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Währungen aus der Region Pazifik / Ozeanien

Pazifik: Robuste Währungen

In unserem Devisen-Wochenschwerpunkt blicken wir auf die Entwicklungen in Australien, Neuseeland, Indonesien, den Philippinen und Taiwan.

Unsicherer Kantonist

Der unklare Ausgang der Parlamentswahlen ist symptomatisch für die Lage in Australien insgesamt. Premier Malcolm Turnbull erhoffte sich von den Parlamentswahlen eine Stärkung seiner Position. Doch das Ergebnis ist uneindeutig: Trotz des Mehrheitswahlrechts scheint es keine klare Mehrheit für eine der beiden großen Parteien zu geben. So sieht es auch in der Wirtschaft aus: Der Globalisierungsschub der letzten Jahre deckt die Schwächen gnadenlos auf. Als eigener Markt ist Australien mit etwas mehr als 20 Mio. Einwohnern zu klein für eine eigenständige Industrie. Die Entfernung zu den relevanten Märkten in Asien oder Amerika ist für einen Hochlohn-Standort zu groß. Die Folge:

Die Industrie implodiert unter dem Konkurrenzdruck, während sich die Politik um sich selbst dreht. Turnbull ist der vierte Regierungschef in drei Jahren. Die Defizite wachsen dagegen weiter. Die negative Nettoauslandsposition liegt seit dem 1. Quartal jenseits einer Billion AUD. Sie sinkt weiter. Denn die Leistungsbilanz weist immer neue Defizite aus. Dazu trägt die Einkommensposition mit den hohen Belastungen durch die Verbindlichkeiten mittlerweile mehr bei als das Handelsdefizit.

Das Wachstum der Auslandsschulden verstärkt sich selbst. Die Fassade hält noch mit 3,2% Wachstum (Jahresvergleich) und nur 1,3% Inflation. Lediglich die scharf eingebrochenen Investitionen (-5,9%) deuten auf die Probleme hin. Australiens Abhängigkeit vom Rohstoffexport wächst quartalsweise. Da indes noch alles finanzierbar scheint, fehlt der Handlungsdruck.

Fazit: Die Stärke des AUD wird unter dem Druck der schwachen Fundamentaldaten bald verfliegen.

Gestärkte Währung

Neuseelands Wirtschaft floriert – und die Währung festigt sich weiter. Die Notenbank RBNZ ließ die Regierung jüngst wissen, dass etwas weniger Einwanderung gut wäre. Der Zuzug treibt die Immobilienbranche in die Überhitzung. Folglich entstehen Risiken für die Stabilität der Banken. Allerdings profitiert die Konjunktur von den Impulsen der Einwanderung und der Bautätigkeit. Das Wachstum ist mit 2,4% beachtlich, obwohl die Milchprodukte als wichtigstes Exportgut schwach abschneiden. Die starke Bautätigkeit sowie der Tourismus sorgen für Schub und begrenzen die Defizite. Folge: Das Gewicht der Auslandsschulden gemessen am BIP hat in den letzten Jahren abgenommen. Das stärkt den NZD. Eine angesichts von 0,4% Inflation denkbare Zinssenkung würde den Immobilienboom verschärfen. Sie ist also unwahrscheinlich.

Fazit: Der NZD dürfte sein starkes Niveau halten.

Binnennachfrage angeschoben

Die Währungshüter Indonesiens haben mit ihrer jüngsten Entscheidung aufs Gaspedal getreten. Sie setzten einerseits den Leitzins um 25 Basispunkte auf jetzt 6,5% herab. Andererseits lockerten sie die Konditionen für die Immobilienfinanzierung durch eine niedrigere Quote an Eigenmitteln. Damit wollen sie dem bremsenden Effekt der schwächeren Auslandsnachfrage begegnen. Die Inflation war zuletzt mit 3,45% niedrig. Sie lag im Zielkorridor von 3%-5%. Das verschafft der Notenbank Spielraum. Zudem gilt die Lockerung nur für Banken mit einer Quote notleidender Kredite unter 5%. Das flankiert die Politik der Liberalisierung durch Präsident Joko Widodo. Unterm Strich sollte das den starken Wachstumstrend fortsetzen. Das allerdings wird zu höheren Defiziten der Leistungsbilanz führen. Diese dürften aber auch weiter durch hohe Direktinvestitionen finanziert werden.

Fazit: Die zuletzt starke Rupiah sollte ihr Niveau halten. Der Raum nach unten ist begrenzt.

Warten auf Duterte

Die Lage auf den Philippinen ist komfortabel. Die Inflation liegt mit 1,9% am unteren Rand des Zielkorridors (2%-4%). Die Leistungsbilanz weist Überschüsse aus. Das Wachstum ist mit 6,9% im 1. Quartal beachtlich. Der Peso hat zwar zum Dollar nachgegeben, aber eher weniger als andere Währungen der Emerging Markets. Von daher herrscht kein Handlungsdruck für die Politik. Unsicherheitsfaktor bleibt der neue Präsident Rodrigo Duterte. Dessen Wirtschaftspolitik ist bislang nicht erkennbar. Es wächst die Hoffnung auf ein „Weiter so“ für den Kurs seines Vorgängers Benigno Aquino.

Fazit: Sollte diese Voraussetzung Bestand haben, bleibt der Peso stabil. Er hat dann Chancen auf Zuwächse durch den stabilen Wachstumstrend.

Belebungsversuche

Taiwans Währungshüter versuchen der Konjunktur Leben einzuhauchen. Sie senkten die Leitzinsen um 12,5 Basispunkte auf jetzt 1,75%. Hintergrund ist die anhaltende wirtschaftliche Schwäche. Sie rührt vom Einbruch der Exporte besonders auf das Festland her und strahlt durch fallende Investitionen auf die Binnenwirtschaft aus. Die aktuelle Projektion der Notenbank steht bei 1,1% Wachstum für das laufende Jahr. Die Inflation lag zuletzt bei 0,9%. Das ergibt Raum für weitere Lockerungen. Sie dürften auch die Stärke des TWD eindämmen.

Fazit: Der TWD dürfte sich halten. Risiken nach unten liegen in Spekulationen über Zinssenkungen.

6-Monats-Übersicht zu ausgewählten Währungen aus der Region Pazifik

LandWährung/ZinsAktueller KursAusblick 3 MonateAusblick 6 MonatePrognose-sicherheit
AustralienAUD1,461,481,51sicher
3m-Zins2,292,152,00
NeuseelandNZD1,531,551,55sicher
3m-Zins2,812,572,31
IndonesienIDR14.62814.50014.450neutral
3m-Zins7,236,506,30
PhilippinenPHP52,1952,5052,50unsicher
3m-Zins1,591,601,60
Taiwan
TWD35,853636sicher
3m-Zins0,670,600,55
  • AUD: Der Austral-Dollar wird im Gefolge der Zinsspekulationen nachgeben. Es entstehen Risiken aus der Immobilienblase.

  • NZD: Der Kiwi bleibt stabil.

  • IDR: Die Rupiah dürfte weiter von der Reformpolitik und den davon ausgelösten Direktinvestitionen profitieren.

  • PHP: Der Peso hängt in der Luft, solange der Kurs des neuen Präsidenten unklar bleibt.

  • TWD: Die Notenbank wird sich gegen eine weitere Aufwertung des Taiwan-Dollar stemmen.

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