Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1621
Abführung womöglich erst nach Zahlung

Umsatzsteuerpraxis auf dem Prüfstand

Das Abführen der Umsatzsteuer vor dem Zahlungseingang steht auf dem europäischen Prüfstand. Für Unternehmer könnte der Ausgang positive Konsequenzen haben.
Die Umsatzsteuerregeln in der EU stehen auf dem Prüfstand. Es geht um die Pflicht zur Abführung der Umsatzsteuer vor dem Zahlungseingang. Die bisher in Deutschland geltende Rechtslage: Ein Unternehmer muss die Steuer grundsätzlich für den Monat ans Finanzamt abführen, in dem er eine Lieferung bzw. Leistung erbracht hat (sog. Sollbesteuerung). Das gilt auch bei einer erst sehr viel späteren Zahlung durch den Kunden. An der bisherigen Regelung zweifelt der Bundesfinanzhof. Das Verfahren liegt seit dem 18.11.2016 beim BFH (Az. V R 51/16). Der BFH will jetzt vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) das Verfahren auf seine Europarechtskonformität prüfen lassen. Für Sie geht es um ein erleichtertes Cash-Management. Nach deutschem Recht muss die Umsatzsteuer auf den gesamten Rechnungsbetrag abgeführt werden, unabhängig vom tatsächlichen Zahlungseingang. Kippt der EuGH die deutsche Regelung, wird sich der BFH dem anschließen – und der Gesetzbegeber muss handeln. Unmittelbar hat die Anfrage des BFH noch keine Folgen. Sie könnten aber bei langlaufenden Ratenzahlungen mit ihrem Finanzamt verhandeln, ob es ggf. in solchen Fällen Stundungen von (Teil)beträgen gewährt.

Fazit: Eine Verschlechterung für Unternehmen bedeutet der Vorstoß des BFH jedenfalls nicht. Ob es eine Verbesserung geben wird, liegt beim EuGH.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Interesse an beruflichen Abschlüssen schwindet

Zahl der Ungelernten steigt

© Zina Seletskaya / stock.adobe.com
Der Ausbildungsmarkt zeigt einen tiefen Widerspruch. Es gibt eine Vielzahl nicht besetzter Ausbildungsstellen, viele Unternehmen suchen Fachkräfte - und dennoch wächst die Zahl derjenigen, die keinen Berufsabschluss haben. Aber ist das überhaupt ein Problem?
  • Fuchs plus
  • Doppelter Urlaubsanspruch bei unrechtmäßiger Kündigung?

Bundesarbeitsgericht löst auf

Bei einer zeitlichen Überschneidung einer rechtswidrigen Kündigung mit einer neuen Beschäftigung könnte theoretisch ein doppelter Urlaubsanspruch entstehen. Das Bundesarbeitsgericht musste jetzt entscheiden, wie damit umzugehen ist.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Bank im Bistum Essen eG in der Ausschreibung

Die BiB ist kein Zug, auf den die Stiftung aufspringen will

Thumb Stiftungvermögen 2024. © Collage: Verlag FUCHSBRIEFE, Bild: envato elements
Die Bank im Bistum Essen (BiB) begrüßt die Stiftung Fliege, die ihre drei Millionen Euro Kapital neu anlegen will, mit einem überaus empathischen Schreiben. Sie bittet ausführlich um Entschuldigung, weil sie durch Krankheit bedingt nicht in der Lage gewesen sei, den erbetenen Anlagevorschlag fristgerecht einzureichen. Man fühlt sich ein wenig wie unter Freunden und möchte gern einen Sympathiebonus vergeben. Ob das nach Studium des Anlagevorschlags auch noch so ist, wird sich zeigen.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Die Inflationsprognose der Fed

Inflation: Es sind die Löhne, Dummkopf

303.000 neue Jobs sind im März außerhalb der Landwirtschaft entstanden. 200.000 waren vom Markt erwartet worden. Zudem hat der Konsumentenpreisindex im März um 3,5% auf Jahresbasis zugelegt. Bei der Fed gehen deshalb die Warnsignale an. Die Fed Cleveland hat aufgedeckt, warum das so ist.
  • Fuchs plus
  • Europa schwächelt, China holt Schwung

Trendwende für den Yuan voraus

Das große Bild für den Wechselkurs von Euro und Yuan verändert sich. Die fundamentalen und geldpolitischen Faktoren in der Eurozone und in China deuten auf eine Trendwende bei EUR|CNY hin. Anleger und Unternehmer sollten das antizipieren.
  • Fuchs plus
  • Kasachstan bietet Anlegern Chancen

Kasachstan: Grüner Wasserstoff ist eine Zukunftstechnologie

Der laufende Rohstoff-Boom beschert Kasachstan sprudelnde Exporteinnahmen. Insbesondere Energieträger wie Uran, Öl und Destillate geben auch der Währung Schwung. Die Wirtschaft wächst mit mehr als 5% und der Realzins liegt bei über 5,5%. Wie können Anleger von den Chancen des Landes profitieren?
Zum Seitenanfang