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2044
Gefährlicher als offene Pressionen

Peking mit Strategiewechsel gegen Taiwan

Die chinesische Regierung versucht gezielt Fachkräfte aus Taiwan abzuwerben. Das hat Folgen für Taiwan und hilft langfristig der chinesischen "Ein-China-Doktrin".

Peking zielt mit einer neuen Initiative ganz offen auf einen „brain drain" Taiwans zu eigenen Gunsten. Verpackt ist sie einem Paket namens „31 Maßnahmen" des Pekinger Büros für Taiwan-Angelegenheiten (TAO). Offizielles Ziel der Inititative ist die Gleichstellung von Bürgern Taiwans mit denen der Volksrepublik im Hinblick auf den Zugang zu den Förderungen und Chancen des Programms „Made in China 2025". Die 31 Maßnahmen betreffen hauptsächlich Berufstätigkeit und Geschäfte von Unternehmen und Personen auf dem Festland quer über alle Branchen bis hin zu Kunst und Kultur.

Das TAO zielt ganz offenkundig darauf, gerade höher qualifizierte Kräfte Taiwans für die eigene Industrie-Strategie (Made in China 2025) zu gewinnen. Gleichzeitig wird angestrebt, sie an die Interessen Pekings zu binden, um den Unabhängigkeitsbestrebungen der aktuellen Präsidentin Taiwans zu begegnen.

Ist das Programm erfolgreich, würde Peking die Bindungen im Sinne der „Ein-China-Doktrin" stärken. Auf längere Sicht würde es zudem eine wirtschaftliche Destabilisierung Taiwans erreichen. Präsidentin Tsai Ing-wen hatte sich anders als ihre Vorgänger geweigert, die „Ein-China-Doktrin" formell zu akzeptieren.

Fazit: Auch wenn die Finanzmärkte aktuell noch kaum reagieren - der ständig wachsende wirtschaftlichen Druck Pekings wird auch den Taiwan-Dollar auf längere Sicht schwächen.

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