Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
0,00 €
898
Die Zinsen steigen an

Banken differenzieren Risiken

Die Zinsen für Unternehmenskredite steigen. Das Ende des Anstiegs ist noch nicht erreicht.
Der Zinsmarkt hat deutlich auf den Testballon der Europäischen Zentralbank (EZB) zu ihrem Exit aus dem Anleihenkaufprogramm reagiert. Die Renditen haben einen kräftigen Sprung hingelegt. Die deutsche 10-Jährige notiert mit 0,54% inzwischen deutlich über dem Vormonats-Niveau. Am kurzen Ende liegt der Zins bei -0,62% für 2-Jährige. Die Zinsstrukturkurve ist insgesamt stärker geworden. Das Ende des Renditeanstiegs ist noch nicht erreicht. Es gibt sogar Marktteilnehmer, die sich für die deutsche Rendite auf 0,75% bis zum Jahresende einstellen. Die meisten Beobachter halten die Zinsen aber für ausgereizt. Gut 90% der Anleihen- und Aktienhändler rechnen mit einem ersten Zinsschritt der EZB erst im Juli 2018. Die weitere Zinsentwicklung hängt eng an der Glaubwürdigkeit der EZB. Einerseits verwiesen die Notenbanker jüngst noch auf die gute Entwicklung der Konjunktur. Andererseits betonen sie, dass die Inflation ihr Ziel von „nahe, aber unter 2%“ noch nicht nachhaltig erreicht habe. Außerdem haben die europäischen Geldhüter ein Euro-Problem. Denn der steigende Euro mindert den Inflationsdruck (z. B. weil die Energieimporte preiswerter sind). Aber: Ein steigender Euro belastet die Exportwirtschaft – insbesondere beim Wirtschaftsschwergewicht Deutschland (siehe Beitrag „Vier vor dem Fall“ auf Seite 1). Die EZB muss angesichts dieser ambivalenten Situation auf Zeit spielen. Darum sendet sie permanent widersprüchliche Signale. Der Markt allerdings beginnt den Exit der Notenbank allmählich einzupreisen. Das wird die Zinsen auch weiter sanft anheben. Die Banken beginnen, ihre Kreditkonditionen zu differenzieren. So wurden die Kreditvergabebedingungen für große Unternehmen zuletzt erneut gelockert. Die Mehrzahl der Institute hat die eigenen Risikoaufschläge zugunsten von Kreditzusagen reduziert, so die EZB in ihrer neuesten Bankenbefragung. Das drückt natürlich auch die Marge der Banken. Allerdings zeigt eine Studie der KfW, dass gerade junge und kleine Unternehmen wieder schwieriger an Kredit kommen. Die Banken bewerten diese Ausfallrisiken wieder strenger. Die Kreditkosten werden auch wegen eines Urteils des Bundesgerichtshofs steigen. Das Verbot standardisierter Bearbeitungsgebühren wird insbesondere kleinere Unternehmenskredite verteuern. Das geschieht entweder über die Zinsen oder die Bank wird Ihnen individuelle Prüfgebühren berechnen (FB vom 6.7.).

Fazit: Die EZB versucht, die Zinsen am kurzen Ende am Boden zu halten. Der Konjunkturentwicklung zieht das lange Ende hoch. Das Kreditumfeld bleibt noch günstig. Aber die Zinsen klettern.

Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Strukturwandel bewältigt

Essen bietet Investitionschancen

Essen hat den Strukturwandel gut bewältigt. Besonders als Verwaltungsstadt, in der viele große Unternehmen ihren Sitz haben, bietet die Stadt viele gut bezahlte Arbeitsplätze. Der Südteil der Stadt bietet viele Grünanlagen und zieht Einwohner an.
  • Fuchs plus
  • Betriebsräte können Personalakten nur mit Zustimmung der Arbeitnehmer einsehen

Personalakte ist auch für den Betriebsrat tabu

Elektronische Personalakten sollen dabei helfen, den Verwaltungsaufwand zu verringern und zu beschleunigen. Ganz praktisch ist dann, wenn bei mitbestimmungspflichtigen Vorgängen auch der Betriebsrat einen unmittelbaren Zugang zur Personalakte hat. Aber lässt sich das mit den Persönlichkeitsrechten des Beschäftigten überhaupt vereinbaren?
  • Fuchs plus
  • EU-Projekt soll Digitalisierung voranbringen

Neue Standards für Einkaufssoftware

Fehlende sowie zu viele unterschiedliche technische Standards werden oft als Hemmnisse ins Feld geführt, wenn es mit der Digitalisierung im Unternehmen nicht so recht vorangeht. 9 Länder erarbeiten in einem Projekt, wie Einkauf und elektronische Beschaffungslösungen diverser Dienstleister endlich vernünftig harmonieren.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Serie: Vom Smart Phone zum Smart Money (1 von 5)

Kluges Geld – was ist das?

Im Zusammenhang mit Kryptowährungen wird oft von „Smart Money“ gesprochen. In einer fünfteiligen Serie zeigen wir auf, wie sich unser Geld vom „dummen“ zum „smarten“ Geld entwickeln wird. Bis hin zum konkreten Zeithorizont und dahin, wer die Marktführer für smartes Geld in Zukunft sein werden.
  • Fuchs plus
  • Ernte-Revisionen

Dreh beim Weizenpreis

Ziel erreicht: Der Weizenpreis fiel just auf das Niveau, das FUCHS-DEVISEN vor vier Wochen vorausgesagt hatten. Und nun? Zählen wieder neue Ernteprognosen.
  • TOPS 2021 – Private Banking im Test

Wer kann nachhaltig Vermögen verwalten?

"Wer kann nachhaltig Vermögen verwalten?", lautet die Kernfrage im Private Banking-Test für 2021 der FUCHS|RICHTER PRÜFINSTANZ. © FUCHSBRIEFE erstellt mit Canva, Foto: Pixabay
Annähernd 80 Besuche und digitale Treffen bei und mit Bankberatern und Vermögensverwaltern haben die Testkunden der FUCHS|RICHTER PRÜFINSTANZ in diesem Jahr absolviert. Sie wollten herausfinden, welches Institut die nachhaltige Vermögensanlage wirklich beherrscht.
Zum Seitenanfang