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Währungen aus Asien ex Japan und China

Starkes Wachstum in Indien, Zinssenkung in Thailand

In unserem Devisen-Wochenschwerpunkt blicken wir auf die Entwicklungen in Korea, Malaysia, Thailand, Vietnam und Indien.

Zinsen runter

Die koreanische Notenbank hat erwartungsgemäß die Leitzinsen weiter gesenkt. Und zwar um 25 Basispunkte auf jetzt 1,75%. Hintergrund ist die unverändert schwache Konjunktur. Das letzte Jahr brachte 3,3% Wachstum. Dieses stützte sich vor allem auf kräftige Exporte und den privaten Konsum. Demgegenüber waren bei den Investitionen bereits Schwächen erkennbar. Auch die Bautätigkeit war rückläufig. Mittlerweile hat sich die Lage weiter verschlechtert. Der Einkaufsmanager-Index sackte aktuell mit 49,2 Punkten erstmals unter die Kontraktionsschwelle. Grund: Produktion und Auftragsbestände bei den Unternehmen sind rückläufig. Auch die zuletzt auf Null gefallene Preissteigerung deutet auf eine schwache Nachfrage. Der Won gibt unterdessen gegenüber dem Dollar nach, weist aber Gewinne zum Euro auf.

Fazit: Der Won dürfte sich auf dem aktuellen Niveau stabilisieren. Als Chance sehen wir eher weitere Gewinne zum Euro.

Hoffen auf die Binnennachfrage

Die Konjunktur Malaysias hat sich abgeschwächt. Die Inflationsrate ist zuletzt gegen Null gefallen (0,1% per Februar). Der Zuwachs der Industrieproduktion fiel mit 2,7% bescheiden aus. Dahinter steht der Nachfragerückgang bei den für Malaysia wichtigen Rohstoffen. Folge sind Rückgänge bei Beschäftigung und Einkommen. Zudem schlägt sich eine neue Verbrauchssteuer nieder. Sie kann – wie die schwache Inflation andeutet – nicht auf die Endverbraucher abgewälzt werden. Allerdings setzt die Notenbank offenbar darauf, dass der Konsum expansive Impulse für die Konjunktur liefert. Sie verzichtete daher vorerst auf Lockerungen. Das wird aber kaum durchzuhalten sein, sofern die Konjunktur schwach bleibt.  

Fazit: Fundamental ist der Ringgit schwächer geworden. Das wird weitere Zinsspekulationen auslösen, die den Kurs belasten.

Zinssenkung

Thailand stagniert. Folglich beschlossen die Währungshüter mit knapper Mehrheit eine Senkung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf jetzt 1,75%. Mangelndes Vertrauen von Investoren und Haushalten bremst nach wie vor die Binnennachfrage. Die Inflationsdaten sind Dank niedriger Ölpreise unter Null gefallen. Sie werden dort wohl auch vorerst bleiben. Indes scheint fraglich, ob mit der Zinssenkung ein Effekt für die Binnennachfrage erzielt wird. Die Schuldenbelastung der privaten Haushalte ist mit 85% vom BIP bereits beachtlich. Sie beschränkt die Möglichkeiten erkennbar. Der Zentralbankrat wiederholte seine indirekte Kritik an den Militärdiktatoren. Deren Fiskalpolitik sollte jetzt die Wirtschaft ankurbeln. Doch es kommt nichts. Offenbar bleiben budgetierte und bereitgestellte Mittel in nennenswertem Umfang ungenutzt, weil die Regierung ihre Projekte nicht voran bringt.

Fazit: Die Aussichten Thailands bleiben schwach. Die Militärs erweisen sich wirtschaftspolitisch als inkompetent. Der Baht dürfte eher schwächer werden.

Aufwärts

Die erste amtliche Schätzung für das Wachstum im 1. Quartal liegt bei rund 6% gegenüber dem Vorjahr. Das bestätigt die Erwartungen. Die Zuwächse verteilen sich über alle Komponenten der Nachfrage. Die Daten vom aktuellen Rand deuten weiter auf Wachstum. Der Einkaufsmanager-Index hielt sich mit zuletzt 50,7 Punkten knapp über der Expansionsschwelle. Laufende Produktion und Auftragseingang tendieren weiter nach oben. Dabei wurde die Entlastung durch die niedrigen Ölpreise genutzt, zusätzliche Exportaufträge durch Zugeständnisse bei den Preisen hereinzuholen. Unterdessen fließen weiter hohe Direktinvestitionen nach Vietnam. Vor allem aus Japan, dessen Industrie den kostengünstigen Standort intensiv nutzt. Damit entsteht zusätzliche Beschäftigung und Einkommen. Beides treibt die Binnennachfrage an. Die aktuellen Streiks dürften kaum größere Folgen haben.

Fazit: Der Dong hat wie erwartet seinen Aufwertungstrend fortgesetzt. Dieser dürfte weiter anhalten.

Neuer Champion   

Die indische Wirtschaft wird im laufenden Jahr erstmals stärker wachsen als die chinesische. Und sie wird den Abstand in den beiden kommenden Jahren ausbauen. So lauten zumindest die Prognosen, die zuletzt die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) geliefert hat. Die Gründe: Die Inflation ist eingedämmt. Sie bewegt sich innerhalb des neuen Zielkorridors von 2% bis 6%. Das lässt Raum für weitere Lockerungen. Zuletzt gingen die Zinsen um 25 Basispunkte auf aktuell 7,5% runter. Gleichzeitig liefern niedrige Ölpreise zusätzlichen Schub, desgleichen die Zuflüsse aus dem Ausland. Ergebnis ist eine anziehende Industrieproduktion, stärkerer Konsum und eine stützende Fiskalpolitik. Denn die Regierung nutzt die wachsende Beschäftigung, um eine Umschichtung im Haushalt hin zu mehr Investitionen samt expansivem Nachfrage-Effekt mit sinkenden Defiziten zu bewerkstelligen. Das bringt stabileres Wachstum.  

Fazit: Der Aufwärtstrend der Wirtschaft stärkt die Rupie.

6-Monats-Übersicht zu ausgewählten Währungen aus Asien

LandWährung/ZinsAktueller KursAusblick 3 MonateAusblick 6 MonatePrognose-sicherheit
KoreaKRW1.1841.2001.260neutral

3m-Zins1,761,801,50
MalaysiaMYR3,973,954,00neutral
3m-Zins3,323,303,20
ThailandTHB35,123741,00neutral
3m-Zins1,941,801,80
VietnamVND23.19022.50022.000unsicher
3m-Zins4,78n.v.n.v.
Indien

INR67,376562neutral

3m-Zins8,568,508,30
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