Informationen und qualifizierte Einschätzungen zu Chancen und Risiken
030-288 817-0
0,00 €
1246
Notenbanken

Das Dilemma der Fed wird immer größer

US-Notenbank Fed: Vor der nächsten Entscheidung | © Getty
Die Fed will die Zinsen erhöhen. Doch dafür hat sie schon zu lange gewartet.
Für die Fed wird die Entscheidung über eine Zinserhöhung immer brisanter. Am nächsten Mittwoch (15.6.) steht sie erneut an. Schwache Arbeitsmarktzahlen und drohender Brexit (23.6.) haben die Erwartungen schon wieder gedämpft. Doch viel gravierender ist: Die Fed bewegt sich mit ihrer Zinspolitik längst hinter der Konjunktur-Kurve (vgl. Grafik). Der Gipfel im Konjunkturzyklus ist deutlich überschritten. Woher da ansteigende Inflationsraten kommen sollen, die die Notenbank vorausschauend bekämpft – gewöhnlich spricht man von einem halben Jahr Vorlauf –, ist nicht ersichtlich. Tatsächlich muss die Fed ihren Pulverturm wieder auffüllen. Sie braucht die zinspolitische Munition für die kommende konjunkturelle Talfahrt. Doch wenn sie jetzt die Zinsen weiter hochzieht – die Erwartungen auf den Märkten lauten noch immer 1% bis Jahresende – dann beschleunigt sie wahrscheinlich nur die Talfahrt. Umgekehrt gilt: Traut sie sich den Schritt auf 0,75% jetzt nicht zu, kann sie erst recht nicht mehr nachlegen. Denn mit den Arbeitsmarktzahlen und Unternehmensgewinnen wird es schon zyklisch bedingt nicht besser. Das 2. Halbjahr steht außerdem im Zeichen des Präsidentschaftswahlkampfes. Da verbietet sich ein Zinsschritt ohnehin – aus „Anstandsgründen“.

Fazit: Die Fed steckt tiefer im Dilemma, als das aus ihren regelmäßigen Statements deutlich wird. Sie läuft der konjunkturellen Entwicklung mit großem Abstand hinterher – und kann sie nicht mehr einholen.

Meist gelesene Artikel
  • Warum die AfD wichtig ist für eine funktionierende Demokratie

Das Ventil

FUCHS-Chefredakteur Ralf Vielhaber
Viele Kommentatoren schlagen angesichts der massiven Stimmenzuwächse der AfD in Brandenburg und Sachsen die Hände überm Kopf zusammen. Etliche fürchten wie die ehemalige ostdeutsche Bundestags-Spitzenkandidatin Katrin Göring Eckardt um die Demokratie. FUCHSBRIEFE-Chefredakteur Ralf Vielhaber widerspricht vehement.
  • Fuchs plus
  • Sigma Bank (Volksbank Liechtenstein Private Banking), TOPS 2020: Beratungsgespräch

Eine Bank, die ihre Hausaufgaben macht

Die Berliner Sparkasse konnte sich im Beratungsgespräch für die 2. Auswertungsrunde qualifizieren. Copyright: Verlag FUCHSBRIEFE
Bei der Sigma Bank, vormals Volksbank Liechtenstein, erleben wir (nach einem Reinfall im letzten Jahr) diesmal Private Banking auf hohem Niveau. Unsere Wünsche werden im Vorfeld genau erfasst und konsequent für die Vorbereitung eines sehr strukturierten, effizienten und über weite Strecken sehr interessanten Gesprächs herangezogen. Hier fühlen wir uns ernst genommen, und die Aussage, den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen, scheint nicht nur ein Lippenbekenntnis aus der Marketingabteilung zu sein.
  • Fuchs plus
  • LGT Bank AG, TOPS 2020: Beratungsgespräch

Glanz mit ein paar matten Stellen

Die LGT Bank AG konnte sich im Beratungsgespräch für die 2. Auswertungsrunde qualifizieren. Copyright: Verlag FUCHSBRIEFE
Von der LGT haben wir schon viel Gutes gehört. Dementsprechend hoch sind unsere Erwartungen. Teilweise finden wir diese erfüllt: Auf der Haben-Seite kann die LGT ihre Tradition, ihre solide Aufstellung als inhabergeführtes Family Office der Fürstenfamilie und interessante Anlagestrategien wie die Teilhabe am fürstlichen Portfolio oder im Rahmen des noch recht neuen „impact investing" verbuchen – und nicht zuletzt auch ihre ansprechenden Räumlichkeiten. Im Soll steht die Bank, weil wir unseren Nachhaltigkeitswunsch hauptsächlich in einem einzigen, sehr neuen Produkt wiederfinden, dafür aber in der Vielfalt der hauseigenen Anlagefonds fast den Überblick verlieren.
Neueste Artikel
  • Fuchs plus
  • Mietdeckel in Berlin wird den Bestand schädigen

Ende Gelände

Der Mietendeckel in Berlin ist noch nicht beschlossen, er wirkt aber schon. Die großen Wohnungsbaukonzerne reagieren und stoppen Gelder, Investoren stellen Käufe und Modernisierungen auf den Prüfstand. Und einige Mieter von teuren Luxuswohnungen reiben sich amüsiert die Hände ...
  • Fuchs plus
  • Hohe finanzielle Abhängigkeit der Gemeinden

Neue Grundsteuer: Komplexer und teurer

Wer darauf hoffte, dass der Gesetzgeber bis zum Jahresende kein neues Gesetz für eine reformierte Grundsteuer zustande bringt, wird sich getäuscht sehen. Da für die Gemeinden hohe Einnahmen daran hängen, wird das Gesetz kommen. Doch die Schwächen sind schon jetzt erkennbar. Mit entsprechenden Folgen für den Rechtsstaat.
Zum Seitenanfang