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Digitale Kunst

Ein neues Kunst-Genre entsteht

Inzwischen ist fast alles digital. Kein Wunder, dass sich auch Künstler digitaler Möglichkeiten bedienen, um Kunst zu schaffen. Für Liebhaber und Anleger ergeben sich dabei aber ganz besondere Probleme.

Obwohl es digitale Kunst bereits seit den 60er Jahren gibt, bricht sie sich jetzt erst Bahn. Sie entwickelt sich zu einem neuen Segment der Gegenwartskunst. Immer mehr junge Künstler greifen zu Computer, Maus oder Elektrostift. Die Galerien nehmen den Trend gern auf und komplettieren ihre mit zeitgenössischer Kunst gefüllten Räume mit avantgardistischer digitaler Kunst. Der Durchbruch gelingt dieser Kunstrichtung, weil Computer und die entsprechenden Programme heute praktisch überall verfügbar sind.

Bereits im Jahr 2015 wurde der virtuelle Ausstellungsraum DiMoDa im Internet eröffnet. Ein Jahr später eröffnete in Zürich das erste Museum für digital Arts (MuDA). Inzwischen gibt es immer mehr Galerien, die auch digitale Kunst präsentieren. Das weckt Interesse, Nachfrage bei Kunstliebhabern und folglich bei Ausstellungen und Begehrlichkeiten bei Sammlern.

Die ersten Shooting Stars

Das zeigt sich in der Preisentwicklung digitaler Kunst. Ein Shooting-Star der Szene ist beispielsweise die gelernte Grafikdesignerin Lousia Gagliardi. Die junge Frau aus Zürich zeichnet Computerbilder mit Photoshop. Zwei Museen in New York und Dublin fanden diese Werke so interessant, sie auszustellen und Preise dafür festzulegen. Das erste Bild Gagliardis wurde prompt für 5.500 Franken verkauft. Momentan liegt der Marktwert ihrer Werke bei etwa 8.000 Franken. Stark gefragt sind beispielsweise auch Video-Installationen.

Digitale Kunst ist allerdings für Anleger nur bedingt geeignet. Ihre Einzigartigkeit ist nur schwer nachzuweisen – und manchmal auch nur schwer zu erhalten ist. Computerdateien lassen sich schnell kopieren. Und der technische Fortschritt hat zur Folge, dass so mancher Datenträger schnell veraltet. Das begrenzt den Käuferkreis und damit auch die Preisentwicklung.

Fazit: Digitale Kunst ist avantgardistisch – aber das Segment wächst stark. Das spricht für dynamische Preissprünge. Allerdings sollten Investoren an die Tücken des digitalen Objekts denken. Kaufen Sie ein Kunstwerk nur, wenn es sie begeistert.

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