zahlen Sie Krankheitskosten selbst, um Beitragsrückerstattung der Krankenversicherung zu erhalten, sind diese steuerlich ohne Belang.
Zahlen Sie Krankheitskosten selbst, um Beitragsrückerstattungen der Krankenversicherung zu erhalten, sind diese steuerlich ohne Belang. Sie werden weder als Sonderausgaben noch als ao. Belastung anerkannt, entschied das Finanzgericht Berlin-Brandenburg (Urteil vom 19. April 2017, Az. 11 K 11327/16). Wegen der grundsätzlichen Bedeutung ist die Berufung beim BFH aber möglich. Der Fall: Ein privat Krankenversicherter hatte Rechnungen teilweise selbst gezahlt. Damit wollte er seine Beitragsrückgewähr durch die Versicherung nicht gefährden. Die gezahlten Rechnungsbeträge machte er als Sonderausgaben geltend. Das Finanzamt erkannte die Zahlungen jedoch nur abzüglich der Beitragserstattung an. Dagegen klagte der Steuerzahler, weil er für ärztliche Behandlung mehr aufgewendet habe als die Erstattung ausmachte. Dies sei die Voraussetzung dafür gewesen, um die von seinem Versicherer gewährte Beitragsrückerstattung zu erhalten. Diese Aufwendungen seien deshalb als außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen. Das Finanzamt wertete die Eigenzahlungen nicht als Sonderausgaben. Sie seien keine Beiträge im steuerlichen Sinn. Eine außergewöhnliche Belastung sah das Finanzamt nicht, weil die Kosten dem Steuerpflichtigen nicht zwangsläufig erwachsen. Ein Urteil nach dem Buchstaben des Gesetzes – und gegen die wirtschaftliche Vernunft. Denn mit der Zahlung sicherte sich der Steuerzahler nicht nur die Beitragsrückgewähr in dem einen Jahr, sondern auch in späteren.

Fazit: Eigenverantwortung und Kostensparen im Gesundheitswesen sind nicht gewünscht.

Meist gelesene Artikel
  • Venezuela bedient seine Schulden nicht mehr

Caracas muss auf den Ölpreis hoffen

Venezuela ist zahlungsunfähig. Das Land kann Anleihen nicht bedienen. Hohe Schulden hat die Regierung bei Russland und China. Im nächsten Jahr dürften weitere Anleihen nicht bedient werden. Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer.
  • Peking verlagert den Schwerpunkt

Chinas Wirtschaftsdynamik lässt weiter nach

Die Dynamik der chinesischen Wirtschaft lässt in allen Sektoren sichtbar nach. Hintergrund sind aus unserer Sicht nachlassende fiskalische Impulse. Die Pekinger Führung nimmt andere Ziele in den Fokus.
  • US-Wirtschaft

Widersprüchliche Konjunktursignale aus den USA

Quelle: Phily-Fed, New York
Die Daten, die aus der US-Wirtschaft kommen, senden widersprüchliche Signale aus. Vor allem die Arbeitslosenzahlen setzen Fragezeichen. Das wird die Grundhaltung der neuen FED-Führung beeinflussen.
Neueste Artikel
  • Im Arbeitsvertrag besser keine Fehler machen

Boni für Betriebstreue richtig gestalten

Bonuszahlungen für Betriebstreue sind eine gute Sache. Aber bei der Gestaltung im Arbeitsvertrag gibt es Regeln, die Unternehmer unbedingt beachten sollten.
  • Die große Chance der SPD

Martin Schulz kann zeigen, ob er den Willen zur Macht hat

Gehen Martin Schulz und Andrea Nahles mit der SPD erneut in eine GroKo? Copyright: Picture Alliance
Das Schicksal der Republik liegt nun in den Händen des zweitgrößten Wahlverlierers: der SPD. Schnelle Pöstchen oder etwas später die ganze Macht – das ist jetzt die Option des Martin Schulz.
  • Anspruch auf Ruhetag pro Siebentageszeitraum

Frei nach zwölf Tagen

Laut Urteil des Europäischen Gerichtshof sind bis zu 12 Tage Arbeit am Stück rechtens.
Zum Seitenanfang