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Strategien zur Vorsorge

Handlungsoptionen in der Krise

Einkäufer sind derzeit besonders gefordert: Viele CEOs und CFOs erwarten von ihnen, dass sie Lieferanten bluten lassen. Wir sagen Ihnen, warum das eine gefährliche Strategie ist und was Sie gerade jetzt im Einkauf anpacken sollten. Bewahren Sie ruhig Blut und sorgen Sie für morgen vor.

Im Zuge des Abschwungs sind Hauruck-Aktionen und „Verhauen" von Lieferanten kontraproduktiv. Auch wenn es derzeit in Ihrer Bilanz knirscht. Wer jetzt das letzte aus Lieferanten rauspresst, bereut das gewöhnlich bei anziehender Konjunktur. Lieferanten gewinnen – zumindest gegenüber mittelständischen Partnern – irgendwann auch wieder Marktmacht zurück. Sie merken sich, wer ihnen zuvor in die Seite getreten hat. Das sind Gegenmaßnahmen, die wirken und ihre Partner nicht verprellen:

Vordefinierte Second-Source-Strategien sind ad hoc aktivierbar. Damit können Sie eine kurzfristige Zollkrise und auch den Brexit Worst Case abfedern. Treten Sie in Preisverhandlungen mit Exits; schließen Sie Rahmenverträge zur Absicherung; treffen Sie rechtzeitig Lieferantenbewertungen (ein Standard im Risikomanagement); legen Sie Währungskonten in global wichtigen Währungen an.

Der Einkauf muss jetzt aktiv werden

Der Pumpenhersteller Netzsch hat die Lagerbestände erhöht. Das Unternehmen ist auf vier Kontinenten aktiv. Netzsch fordert „nachvollziehbare" Rabatte, sofern der Markt das rechtfertigt. Notleidenden Lieferanten hilft man mit Auftragszusicherung, Abnahmemengen über Durchschnitt, kürzeren Zahlungszielen und - für den Fall, dass sich die Lage bessert: Payback-Vereinbarungen.

Klar ist: Der Einkauf muss jetzt überall raus. „Je ein Drittel Routine, beim Lieferanten, in Projekten". So geht jetzt der Kölner Infrarot-Heizungsspezialist Schwank vor. Und: Gute Leute, die aus der Uni kommen, nicht ausbremsen. Personalabbau sollte immer die letzte Option sein. Schauen Sie z.B. auf B- und C-Artikel. „Bei Stückkosten je Warengruppe lassen sich Einsparungen bis zu 25% generieren. Das findet sich unmittelbar im Ebit wieder", sagen uns die Experten der Essener GMVK Procurement.

Fazit

Wichtig ist, dass Sie vorausschauend handeln. Haben Sie noch keinen Aktionsplan, nutzen Sie die Situation und unsere Hinweise, um sich einen zu erstellen. Der nächste Abschwung kommt bestimmt.

Hinweis: Belastbare Aussagen generieren Sie nur mit sauberen Stammdaten. Checken Sie Business-Intelligence-Lösungen zur multidimensionalen Analyse aller Einkaufsdaten.

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