Hier können Sie zwischen der Ansicht für Geschäftskunden und Privatkunden wechseln.
Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-20
Geschäftskunde
Privatkunde
0,00 €
1303
Das britische Pfund steht wieder unter Druck

Realismus kehrt in die Devisenmärkte zurück

Das Pfund gibt nach. Die Marktteilnehmer realisieren, dass der harte Brexit immer noch möglich ist. Die Regierung hat sich darauf festgelegt, dass UK sich nicht an die Regeln des Binnenmarktes halten will. Daher wird es für Großbritannien auch keinen freien Zugang zum Binnenmarkt geben. Ist das eher Risiko oder Chance?

Das Pfund hat in den letzten Wochen zu Dollar und Euro nachgegeben. Die Marktteilnehmer realisieren, dass das Risiko eines harten Brexit wieder auf der Tagesordnung steht. Die Regierung Johnson hat sich darauf festgelegt, dass sich Großbritannien nicht an die Regeln des Binnenmarkts halten wird. Das macht einen freien Zugang zu diesem Markt sehr unwahrscheinlich. Ohne freien Warenverkehr wird die britische Autoindustrie – die mit Abstand wichtigste Exportbranche – schnell schrumpfen. Denn sie ist ohne die Zulieferungen vom Kontinent zunächst nicht arbeitsfähig. Erst müssen die Firmen völlig neue Lieferketten aufbauen.

Unterdessen bestätigt sich das zentrale Argument der Brexiteers immer offensichtlicher als blanker Humbug. Demzufolge würden eigenständige Verträge UKs mit seinen Handelspartnern der britischen Wirtschaft bessere Möglichkeiten einräumen als die von der EU ausgehandelten. Alle bisher neu abgeschlossen Verträge mit Drittstaaten beschränken sich auf die Replikation der bestehenden EU-Verträge („copy&paste“).

Finanzplatz London gerät unter Druck

Schlimmer noch: Ein durchgesickertes Papier des Finanzministeriums zum anstehenden Vertrag mit den USA sieht nur geringe Verbesserungen im bilateralen Handel vor. Dafür aber reichlich negative Konsequenzen für den Finanzplatz London. Offenbar werden die britischen Banken Geschäft an die US-Konkurrenz verlieren.

Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass die Johnson-Regierung das Staatsdefizit deutlich nach oben treiben wird. Die neu gewonnenen Wahlkreise in den ehemaligen Labour-Hochburgen in Nordengland sollen durch teure Industrie- und Sozialpolitik gesichert werden. Der demnächst fällige Etat wird Druck auf das Pfund bringen. Dadurch wird sich das ohnehin auf längere Sicht untragbare Defizit der Leistungsbilanz weiter vergrößern. Schon jetzt ist UK auf laufende Zuflüsse schmutzigen Geldes etwa der russischen Oligarchen („Londongrad“) zur Deckung des Defizits angewiesen.

Fazit: Für UK gilt, es muss alles schlechter werden, bevor es besser werden kann. Die langfristigen Chancen – auch bei F&E – liegen in einer deutlich abgeschwächten Regulierung im Vergleich zum Kontinent. Empfehlung: Wir erwarten zunächst eine deutliche Abschwächung des Pfunds in Richtung 0,88 EUR|GBP. Spekulative Anleger setzen darauf mit Short-Zertifikaten.
Meist gelesene Artikel
  • Fuchs plus
  • Doppelter Urlaubsanspruch bei unrechtmäßiger Kündigung?

Bundesarbeitsgericht löst auf

Bei einer zeitlichen Überschneidung einer rechtswidrigen Kündigung mit einer neuen Beschäftigung könnte theoretisch ein doppelter Urlaubsanspruch entstehen. Das Bundesarbeitsgericht musste jetzt entscheiden, wie damit umzugehen ist.
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: Die Bank im Bistum Essen eG in der Ausschreibung

Die BiB ist kein Zug, auf den die Stiftung aufspringen will

Thumb Stiftungvermögen 2024. © Collage: Verlag FUCHSBRIEFE, Bild: envato elements
Die Bank im Bistum Essen (BiB) begrüßt die Stiftung Fliege, die ihre drei Millionen Euro Kapital neu anlegen will, mit einem überaus empathischen Schreiben. Sie bittet ausführlich um Entschuldigung, weil sie durch Krankheit bedingt nicht in der Lage gewesen sei, den erbetenen Anlagevorschlag fristgerecht einzureichen. Man fühlt sich ein wenig wie unter Freunden und möchte gern einen Sympathiebonus vergeben. Ob das nach Studium des Anlagevorschlags auch noch so ist, wird sich zeigen.
  • Fuchs plus
  • Dekarbonisierung: Andere Standorte attraktiver als Deutschland

Skandinavien bei Dekarbonisierung weit vorn

Obwohl die deutsche Regierung die ganze Wirtschaft auf Klimaneutralität trimmen will - wie die EU - bietet Deutschland keine guten Rahmenbedingungen für eine Dekarbonisierungsstrategie. Das zeigt eine Umfrage von EY unter Unternehmen. Andere Standorte sind attraktiver.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Stiftungsvermögen 2024: KANA Stiftungs- und Vermögensberatung GmbH mit quantagon

KANA geht zusammen mit quantagon nicht hinreichend in die Tiefe

Thumb Stiftungsvermögen 2024, © Grafik Redaktion Fuchsbriefe mit Envato Elements
Die eigentlich angefragte KANA Stiftungs- und Vermögensberatung GmbH reicht ein Angebot der mit ihr kooperierenden quantagon financial advisors GmbH ein. KANA, ist zu erfahren, könne ergänzend umfassende Beratungsdienstleistungen für Stiftungen anbieten. an. Die Bandbreite der Themen reiche von der Formulierung der Anlagerichtlinie inklusive individueller Regelungen über die Unterstützung der Stiftungsbuchhaltung bis zur Beratung im Umgang mit der Stiftungsaufsicht. Was hat quantagon zu bieten?
  • Fuchs plus
  • Chart der Woche vom 18.04.24

BASF an Kursunterstützung kaufen

Wirkstofflösungen in kleinen Röhrchen © BASF SE 2023
BASF bietet charttechnisch orientierten Anlegern ein interessantes Bild. Im Jahr 2023 verlief die Aktie seitwärts zwischen klaren Kursmarken. Die obere Barriere hat die Aktie gerade überwunden. Der aktuelle Rücksetzer schafft eine Trading-Möglichkeit.
  • Fuchs plus
  • Im Fokus: Industriemetall-Aktien

Metall-Sanktionen bieten Anlegern Chancen

Kupferrohre © magann / stock.adobe.com
In die Preise für die Industriemetalle kommt kräftig Bewegung. Auslöser sind neue Sanktionen durch die USA und Großbritannien gegen russische Industriemetalle. Daraus ergeben sich für Anleger einige Opportunitäten.
Zum Seitenanfang